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Rechtsgebiet

Nebenstrafrecht

80 von 2.133 Normen · 5 Urteile im Überblick

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Das Nebenstrafrecht bildet eine höchst komplexe Materie, die in der Praxis eine stetig wachsende Rolle spielt. Es umfasst die Gesamtheit aller Strafvorschriften, die nicht im Kernstrafrecht (StGB) verortet sind, sondern sich in zahllosen Fachgesetzen des Wirtschafts-, Verwaltungs- und Umweltrechts befinden.

Besonders bedeutsam ist das Wirtschaftsstrafrecht. Gemäß § 15a InsO (in Verbindung mit dem GmbHG) macht sich der Geschäftsführer einer GmbH massiv strafbar (Insolvenzverschleppung), wenn er bei Zahlungsunfähigkeit nicht spätestens nach drei Wochen einen Insolvenzantrag stellt. Ebenso brisant sind Straftaten im Betäubungsmittelgesetz (§ 29 BtMG) oder im Steuerstrafrecht (Steuerhinterziehung nach § 370 AO).

Das Nebenstrafrecht ist tückisch, da die Strafnormen oft „Blankettgesetze“ sind: Die Vorschrift selbst beschreibt die verbotene Handlung nicht detailliert, sondern verweist auf unzählige Verordnungen. Wer gegen diese Fachvorschriften verstößt, begeht unbewusst eine handfeste Straftat. Die allgemeinen Regeln des StGB (zu Vorsatz, Versuch, Täterschaft) gelten gemäß § 2 StGB jedoch auch für das gesamte Nebenstrafrecht.

Übersichtsartikel · Was ist Nebenstrafrecht?1 von 3· weitere: Rechtsanwalt Dirk Streifler, Rechtsanwalt Dirk Streifler
Rechtsanwalt Dirk Streifler

Der BGH hat mit dem Urteil vom 23.11.2006 (Az: 3 StR 366/06) entschieden: Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Itzehoe vom 10. Weiterlesen ›

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Übersichtsartikel · Was ist Nebenstrafrecht?2 von 3· weitere: Rechtsanwalt Dirk Streifler, Rechtsanwalt Dirk Streifler
Rechtsanwalt Dirk Streifler

Der BGH hat mit dem Urteil vom 18.04.2007 (Az: 5 StR 546/06) folgendes entschieden: Eine bewusste Missachtung oder gleichgewichtig grobe Verkennung der Voraussetzungen des für Wohnungsdurchsuchungen … Weiterlesen ›

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Übersichtsartikel · Was ist Nebenstrafrecht?3 von 3· weitere: Rechtsanwalt Dirk Streifler, Rechtsanwalt Dirk Streifler
Rechtsanwalt Dirk Streifler

Grundtatbestand des Raubes, § 249 StGB Einen Raub begeht, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache … Weiterlesen ›

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Für dieses Unterthema zeigen wir die Inhalte des übergeordneten Gebiets „Strafrecht“.

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Häufige Rechtsfragen im Bereich Nebenstrafrecht

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Muss ein Beschuldigter im Ermittlungsverfahren Angaben zur Sache machen?

Nein. Nach § 136 Abs. 1 S. 2 StPO ist der Beschuldigte bei Beginn der ersten Vernehmung darauf hinzuweisen, dass es ihm gesetzlich (§ 136 Abs. 1 S. 2 StPO) freistehe, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit, auch schon vor seiner Vernehmung, einen von ihm zu wählenden Verteidiger zu befragen. Diese Belehrungspflicht gilt gemäß § 163a Abs. 4 S. 2 StPO ebenso bei Vernehmungen durch Beamte des Polizeidienstes.

Innerhalb welcher Frist kann gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt werden?

Gegen einen Strafbefehl kann der Angeschuldigte nach § 410 Abs. 1 S. 1 StPO innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung bei dem Gericht, das den Strafbefehl erlassen hat, schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle Einspruch einlegen. Soweit gegen einen Strafbefehl nicht rechtzeitig Einspruch erhoben wird, steht er gemäß § 410 Abs. 3 StPO einem rechtskräftigen Urteil gleich.

Wann liegt im Strafverfahren ein Fall der notwendigen Verteidigung (Pflichtverteidigung) vor?

Die Mitwirkung eines Verteidigers ist nach § 140 Abs. 1 StPO unter anderem notwendig, wenn die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht, dem Landgericht oder dem Schöffengericht stattfindet, dem Beschuldigten ein Verbrechen zur Last gelegt wird oder gegen ihn Untersuchungshaft vollstreckt wird. Darüber hinaus wird ein Pflichtverteidiger bestellt, wenn wegen der Schwere der Tat, der Rechtslage oder der Unfähigkeit zur Selbstverteidigung die Mitwirkung geboten erscheint (§ 140 Abs. 2 StPO).

Wer hat im Strafverfahren Anspruch auf Einsicht in die Ermittlungsakten?

Der Verteidiger ist nach § 147 Abs. 1 StPO befugt, die Akten, die dem Gericht vorliegen oder diesem im Falle der Erhebung der Anklage vorzulegen wären, einzusehen sowie amtlich verwahrte Beweisstücke zu besichtigen. Ist das Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen, kann die Staatsanwaltschaft die Einsicht gemäß § 147 Abs. 2 S. 1 StPO versagen, soweit diese den Untersuchungszweck gefährden kann. Ein unverteidigter Beschuldigter kann nach § 147 Abs. 4 StPO entsprechend Akteneinsicht beantragen.

Unter welchen Voraussetzungen darf Untersuchungshaft angeordnet werden?

Die Untersuchungshaft darf gegen den Beschuldigten nach § 112 Abs. 1 S. 1 StPO angeordnet werden, wenn er der Tat dringend verdächtig ist und ein Haftgrund besteht. Sie darf nach § 112 Abs. 1 S. 2 StPO nicht angeordnet werden, wenn sie zu der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe außer Verhältnis steht. Als Haftgründe nennt § 112 Abs. 2 StPO Flucht, Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr.

Rechtslexikon: Wichtige Begriffe im Nebenstrafrecht

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