Verwaltungsgericht Karlsruhe Urteil, 28. Apr. 2005 - 6 K 1840/04

bei uns veröffentlicht am28.04.2005

Tenor

1.Die Klage wird abgewiesen.

2. Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens mit Ausnahme der außergerichtlichen Kosten des Beigeladenen, die dieser auf sich behält.

Tatbestand

 
Der Kläger, ein Nebenerwerbslandwirt, ist Eigentümer des mit einem Wohnhaus nebst Stall und Wirtschaftsgebäude bebauten Grundstücks, Flst.Nr. ... der Gemarkung ... Er wendet sich gegen die Errichtung einer Anlage zur biologischen Behandlung von nicht besonders überwachungsbedürftigen Abfällen - bestehend u.a. aus Fermenter und Vorschacht - (im Folgenden: Biogasanlage) sowie eines Güllelagers auf dem in östlicher Richtung - jenseits der ... Straße - gelegenen Grundstück, Flst.Nr. ... der Gemarkung ..., das im Eigentum des Beigeladenen steht. Der Beigeladene ist Vollerwerbslandwirt und bewirtschaftet 160 ha Land; er hält ca. 70 Kühe und 68 Stück Jungvieh. Die Biogasanlage soll mit den im Betrieb anfallenden landwirtschaftlichen Abfällen (Rindergülle und Festmist) sowie - unter anderem - kommunalem Grünschnitt betrieben werden. Der Standort der Anlage befindet sich vom Wohnhaus des Klägers aus in nordöstlicher Richtung, die Entfernung zwischen dem Wohnhaus und dem Güllelager, dem Fermenter und dem Vorschacht beträgt zwischen 70 m und 85 m. Der dörflich geprägte Ortskern der Ortschaft ... mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden beginnt etwa 150 m südlich des Anlagestandortes.
Im November 2002 beantragte der Beigeladene die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die dargestellte Biogasanlage nebst Güllelager. Mit Bescheid vom 19.12.2002 erteilte das Landratsamt Calw die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zur Errichtung der Biogasanlage, mit weiterem Bescheid vom 30.12.2002 die Baugenehmigung für das Güllelager mit Fermenter und Vorschacht. Mit Schreiben vom 20.01.2003 erhob der Kläger dagegen Widerspruch und forderte u.a. die Einholung eines Geruchsgutachtens. Daraufhin legte der Beigeladene eine gutachtliche Stellungnahme „zu den zu erwartenden Geruchsemissionen und nachbarschaftlichen Immissionen im Zusammenhang mit der geplanten Biogasanlage“ des TÜV Nord Umweltschutz vom 22.09.2003 vor. Unter dem 30.04.2004 ergänzte der TÜV Nord Umweltschutz seine Stellungnahme unter Berücksichtigung, dass eine vorhandene Güllegrube des Beigeladenen nicht - wie ursprünglich geplant - stillgelegt, sondern als Speicher für ausgegorenes Substrat der Biogasanlage genutzt wird. Daraufhin erteilte das Landratsamt Calw am 08.03.2004 dem Beigeladenen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb der dargestellten Biogasanlage sowie eines Güllelagers. Diese Genehmigung ersetzte die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vom 19.12.2002 sowie die baurechtliche Genehmigung vom 30.12.2002.
Am 07.04.2004 erhob der Kläger Widerspruch. Mit Widerspruchsbescheid vom 21.06.2004 ergänzte das Regierungspräsidium Karlsruhe die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamts Calw wie folgt:
Kommunaler Grünschnitt sollte möglichst frisch zur Anlage gebracht werden. Das Material ist unmittelbar nach Anlieferung in die geplante Vorgrube einzubringen. Die Anlieferung ist entsprechend abzustimmen. Sollte dies ausnahmsweise nicht möglich sein, sind geeignete Vorkehrungen zu treffen, dass es nicht zu Geruchsbelästigungen kommt (z.B. Abdeckung durch eine Folie).
Im Übrigen wurde der Widerspruch des Klägers zurückgewiesen. Im Bescheid hieß es u.a.: Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung verstoße nicht gegen die drittschützende Vorschrift des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG. Der Kläger könne sich in diesem Zusammenhang nicht auf die in der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft vom 24.07.2002 (im Folgenden: TA-Luft) enthaltene Abstandsregelung berufen, da mit der Abstandsregelung nicht der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geruchsimmissionen, sondern nur die Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen geregelt werde. Zudem finde die Mindestabstandsregelung der TA-Luft nur Anwendung, wenn die nächste Bebauung eine zusammenhängende Bebauung sei; vereinzelt im Außenbereich gelegene Hausgrundstücke - wie das des Klägers - seien von der Regelung nicht erfasst, diese Grundstücke seien gewissermaßen situationsbelastet. Die von der Biogasanlage ausgehenden Geruchsbelästigungen seien im Sinne des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG auch nicht als erheblich anzusehen. Nach Nr.3.3 der Geruchsimmissionsrichtlinie vom 13.05.1998 (GIRL) solle die Genehmigung für eine Anlage nicht wegen der Geruchsimmissionen versagt werden, wenn der von der zu beurteilenden Anlage zu erwartende Immissionsbeitrag auf keiner Beurteilungsfläche den Wert 0,02 überschreite. Bei Einhaltung dieses Wertes sei davon auszugehen, dass die Anlage die belästigende Wirkung der vorhandenen Belastung nicht relevant erhöhe. Der Wert 0,02 entspreche 2 % der Jahresstunden. Nach dem Gutachten des TÜV Nord Umweltschutz sei bei Beachtung gewisser Vorgaben davon auszugehen, dass sich am Wohnhaus des Klägers durch die geplante Anlage eine Immissionszusatzbelastung mit einem Geruchsstundenanteil von ca. 2 % der Jahresstunden ergebe. Hinzu komme, dass das Vorhaben und die landwirtschaftliche Hoffläche des Klägers beide im Außenbereich lägen. Nach Nr.5 der Geruchsimmissionsrichtlinie komme einzelnen Wohnhäusern im Außenbereich nicht der Schutzanspruch zu wie z.B. Wohngebieten. Dies müsse umso mehr gelten, wenn - wie hier - der Nachbar ebenfalls Tierhaltung mit entsprechenden Gerüchen habe.
Der Widerspruchsbescheid wurde dem Kläger am 25.06.2004 zugestellt.
Am 08.07.2004 hat der Kläger Klage erhoben.
Er trägt u.a. vor, die Biogasanlage und das Güllelager seien jedenfalls an dem geplanten Standort unzulässig, weil unzumutbare Beeinträchtigungen wegen der von den Anlagen ausgehenden Geruchsbelästigungen zu befürchten seien. Die Anlage unterschreite die erforderliche Mindestentfernung von 300 m bei weitem. Diese Soll-Regelung des Mindestabstandes zur nächstgelegenen Wohnbebauung sei vorliegend ein Muss-Tatbestand, da für die Unterschreitung ein Ausnahmefall nicht denkbar sei. Die Mindestabstandsregelung habe auch drittschützenden Charakter. Entgegen der Auffassung der Behörde gehörten sein Grundstück und das Grundstück des Beigeladenen auch dem Innenbereich an, die nähere Umgebung sei als Dorfgebiet zu qualifizieren. Sein Grundstück befinde sich westlich des Baugrundstücks und werde deshalb im Sommer vom Ostwind erreicht, d.h. zu einer Zeit, zu der die Geruchsimmissionen wegen der höheren Tages- und Nachttemperaturen am intensivsten seien. Schließlich sei auch die Auflage im Bescheid des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 21.06.2004 zu unbestimmt, um geeignete Vorkehrungen gegen die zu erwartenden unzumutbaren Belästigungen zu treffen.
Der Kläger beantragt,
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die dem Beigeladenen erteilte immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamts Calw vom 08.03.2004 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 21.06.2004 aufzuheben.
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Das beklagte Land beantragt,
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die Klage abzuweisen.
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Der mit Beschluss des Gerichts vom 06.04.2005 Beigeladene unterstützt den Antrag des beklagten Landes,
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ohne einen eigenen Antrag zu stellen.
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Die einschlägige Akten des Landratsamts Calw und des Regierungspräsidiums Karlsruhe (jeweils 1 Band) sowie der Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbands ... liegen vor. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts wird auf diese Akten und die zwischen den Beteiligten im Klageverfahren gewechselten Schriftsätze verwiesen (§ 117 Abs.3 Satz 2 VwGO).

Entscheidungsgründe

 
16 
Die form- und fristgerecht nach Durchführung eines Vorverfahrens erhobene Drittanfechtungsklage ist zulässig, jedoch in der Sache nicht begründet.
17 
Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamts Calw vom 08.03.2004 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 21.06.2004 ist rechtmäßig und verletzt den Kläger jedenfalls nicht in subjektiv-öffentlichen Nachbarrechten (§ 113 Abs.1 Satz 1 VwGO).
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Dem Beigeladenen ist zu Recht für die streitgegenständliche Biogasanlage einschließlich eines Güllelagers mit Fermenter und Vorschacht die immissionsschutzrechtliche Genehmigung im vereinfachten Verfahren erteilt worden (§§ 4, 19 BImSchG i.V.m. § 2 Abs.1 Nr.2 der 4.BImSchV und Nr.8.6 b, Spalte 2 des Anhangs zur 4. BImSchV). Gemäß § 6 Abs.1 BImSchG ist die Genehmigung zu erteilen, wenn u.a. erstens sichergestellt ist, dass die sich aus § 5 BImSchG ergebenden Pflichten erfüllt werden, und zweitens andere öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen. Der Kläger kann allerdings nur die Verletzung solcher Vorschriften geltend machen, die ihrer Zweckbestimmung nach - zumindest auch - dem Nachbarschutz dienen. Nachbarschutz kommt insoweit allein der Vorschrift des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG zu. Danach sind genehmigungsbedürftige Anlagen so zu errichten und zu betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft nicht hervorgerufen werden können. Ausgehend von diesen gesetzlichen Vorgaben kann sich der Kläger im Hinblick auf die von der Anlage ausgehenden Geruchsbelästigungen nicht mit Erfolg auf die drittschützende Vorschrift des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG berufen.
19 
1. Entgegen der Ansicht des Klägers kann er sich im Rahmen des Schutzgrundsatzes nach § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG zunächst nicht darauf berufen, dass die Biogasanlage den in der TA-Luft vom 24.07.2002 vorgeschriebenen Mindestabstands zu nächsten Wohnbebauung nicht einhält. Zwar soll bei Anlagen wie der streitgegenständlichen nach Nr.5.4.8.6.1 a ein Mindestabstand von 300 m zur nächsten vorhandenen oder in einem Bebauungsplan festgesetzten Wohnbebauung nicht unterschritten werden. Obwohl diese Regelung auch auf das Schutzbedürfnis der Nachbarschaft abstellt, dient sie - wie sich bereits aus der systematischen Stellung unter Nr. 5 „Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen“ ergibt - nicht der Konkretisierung des Schutzgrundsatzes, sondern ausschließlich der Einhaltung des Vorsorgegebotes dienen (vgl. Hansmann, NVwZ 1999, 1158, 1159). Zwar kann davon ausgegangen werden, dass bei Einhaltung des Mindestabstandes unter „normalen“ Verhältnissen keine erheblichen Geruchsbelästigungen auftreten und es in diesem Fall keiner weiteren Untersuchungen mehr bedarf. Ein generelles Bewertungskriterium für Geruchsimmissionen kann hieraus jedoch nicht hergeleitet werden, insbesondere nicht für den hier vorliegenden - umgekehrten - Fall einer Unterschreitung des vorgesehenen Mindestabstands. Die TA-Luft legt unter Nr.1 „Anwendungsbereich“ im dritten Absatz selbst fest, dass der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geruchsimmissionen in dieser Verwaltungsvorschrift nicht geregelt wird, sondern nur die Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Geruchsemissionen. Diese Klarstellung ist deshalb aufgenommen worden, weil die Regelung der Geruchsproblematik bei der Erstellung der TA-Luft besonders umstritten war. Ein Arbeitspapier vom 08.12.2000, das mit Vertretern der Wirtschaft und der Umweltverbände erörtert worden ist, sah einen Anhang zur TA-Luft vor, in dem die Anforderungen zum Schutz vor Geruchsimmissionen in Anlehnung an die Geruchsimmissionsrichtlinie des Länderausschusses für Immissionsschutz festgelegt werden sollten. Eine solche Regelung wurde jedoch von den Vertretern der Industrie- und der Landwirtschaft strikt abgelehnt. Um das Vorhaben einer Novellierung der TA-Luft nicht insgesamt zu gefährden, wurden die Vorschriften zur Bewertung von Geruchsimmissionen aus dem Regelwerk herausgenommen und zugleich deutlich gemacht, dass hier eine Regelungslücke vorliegt (vgl. zum Ganzen: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, Band 2, Nr.1 TA-Luft Rd.Nr.8). Diese Regelungslücke zur Geruchsproblematik in der TA-Luft bedeutet folglich, dass es in diesem Bereich keine bundesweit verbindliche Normkonkretisierung gibt und dass die Behörden und Gerichte deshalb auf andere Erkenntnisquellen zurückgreifen müssen (Landmann/Rohmer, aaO.). Vor diesem Hintergrund geben die in der TA-Luft geregelten Mindestabstände zur Konkretisierung der Schutzpflicht und damit zur Konkretisierung dessen, was dem Kläger zugemutet werden kann, nichts her.
20 
Deshalb kann auch offen bleiben, ob das im Außenbereich gelegene Hausgrundstück des Klägers überhaupt als „nächste vorhandene Wohnbebauung“ im Sinne von Nr.5.4.8.6.1 der TA-Luft angesehen werden kann bzw. ob auf ein gewissermaßen situationsbelastetes Außenbereichsgrundstück der darin vorgesehene Mindestabstand überhaupt Anwendung findet.
21 
2. Zutreffend hat die Immissionsschutzbehörde zur Bewertung der Erheblichkeit der von der streitgegenständlichen Anlage ausgehenden Geruchsbelästigungen die Geruchsimmissionsrichtlinie vom 13.05.1998 (GIRL) herangezogen, die in Baden-Württemberg verbindlich eingeführt wurde (vgl. dazu Hansmann, aaO., 1160). Zwar ist diese Geruchsimmissionsrichtlinie keine normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift im Sinne der §§ 48, 51 BImSchG, weil sie nicht nach den dort vorgesehenen besonderen Verfahrensvorschriften von der Bundesregierung erlassen worden ist. Dies schließt es indessen nicht aus, die Geruchsimmissionsrichtlinie als Entscheidungshilfe (vgl. BGH, Urt. v. 21.06.2001 - III ZR 313/99 -, NJW 2001, 3054; OVG Münster, Urt. v. 19.02.2002 - 10 aD 133/00.NE -; Landmann/Rohmer, aaO.) bzw. als antizipierte Sachverständigengutachten (so Hansmann, aaO., 1160) anzusehen. Nach Auffassung des Gerichts kann die Geruchsimmissionsrichtlinie jedenfalls dann der Beurteilung zugrunde gelegt werden, wenn kein atypischer Sachverhalt vorliegt, der die in der Richtlinie festgelegten Maßstäbe in Frage stellt bzw. der „neue Fragen“ aufwirft, die mit dem bisherigen Regelwerk nicht zu bewältigen sind. Solche atypischen Umstände hat der Kläger jedoch nicht vorgetragen und sie sind für das Gericht auch ansonsten nicht ersichtlich.
22 
a) Davon ausgehend durfte sich die Behörde bei der Beurteilung der von der Biogasanlage ausgehenden Geruchsbelästigungen maßgeblich auf die gutachtlichen Stellungnahmen des TÜV Nord Umweltschutz vom 22.09.2003 und 30.04.2004 stützen, weil der Gutachter in nicht zu beanstandender Weise seiner Bewertung die Geruchsimmissionsrichtlinie zugrunde gelegt hat. Vor diesem Hintergrund ist mit dem Gutachter davon auszugehen, dass von der geplanten Anlage keine erheblichen Belästigungen im Sinne des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG ausgehen. Der Gutachter hat im Rahmen der „Regelfallprüfung“ nach der Geruchsimmissionsrichtlinie (vgl. Nr.3 und Nr.4) entscheidungserheblich auf Nr.3.3 „Erheblichkeit der Immissionsbeiträge“ abgestellt. Danach soll die Genehmigung für eine Anlage auch bei Überschreitung der Immissionswerte der GIRL nicht wegen der Geruchsimmissionen versagt werden, wenn der von der zu beurteilenden Anlage zu erwartende Immissionsbeitrag (Kenngröße der zu erwartenden Zusatzbelastung) auf keiner Beurteilungsfläche den Wert 0,02 überschreitet. Bei Einhaltung dieses Wertes ist davon auszugehen, dass die Anlage die belästigende Wirkung der vorhandenen Belastung nicht relevant erhöht (Irrelevanz der zu erwartenden Zusatzbelastung). Diese sog. Irrelevanzklausel - auch die TA-Luft und die TA-Lärm kennen solche Irrelevanzklauseln - ist nach Auffassung des Gerichts nicht zu beanstanden. Durch die gesetzlich geforderte Gesamtbetrachtung aller an einem Einwirkungsort auftretenden Geruchsimmissionen stellt sich die Frage, wann die zu beurteilende Anlage zu der maßgebend von anderen Anlagen bestimmten Gesamtbelastung kausal beiträgt. Der Begriffsinhalt der schädlichen Umwelteinwirkungen ist nicht zahlenmäßig (die Immissionswerte sind insoweit nur Entscheidungshilfen), sondern qualitativ zu bestimmen. Dies bedeutet, dass ein Immissionsbeitrag nur dann als kausal angesehen werden kann, wenn er geeignet ist, die belästigende Wirkung der Gesamtbelastung relevant zu erhöhen. Davon ausgehend heißt es im Gutachten hinsichtlich der Relevanz der von der Anlage des Beigeladenen ausgehenden Geruchsbelästigungen u.a. wörtlich:
23 
Im vorliegenden Fall sind am nächstgelegenen Nachbarwohnhaus (= Wohnhaus des Klägers) Einträge bei nordöstlichem Wind und am Dorfrand bei nördlichem Wind zu erwarten. Aus den vorgenannten Betrachtungen wird die Windrichtungshäufigkeit von der Anlage zum nächstgelegenen Nachbarwohnhaus konservativ mit 20 % angenommen, zum Dorf mit 15 % der Jahresstunden.
24 
Aus der Betrachtung der Immissionsquellen ergibt sich, dass im ordnungsgemäßen Betrieb nur durch den Umschlag von Grünschnitt und   Silage, die geöffnete Vorgrube und den Homogenisierungsvorgang relevante Emissionen erwartet werden. Die Zeiten für diese Vorgänge wurden mit ca. 2,5 Stunden pro Tag abgeschätzt. Das heißt, diese Emissionen sind in rund 1/10 der Jahresstunden zu erwarten.
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Bei in rund 10 % der Jahresstunden aktiven Quellen und einer konservativ auf 20 % abgeschätzten Häufigkeit der Windrichtung ergibt sich am nächstgelegenen Wohnhaus ein Geruchsstundenanteil von ca. 2 % der Jahresstunden.
26 
Eine Geruchsimmissionszusatzbelastung - gekennzeichnet durch einen Geruchsstundenanteil von 2 % der Jahresstunden - ist nach dem Bewertungsmaßstab Geruchsimmissionsrichtlinie als irrelevant einzustufen.
27 
Das Gericht schließt sich diesen nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen voll inhaltlich an und macht sie sich zu eigen. Das Gutachten beruht auf sorgfältiger Befunderhebung, ist widerspruchsfrei und hinreichend detailliert begründet. Im Gutachten werden die einzelnen Emissionsquellen und ihre tägliche Dauer ausreichend und nachvollziehbar dargelegt. Gleiches gilt für die Beurteilung der „Windrichtung“; danach hat der Kläger nur in etwa 20 % der Jahresstunden mit östlichen Winden, bei denen er den Gerüchen aus der Anlage des Beigeladenen ausgesetzt ist, zu rechnen. Schließlich hat der Gutachter unter Berücksichtigung der von ihm erhobenen Tatsachen in nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass am Wohnhaus des Klägers der „irrelevante“ Geruchsstundenanteil von 2 % der Jahresstunden nicht überschritten wird.
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Die vorhandenen Erkenntnisse zur entscheidungserheblichen Frage der Irrelevanzklausel im Sinne von Nr.3.3 der Geruchsimmissionsrichtlinie reichen zur Überzeugungsbildung aus, der Einholung eines weiteren Sachverständigengutachtens bedarf es damit nicht. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Kläger keine durchgreifenden Einwendungen gegen die gutachterlichen Stellungnahmen vorgebracht hat. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang sein Einwand, östliche Winde erreichten sein Grundstück vor allem im Sommer, d.h. zu einer Zeit, zu der die Geruchsbelästigungen wegen der höheren Tages- und Nachttemperaturen am intensivsten seien. Dabei kann dahinstehen, ob die Behauptung des Klägers, im Sommer herrsche öfters Ostwind als zu anderen Jahreszeiten überhaupt zutrifft. Jedenfalls kommt es nach der maßgeblichen Regelung in Nr.3.3 der Geruchsimmissionsrichtlinie lediglich darauf an, dass der zu beurteilende Immissionsbeitrag einen Wert von 2 % der Jahresstunden nicht überschreitet. Eine weitere Aufschlüsselung dieses Werts nach verschiedenen Jahreszeiten oder gar nach Hedonik und Intensität der Gerüche ist in der Geruchsimmissionsrichtlinie gerade nicht vorgesehen. Denn dafür fehlen bislang ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse (vgl. Hansmann, aaO., 1162).
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b) Auch der weitere Vortrag des Klägers, der Beigeladene sei aufgrund seines bisherigen Verhaltens als Landwirt „unzuverlässig“ und nicht in der Lage, die Biogasanlage ordnungsgemäß zu betreiben, stellt die Bewertung des Gutachters nicht in Frage. Die gutachterliche Stellungnahme vom 22.09.2003 geht bei ihrer Bewertung in nicht zu beanstandender Weise von einem ordnungsgemäßen Normalbetrieb der Anlage aus. Abweichungen hiervon berechtigen die zuständige Behörde dazu, nachträgliche Anordnungen nach § 17 BImSchG zu treffen; dies ergibt sich auch aus Ziff.IV 3 der dem Beigeladenen unter dem 08.03.2004 erteilten Genehmigung.
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c) Auch die vom Regierungspräsidium Karlsruhe unter dem 21.06.2004 getroffene Auflage hinsichtlich der Anlieferung und Lagerung des in der Anlage benötigten Grünschnitts stellt die Genehmigungsfähigkeit der Anlage nicht in Frage. Zwar erscheint die Formulierung „Kommunaler Grünschnitt soll möglichst frisch zur Anlage gebracht werden“ nur schwer bestimm- und damit vollstreckbar. Allerdings basiert die gutachterliche Stellungnahme maßgeblich darauf, dass relevante Emissionen nur an 2,5 Stunden pro Tag zu erwarten sind; die „Frische“ des Kommunalen Grünschnitts spielt aber für diese Beurteilung gerade keine Rolle, sie ist nur für die Hedonik und Intensität der Gerüche entscheidend. Darauf kommt es aber nach der Geruchsimmissionsrichtlinie - wie oben dargelegt - nicht an. Darüber hinaus ist auch in diesem Zusammenhang anzumerken, eine Nachbesserung in Form nachträglicher Auflagen nach § 17 BImSchG ist jederzeit möglich. Die weiteren Auflagen im Widerspruchsbescheid vom 21.06.2004, „dass der Grünschnitt unmittelbar nach Anlieferung in die geplante Vorgrube einzubringen und außerhalb gelagertes Material - etwa durch Folien - abzudecken ist“, ist als ausreichend bestimmt und damit als vollstreckbar zu qualifizieren.
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d) Fehl geht auch der Einwand des Klägers, die Genehmigung sei schon deshalb rechtswidrig, weil der Beigeladenen - wie er in der mündlichen Verhandlung dargelegt habe - keine Vorgrube mehr, sondern inzwischen einen Feststoffdosierer plane, in dem die in der Biogasanlage zu verarbeitenden Materialien zwischengelagert und nach und nach selbständig zur Anlage transportiert würden. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist ausschließlich die Biogasanlage, wie sie vom Beigeladenen ursprünglich geplant und zum Gegenstand der Genehmigung gemacht wurde. Die geplante Änderung im Betriebsablauf ist entweder als wesentliche Änderung im Sinne des § 16 Abs.1 BImSchG zu qualifizieren mit der Folge, dass der Beigeladene insoweit eine Nachtragsgenehmigung benötigt. Ansonsten hat er die Betriebsänderung jedenfalls nach § 15 BImSchG der zuständigen Behörde schriftlich anzuzeigen. Ohne dass es rechtlich darauf ankommt, weist das Gericht in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass die vom Beigeladenen geplante Änderung des Betriebsablaufs - so jedenfalls die gutachterliche Stellungnahme vom 22.09.2003 - wohl zu weniger Emissionen führen und sich die Situation damit für den Kläger verbessern wird.
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3. Der Errichtung und der Betrieb der Biogasanlage stehen auch andere öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegen (§ 6 Abs.1 Nr.2 BImSchG). Der Kläger kann sich in diesem Zusammenhang insbesondere nicht mit Erfolg darauf berufen, das Grundstück des Beigeladenen und sein eigenes lägen im Innenbereich, die Nutzungsart sei als Dorfgebiet zu qualifizieren und der Betrieb der Anlage verstoße gegen das bauplanungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme. Im Einzelnen:
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Der Standort der geplanten Biogasanlage nimmt nicht am Bebauungszusammenhang des südlich gelegenen - jenseits der K ... - ... teil, sondern liegt außerhalb des Bebauungsabschlusses. Sowohl die landwirtschaftliche Hofstelle des Beigeladenen als auch die Hofstelle des Klägers sind als privilegierte Vorhaben im Sinne des § 35 Abs.1 Nr.1 BauGB zu qualifizieren. Erst recht liegt die sich nördlich an das Anwesen des Beigeladenen anschließende Biogasanlage im Außenbereich. Die Anlage ist in östlicher, nördlicher und westlicher Richtung - ringsum - von Freiflächen umgeben. Der Kläger ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass der Bebauungszusammenhang unabhängig von den Grundstücksgrenzen grundsätzlich unmittelbar hinter dem letzten Gebäude, das noch zur zusammenhängenden Bebauung gehört (BVerwG, Beschl. v. 02.03.2000 - 4 B 15.00 -, BauR 2000, 1310), endet. Ausnahmsweise sind zwar solche Grundstücke zum Innenbereich zu zählen, die hinter dem letzten Grundstück des Bebauungszusammenhangs liegen, aber von der freien Landschaft durch ein eindeutig sichtbares Hindernis (Straße, Fluss, Eisenbahn, höhe Böschung) getrennt sind, so dass diese Fläche zwischen dem letzten Gebäude und dem Hindernis von der Verkehrsanschauung noch zum Innenbereich gezählt wird; eine solche Zäsur liegt aber im Bereich der geplanten Biogasanlage gerade nicht vor.
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Liegt das Bauvorhaben danach im Außenbereich, bedarf es auch keiner Entscheidung, ob es nach § 35 Abs.1 BauGB privilegiert ist; bei der Biogasanlage könnte es sich um eine „mitgezogene“ landwirtschaftliche Tätigkeit nach § 35 Abs.1 Nr.1 BauGB handeln (vgl. dazu VG Arnsberg, Beschl. v. 04.12.1998 - 4 L 1898/98 -, NVwZ-RR 2000, 12), auch könnte die Anlage wegen ihrer nachteiligen Wirkung auf die Umgebung nach § 35 Abs.1 Nr.4 BauGB privilegiert sein. Unabhängig von der Frage, ob überhaupt bzw. nach welcher Vorschrift die Anlage privilegiert ist, führt sie jedenfalls nicht dazu, dass der Kläger in nachbarschützenden Rechten beeinträchtigt wird. Zunächst wird die Privilegierung des landwirtschaftlichen Betriebs des Klägers durch die zusätzliche Biogasanlage in keiner Weise in Frage gestellt (vgl. zu diesem Aspekt des Nachbarschutzes: Dürr, Baurecht Baden-Württemberg, 11.Aufl., Rd.Nr.275). Soweit es um Geruchsbelästigungen geht, überschreitet die Biogasanlage ebenfalls nicht die Schwelle zur Rücksichtslosigkeit im Sinne des Bauplanungsrechts. Dies ergibt sich bereits aus den obigen Ausführungen hinsichtlich der Irrelevanz der Geruchsbelästigungen. Denn das baurechtliche Rücksichtnahmegebot begründet gegenüber schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs.1 BImSchG keine andersartigen oder über den Rahmen des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG hinausgehenden subjektiven Abwehrrechte des Nachbarn (vgl. BVerwG, Urt. v. 30.09.1983 - 4 C 74/78 -, BVerwGE 68, 58). Halten sich die Immissionen - wie hier - in den Grenzen des der Nachbarschaft gemäß § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG Zumutbaren, so erweisen sie sich auch unter dem Aspekt der baurechtlich gebotenen Rücksichtnahme als zumutbar.
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Selbst wenn man mit dem Kläger davon ausgehen würde, das Vorhaben des Beigeladenen und sein eigenes Grundstück lägen in einem faktischen Dorfgebiet, würde sich die Biogasanlage ebenfalls nicht als rücksichtslos erweisen. Nach § 5 Abs.1 BauNVO dienen Dorfgebiete gleichermaßen landwirtschaftlichen Betrieben, dem Wohnen und der Unterbringung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben. Vor dem Hintergrund der gutachterlichen Stellungnahmen des TÜV Nord Umweltschutz treten durch das Bauvorhaben jedenfalls keine wesentlichen Störungen auf, die Nutzungsart wäre auch in einem Dorfgebiet grundsätzlich zulässig.
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Die Kostenentscheidung zu Lasten des Klägers beruht auf den Vorschriften der §§ 161 Abs.1, 154 Abs.1 VwGO. Die Entscheidung über die Kostentragung des Beigeladenen, der keinen eigenen Antrag gestellt hat, beruht auf § 162 Abs.3 VwGO. Von einer Entscheidung nach § 167 Abs.2 VwGO wird abgesehen.

Gründe

 
16 
Die form- und fristgerecht nach Durchführung eines Vorverfahrens erhobene Drittanfechtungsklage ist zulässig, jedoch in der Sache nicht begründet.
17 
Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamts Calw vom 08.03.2004 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 21.06.2004 ist rechtmäßig und verletzt den Kläger jedenfalls nicht in subjektiv-öffentlichen Nachbarrechten (§ 113 Abs.1 Satz 1 VwGO).
18 
Dem Beigeladenen ist zu Recht für die streitgegenständliche Biogasanlage einschließlich eines Güllelagers mit Fermenter und Vorschacht die immissionsschutzrechtliche Genehmigung im vereinfachten Verfahren erteilt worden (§§ 4, 19 BImSchG i.V.m. § 2 Abs.1 Nr.2 der 4.BImSchV und Nr.8.6 b, Spalte 2 des Anhangs zur 4. BImSchV). Gemäß § 6 Abs.1 BImSchG ist die Genehmigung zu erteilen, wenn u.a. erstens sichergestellt ist, dass die sich aus § 5 BImSchG ergebenden Pflichten erfüllt werden, und zweitens andere öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen. Der Kläger kann allerdings nur die Verletzung solcher Vorschriften geltend machen, die ihrer Zweckbestimmung nach - zumindest auch - dem Nachbarschutz dienen. Nachbarschutz kommt insoweit allein der Vorschrift des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG zu. Danach sind genehmigungsbedürftige Anlagen so zu errichten und zu betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft nicht hervorgerufen werden können. Ausgehend von diesen gesetzlichen Vorgaben kann sich der Kläger im Hinblick auf die von der Anlage ausgehenden Geruchsbelästigungen nicht mit Erfolg auf die drittschützende Vorschrift des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG berufen.
19 
1. Entgegen der Ansicht des Klägers kann er sich im Rahmen des Schutzgrundsatzes nach § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG zunächst nicht darauf berufen, dass die Biogasanlage den in der TA-Luft vom 24.07.2002 vorgeschriebenen Mindestabstands zu nächsten Wohnbebauung nicht einhält. Zwar soll bei Anlagen wie der streitgegenständlichen nach Nr.5.4.8.6.1 a ein Mindestabstand von 300 m zur nächsten vorhandenen oder in einem Bebauungsplan festgesetzten Wohnbebauung nicht unterschritten werden. Obwohl diese Regelung auch auf das Schutzbedürfnis der Nachbarschaft abstellt, dient sie - wie sich bereits aus der systematischen Stellung unter Nr. 5 „Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen“ ergibt - nicht der Konkretisierung des Schutzgrundsatzes, sondern ausschließlich der Einhaltung des Vorsorgegebotes dienen (vgl. Hansmann, NVwZ 1999, 1158, 1159). Zwar kann davon ausgegangen werden, dass bei Einhaltung des Mindestabstandes unter „normalen“ Verhältnissen keine erheblichen Geruchsbelästigungen auftreten und es in diesem Fall keiner weiteren Untersuchungen mehr bedarf. Ein generelles Bewertungskriterium für Geruchsimmissionen kann hieraus jedoch nicht hergeleitet werden, insbesondere nicht für den hier vorliegenden - umgekehrten - Fall einer Unterschreitung des vorgesehenen Mindestabstands. Die TA-Luft legt unter Nr.1 „Anwendungsbereich“ im dritten Absatz selbst fest, dass der Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geruchsimmissionen in dieser Verwaltungsvorschrift nicht geregelt wird, sondern nur die Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Geruchsemissionen. Diese Klarstellung ist deshalb aufgenommen worden, weil die Regelung der Geruchsproblematik bei der Erstellung der TA-Luft besonders umstritten war. Ein Arbeitspapier vom 08.12.2000, das mit Vertretern der Wirtschaft und der Umweltverbände erörtert worden ist, sah einen Anhang zur TA-Luft vor, in dem die Anforderungen zum Schutz vor Geruchsimmissionen in Anlehnung an die Geruchsimmissionsrichtlinie des Länderausschusses für Immissionsschutz festgelegt werden sollten. Eine solche Regelung wurde jedoch von den Vertretern der Industrie- und der Landwirtschaft strikt abgelehnt. Um das Vorhaben einer Novellierung der TA-Luft nicht insgesamt zu gefährden, wurden die Vorschriften zur Bewertung von Geruchsimmissionen aus dem Regelwerk herausgenommen und zugleich deutlich gemacht, dass hier eine Regelungslücke vorliegt (vgl. zum Ganzen: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, Band 2, Nr.1 TA-Luft Rd.Nr.8). Diese Regelungslücke zur Geruchsproblematik in der TA-Luft bedeutet folglich, dass es in diesem Bereich keine bundesweit verbindliche Normkonkretisierung gibt und dass die Behörden und Gerichte deshalb auf andere Erkenntnisquellen zurückgreifen müssen (Landmann/Rohmer, aaO.). Vor diesem Hintergrund geben die in der TA-Luft geregelten Mindestabstände zur Konkretisierung der Schutzpflicht und damit zur Konkretisierung dessen, was dem Kläger zugemutet werden kann, nichts her.
20 
Deshalb kann auch offen bleiben, ob das im Außenbereich gelegene Hausgrundstück des Klägers überhaupt als „nächste vorhandene Wohnbebauung“ im Sinne von Nr.5.4.8.6.1 der TA-Luft angesehen werden kann bzw. ob auf ein gewissermaßen situationsbelastetes Außenbereichsgrundstück der darin vorgesehene Mindestabstand überhaupt Anwendung findet.
21 
2. Zutreffend hat die Immissionsschutzbehörde zur Bewertung der Erheblichkeit der von der streitgegenständlichen Anlage ausgehenden Geruchsbelästigungen die Geruchsimmissionsrichtlinie vom 13.05.1998 (GIRL) herangezogen, die in Baden-Württemberg verbindlich eingeführt wurde (vgl. dazu Hansmann, aaO., 1160). Zwar ist diese Geruchsimmissionsrichtlinie keine normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift im Sinne der §§ 48, 51 BImSchG, weil sie nicht nach den dort vorgesehenen besonderen Verfahrensvorschriften von der Bundesregierung erlassen worden ist. Dies schließt es indessen nicht aus, die Geruchsimmissionsrichtlinie als Entscheidungshilfe (vgl. BGH, Urt. v. 21.06.2001 - III ZR 313/99 -, NJW 2001, 3054; OVG Münster, Urt. v. 19.02.2002 - 10 aD 133/00.NE -; Landmann/Rohmer, aaO.) bzw. als antizipierte Sachverständigengutachten (so Hansmann, aaO., 1160) anzusehen. Nach Auffassung des Gerichts kann die Geruchsimmissionsrichtlinie jedenfalls dann der Beurteilung zugrunde gelegt werden, wenn kein atypischer Sachverhalt vorliegt, der die in der Richtlinie festgelegten Maßstäbe in Frage stellt bzw. der „neue Fragen“ aufwirft, die mit dem bisherigen Regelwerk nicht zu bewältigen sind. Solche atypischen Umstände hat der Kläger jedoch nicht vorgetragen und sie sind für das Gericht auch ansonsten nicht ersichtlich.
22 
a) Davon ausgehend durfte sich die Behörde bei der Beurteilung der von der Biogasanlage ausgehenden Geruchsbelästigungen maßgeblich auf die gutachtlichen Stellungnahmen des TÜV Nord Umweltschutz vom 22.09.2003 und 30.04.2004 stützen, weil der Gutachter in nicht zu beanstandender Weise seiner Bewertung die Geruchsimmissionsrichtlinie zugrunde gelegt hat. Vor diesem Hintergrund ist mit dem Gutachter davon auszugehen, dass von der geplanten Anlage keine erheblichen Belästigungen im Sinne des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG ausgehen. Der Gutachter hat im Rahmen der „Regelfallprüfung“ nach der Geruchsimmissionsrichtlinie (vgl. Nr.3 und Nr.4) entscheidungserheblich auf Nr.3.3 „Erheblichkeit der Immissionsbeiträge“ abgestellt. Danach soll die Genehmigung für eine Anlage auch bei Überschreitung der Immissionswerte der GIRL nicht wegen der Geruchsimmissionen versagt werden, wenn der von der zu beurteilenden Anlage zu erwartende Immissionsbeitrag (Kenngröße der zu erwartenden Zusatzbelastung) auf keiner Beurteilungsfläche den Wert 0,02 überschreitet. Bei Einhaltung dieses Wertes ist davon auszugehen, dass die Anlage die belästigende Wirkung der vorhandenen Belastung nicht relevant erhöht (Irrelevanz der zu erwartenden Zusatzbelastung). Diese sog. Irrelevanzklausel - auch die TA-Luft und die TA-Lärm kennen solche Irrelevanzklauseln - ist nach Auffassung des Gerichts nicht zu beanstanden. Durch die gesetzlich geforderte Gesamtbetrachtung aller an einem Einwirkungsort auftretenden Geruchsimmissionen stellt sich die Frage, wann die zu beurteilende Anlage zu der maßgebend von anderen Anlagen bestimmten Gesamtbelastung kausal beiträgt. Der Begriffsinhalt der schädlichen Umwelteinwirkungen ist nicht zahlenmäßig (die Immissionswerte sind insoweit nur Entscheidungshilfen), sondern qualitativ zu bestimmen. Dies bedeutet, dass ein Immissionsbeitrag nur dann als kausal angesehen werden kann, wenn er geeignet ist, die belästigende Wirkung der Gesamtbelastung relevant zu erhöhen. Davon ausgehend heißt es im Gutachten hinsichtlich der Relevanz der von der Anlage des Beigeladenen ausgehenden Geruchsbelästigungen u.a. wörtlich:
23 
Im vorliegenden Fall sind am nächstgelegenen Nachbarwohnhaus (= Wohnhaus des Klägers) Einträge bei nordöstlichem Wind und am Dorfrand bei nördlichem Wind zu erwarten. Aus den vorgenannten Betrachtungen wird die Windrichtungshäufigkeit von der Anlage zum nächstgelegenen Nachbarwohnhaus konservativ mit 20 % angenommen, zum Dorf mit 15 % der Jahresstunden.
24 
Aus der Betrachtung der Immissionsquellen ergibt sich, dass im ordnungsgemäßen Betrieb nur durch den Umschlag von Grünschnitt und   Silage, die geöffnete Vorgrube und den Homogenisierungsvorgang relevante Emissionen erwartet werden. Die Zeiten für diese Vorgänge wurden mit ca. 2,5 Stunden pro Tag abgeschätzt. Das heißt, diese Emissionen sind in rund 1/10 der Jahresstunden zu erwarten.
25 
Bei in rund 10 % der Jahresstunden aktiven Quellen und einer konservativ auf 20 % abgeschätzten Häufigkeit der Windrichtung ergibt sich am nächstgelegenen Wohnhaus ein Geruchsstundenanteil von ca. 2 % der Jahresstunden.
26 
Eine Geruchsimmissionszusatzbelastung - gekennzeichnet durch einen Geruchsstundenanteil von 2 % der Jahresstunden - ist nach dem Bewertungsmaßstab Geruchsimmissionsrichtlinie als irrelevant einzustufen.
27 
Das Gericht schließt sich diesen nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen voll inhaltlich an und macht sie sich zu eigen. Das Gutachten beruht auf sorgfältiger Befunderhebung, ist widerspruchsfrei und hinreichend detailliert begründet. Im Gutachten werden die einzelnen Emissionsquellen und ihre tägliche Dauer ausreichend und nachvollziehbar dargelegt. Gleiches gilt für die Beurteilung der „Windrichtung“; danach hat der Kläger nur in etwa 20 % der Jahresstunden mit östlichen Winden, bei denen er den Gerüchen aus der Anlage des Beigeladenen ausgesetzt ist, zu rechnen. Schließlich hat der Gutachter unter Berücksichtigung der von ihm erhobenen Tatsachen in nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass am Wohnhaus des Klägers der „irrelevante“ Geruchsstundenanteil von 2 % der Jahresstunden nicht überschritten wird.
28 
Die vorhandenen Erkenntnisse zur entscheidungserheblichen Frage der Irrelevanzklausel im Sinne von Nr.3.3 der Geruchsimmissionsrichtlinie reichen zur Überzeugungsbildung aus, der Einholung eines weiteren Sachverständigengutachtens bedarf es damit nicht. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Kläger keine durchgreifenden Einwendungen gegen die gutachterlichen Stellungnahmen vorgebracht hat. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang sein Einwand, östliche Winde erreichten sein Grundstück vor allem im Sommer, d.h. zu einer Zeit, zu der die Geruchsbelästigungen wegen der höheren Tages- und Nachttemperaturen am intensivsten seien. Dabei kann dahinstehen, ob die Behauptung des Klägers, im Sommer herrsche öfters Ostwind als zu anderen Jahreszeiten überhaupt zutrifft. Jedenfalls kommt es nach der maßgeblichen Regelung in Nr.3.3 der Geruchsimmissionsrichtlinie lediglich darauf an, dass der zu beurteilende Immissionsbeitrag einen Wert von 2 % der Jahresstunden nicht überschreitet. Eine weitere Aufschlüsselung dieses Werts nach verschiedenen Jahreszeiten oder gar nach Hedonik und Intensität der Gerüche ist in der Geruchsimmissionsrichtlinie gerade nicht vorgesehen. Denn dafür fehlen bislang ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse (vgl. Hansmann, aaO., 1162).
29 
b) Auch der weitere Vortrag des Klägers, der Beigeladene sei aufgrund seines bisherigen Verhaltens als Landwirt „unzuverlässig“ und nicht in der Lage, die Biogasanlage ordnungsgemäß zu betreiben, stellt die Bewertung des Gutachters nicht in Frage. Die gutachterliche Stellungnahme vom 22.09.2003 geht bei ihrer Bewertung in nicht zu beanstandender Weise von einem ordnungsgemäßen Normalbetrieb der Anlage aus. Abweichungen hiervon berechtigen die zuständige Behörde dazu, nachträgliche Anordnungen nach § 17 BImSchG zu treffen; dies ergibt sich auch aus Ziff.IV 3 der dem Beigeladenen unter dem 08.03.2004 erteilten Genehmigung.
30 
c) Auch die vom Regierungspräsidium Karlsruhe unter dem 21.06.2004 getroffene Auflage hinsichtlich der Anlieferung und Lagerung des in der Anlage benötigten Grünschnitts stellt die Genehmigungsfähigkeit der Anlage nicht in Frage. Zwar erscheint die Formulierung „Kommunaler Grünschnitt soll möglichst frisch zur Anlage gebracht werden“ nur schwer bestimm- und damit vollstreckbar. Allerdings basiert die gutachterliche Stellungnahme maßgeblich darauf, dass relevante Emissionen nur an 2,5 Stunden pro Tag zu erwarten sind; die „Frische“ des Kommunalen Grünschnitts spielt aber für diese Beurteilung gerade keine Rolle, sie ist nur für die Hedonik und Intensität der Gerüche entscheidend. Darauf kommt es aber nach der Geruchsimmissionsrichtlinie - wie oben dargelegt - nicht an. Darüber hinaus ist auch in diesem Zusammenhang anzumerken, eine Nachbesserung in Form nachträglicher Auflagen nach § 17 BImSchG ist jederzeit möglich. Die weiteren Auflagen im Widerspruchsbescheid vom 21.06.2004, „dass der Grünschnitt unmittelbar nach Anlieferung in die geplante Vorgrube einzubringen und außerhalb gelagertes Material - etwa durch Folien - abzudecken ist“, ist als ausreichend bestimmt und damit als vollstreckbar zu qualifizieren.
31 
d) Fehl geht auch der Einwand des Klägers, die Genehmigung sei schon deshalb rechtswidrig, weil der Beigeladenen - wie er in der mündlichen Verhandlung dargelegt habe - keine Vorgrube mehr, sondern inzwischen einen Feststoffdosierer plane, in dem die in der Biogasanlage zu verarbeitenden Materialien zwischengelagert und nach und nach selbständig zur Anlage transportiert würden. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist ausschließlich die Biogasanlage, wie sie vom Beigeladenen ursprünglich geplant und zum Gegenstand der Genehmigung gemacht wurde. Die geplante Änderung im Betriebsablauf ist entweder als wesentliche Änderung im Sinne des § 16 Abs.1 BImSchG zu qualifizieren mit der Folge, dass der Beigeladene insoweit eine Nachtragsgenehmigung benötigt. Ansonsten hat er die Betriebsänderung jedenfalls nach § 15 BImSchG der zuständigen Behörde schriftlich anzuzeigen. Ohne dass es rechtlich darauf ankommt, weist das Gericht in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass die vom Beigeladenen geplante Änderung des Betriebsablaufs - so jedenfalls die gutachterliche Stellungnahme vom 22.09.2003 - wohl zu weniger Emissionen führen und sich die Situation damit für den Kläger verbessern wird.
32 
3. Der Errichtung und der Betrieb der Biogasanlage stehen auch andere öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegen (§ 6 Abs.1 Nr.2 BImSchG). Der Kläger kann sich in diesem Zusammenhang insbesondere nicht mit Erfolg darauf berufen, das Grundstück des Beigeladenen und sein eigenes lägen im Innenbereich, die Nutzungsart sei als Dorfgebiet zu qualifizieren und der Betrieb der Anlage verstoße gegen das bauplanungsrechtliche Gebot der Rücksichtnahme. Im Einzelnen:
33 
Der Standort der geplanten Biogasanlage nimmt nicht am Bebauungszusammenhang des südlich gelegenen - jenseits der K ... - ... teil, sondern liegt außerhalb des Bebauungsabschlusses. Sowohl die landwirtschaftliche Hofstelle des Beigeladenen als auch die Hofstelle des Klägers sind als privilegierte Vorhaben im Sinne des § 35 Abs.1 Nr.1 BauGB zu qualifizieren. Erst recht liegt die sich nördlich an das Anwesen des Beigeladenen anschließende Biogasanlage im Außenbereich. Die Anlage ist in östlicher, nördlicher und westlicher Richtung - ringsum - von Freiflächen umgeben. Der Kläger ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass der Bebauungszusammenhang unabhängig von den Grundstücksgrenzen grundsätzlich unmittelbar hinter dem letzten Gebäude, das noch zur zusammenhängenden Bebauung gehört (BVerwG, Beschl. v. 02.03.2000 - 4 B 15.00 -, BauR 2000, 1310), endet. Ausnahmsweise sind zwar solche Grundstücke zum Innenbereich zu zählen, die hinter dem letzten Grundstück des Bebauungszusammenhangs liegen, aber von der freien Landschaft durch ein eindeutig sichtbares Hindernis (Straße, Fluss, Eisenbahn, höhe Böschung) getrennt sind, so dass diese Fläche zwischen dem letzten Gebäude und dem Hindernis von der Verkehrsanschauung noch zum Innenbereich gezählt wird; eine solche Zäsur liegt aber im Bereich der geplanten Biogasanlage gerade nicht vor.
34 
Liegt das Bauvorhaben danach im Außenbereich, bedarf es auch keiner Entscheidung, ob es nach § 35 Abs.1 BauGB privilegiert ist; bei der Biogasanlage könnte es sich um eine „mitgezogene“ landwirtschaftliche Tätigkeit nach § 35 Abs.1 Nr.1 BauGB handeln (vgl. dazu VG Arnsberg, Beschl. v. 04.12.1998 - 4 L 1898/98 -, NVwZ-RR 2000, 12), auch könnte die Anlage wegen ihrer nachteiligen Wirkung auf die Umgebung nach § 35 Abs.1 Nr.4 BauGB privilegiert sein. Unabhängig von der Frage, ob überhaupt bzw. nach welcher Vorschrift die Anlage privilegiert ist, führt sie jedenfalls nicht dazu, dass der Kläger in nachbarschützenden Rechten beeinträchtigt wird. Zunächst wird die Privilegierung des landwirtschaftlichen Betriebs des Klägers durch die zusätzliche Biogasanlage in keiner Weise in Frage gestellt (vgl. zu diesem Aspekt des Nachbarschutzes: Dürr, Baurecht Baden-Württemberg, 11.Aufl., Rd.Nr.275). Soweit es um Geruchsbelästigungen geht, überschreitet die Biogasanlage ebenfalls nicht die Schwelle zur Rücksichtslosigkeit im Sinne des Bauplanungsrechts. Dies ergibt sich bereits aus den obigen Ausführungen hinsichtlich der Irrelevanz der Geruchsbelästigungen. Denn das baurechtliche Rücksichtnahmegebot begründet gegenüber schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs.1 BImSchG keine andersartigen oder über den Rahmen des § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG hinausgehenden subjektiven Abwehrrechte des Nachbarn (vgl. BVerwG, Urt. v. 30.09.1983 - 4 C 74/78 -, BVerwGE 68, 58). Halten sich die Immissionen - wie hier - in den Grenzen des der Nachbarschaft gemäß § 5 Abs.1 Nr.1 BImSchG Zumutbaren, so erweisen sie sich auch unter dem Aspekt der baurechtlich gebotenen Rücksichtnahme als zumutbar.
35 
Selbst wenn man mit dem Kläger davon ausgehen würde, das Vorhaben des Beigeladenen und sein eigenes Grundstück lägen in einem faktischen Dorfgebiet, würde sich die Biogasanlage ebenfalls nicht als rücksichtslos erweisen. Nach § 5 Abs.1 BauNVO dienen Dorfgebiete gleichermaßen landwirtschaftlichen Betrieben, dem Wohnen und der Unterbringung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben. Vor dem Hintergrund der gutachterlichen Stellungnahmen des TÜV Nord Umweltschutz treten durch das Bauvorhaben jedenfalls keine wesentlichen Störungen auf, die Nutzungsart wäre auch in einem Dorfgebiet grundsätzlich zulässig.
36 
Die Kostenentscheidung zu Lasten des Klägers beruht auf den Vorschriften der §§ 161 Abs.1, 154 Abs.1 VwGO. Die Entscheidung über die Kostentragung des Beigeladenen, der keinen eigenen Antrag gestellt hat, beruht auf § 162 Abs.3 VwGO. Von einer Entscheidung nach § 167 Abs.2 VwGO wird abgesehen.

Sonstige Literatur

 
37 
Rechtsmittelbelehrung:
38 
Gegen dieses Urteil steht den Beteiligten die Berufung zu, wenn sie von dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg zugelassen wird. Der Antrag auf Zulassung der Berufung ist beim Verwaltungsgericht Karlsruhe, Postfach 11 14 51, 76064 Karlsruhe, oder Nördliche Hildapromenade 1, 76133 Karlsruhe, innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollständigen Urteils zu stellen.
39 
Der Antrag muss das angefochtene Urteil bezeichnen. Innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils sind die Gründe darzulegen, aus denen die Berufung zuzulassen ist. Die Begründung ist, soweit sie nicht bereits mit dem Antrag vorgelegt worden ist, beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Schubertstraße 11, 68165 Mannheim, oder Postfach 103264, 68032 Mannheim, einzureichen. Die Berufung ist nur zuzulassen, wenn
40 
1. ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils bestehen,
41 
2. die Rechtssache besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten aufweist,
42 
3. die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat,
43 
4. das Urteil von einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs, des Bundesverwaltungsgerichts, des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes oder des Bundesverfassungsgerichts abweicht und auf dieser Abweichung beruht oder
44 
5. wenn ein der Beurteilung des Berufungsgerichts unterliegender Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann.
45 
Bei der Beantragung der Zulassung der Berufung muss sich jeder Beteiligte durch einen Rechtsanwalt oder Rechtslehrer an einer deutschen Hochschule im Sinne des Hochschulrahmengesetzes mit Befähigung zum Richteramt als Bevollmächtigten vertreten lassen.
46 
Juristische Personen des öffentlichen Rechts und Behörden können sich auch durch Beamte oder Angestellte mit der Befähigung zum Richteramt sowie Diplomjuristen im höheren Dienst, Gebietskörperschaften auch durch Beamte oder Angestellte mit Befähigung zum Richteramt der zuständigen Aufsichtsbehörde oder des jeweiligen kommunalen Spitzenverbandes des Landes, dem sie als Mitglied zugehören, vertreten lassen.
47 
In Angelegenheiten der Kriegsopferfürsorge und des Schwerbehindertenrechts sowie der damit im Zusammenhang stehenden Angelegenheiten des Sozialhilferechts sind vor dem Verwaltungsgerichtshof als Prozessbevollmächtigte auch Mitglieder und Angestellte von Verbänden im Sinne des § 14 Abs. 3 Satz 2 des Sozialgerichtsgesetzes und von Gewerkschaften zugelassen, sofern sie kraft Satzung oder Vollmacht zur Prozessvertretung befugt sind.
48 
In Abgabenangelegenheiten sind vor dem Verwaltungsgerichtshof als Prozessbevollmächtigte auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zugelassen.
49 
In Angelegenheiten, die Rechtsverhältnisse aus einem gegenwärtigen oder früheren Beamten-, Richter-, Wehrpflicht-, Wehrdienst- oder Zivildienstverhältnis betreffen und Streitigkeiten, die sich auf die Entstehung eines solchen Verhältnisses beziehen, in Personalvertretungsangelegenheiten und in Angelegenheiten, die in einem Zusammenhang mit einem gegenwärtigen oder früheren Arbeitsverhältnis von Arbeitnehmern im Sinne des § 5 des Arbeitsgerichtsgesetzes stehen einschließlich Prüfungsangelegenheiten, sind vor dem Verwaltungsgerichtshof als Prozessbevollmächtigte auch Mitglieder und Angestellte von Gewerkschaften zugelassen, sofern sie kraft Satzung oder Vollmacht zur Vertretung befugt sind.
50 
Lässt der Verwaltungsgerichtshof die Berufung zu, wird das Antragsverfahren als Berufungsverfahren fortgesetzt. Die Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses über die Zulassung der Berufung zu begründen. Die Begründung ist beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Schubertstraße 11, 68165 Mannheim, oder Postfach 103264, 68032 Mannheim, einzureichen. Die Begründungsfrist kann auf einen vor ihrem Ablauf gestellten Antrag von dem Vorsitzenden des Senats verlängert werden. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag enthalten sowie die im Einzelnen anzuführenden Gründe der Anfechtung (Berufungsgründe).
51 
Beschluss:
52 
Der Streitwert wird gemäß § 52 Abs. 1 GKG, § 5 ZPO auf EUR 15.000,00 festgesetzt.
53 
Hinsichtlich der Beschwerdemöglichkeit gegen die Streitwertfestsetzung wird auf § 68 Abs. 1 Satz 1 und 3 GKG verwiesen.

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Referenzen - Gesetze

Verwaltungsgericht Karlsruhe Urteil, 28. Apr. 2005 - 6 K 1840/04 zitiert 32 §§.

GKG 2004 | § 52 Verfahren vor Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit


(1) In Verfahren vor den Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit ist, soweit nichts anderes bestimmt ist, der Streitwert nach der sich aus dem Antrag des Klägers für ihn ergebenden Bedeutung der Sache nach Ermessen zu bestimmen.

BImSchG | § 17 Nachträgliche Anordnungen


(1) Zur Erfüllung der sich aus diesem Gesetz und der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen ergebenden Pflichten können nach Erteilung der Genehmigung sowie nach einer nach § 15 Absatz 1 angezeigten Änderung Anordnungen getroffen...

VwGO | § 113


(1) Soweit der Verwaltungsakt rechtswidrig und der Kläger dadurch in seinen Rechten verletzt ist, hebt das Gericht den Verwaltungsakt und den etwaigen Widerspruchsbescheid auf. Ist der Verwaltungsakt schon vollzogen, so kann das Gericht auf Antrag au

GKG 2004 | § 68 Beschwerde gegen die Festsetzung des Streitwerts


(1) Gegen den Beschluss, durch den der Wert für die Gerichtsgebühren festgesetzt worden ist (§ 63 Absatz 2), findet die Beschwerde statt, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 200 Euro übersteigt. Die Beschwerde findet auch statt, wenn sie das...

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Bundesgerichtshof Urteil, 21. Juni 2001 - III ZR 313/99

bei uns veröffentlicht am 21.06.2001

----------------- BUNDESGERICHTSHOF ----------------- IM NAMEN DES VOLKES URTEIL III ZR 313/99 Verkündet am: 21. Juni 2001 F r e i t a g Justizamtsinspektor als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein ..

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Auf die Revision der Kläger wird das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 8. Oktober 1999 aufgehoben.
Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsrechtszuges, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Von Rechts wegen

Mehrere in einer Klage geltend gemachte Ansprüche werden zusammengerechnet; dies gilt nicht für den Gegenstand der Klage und der Widerklage.

(1) Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes sind Arbeiter und Angestellte sowie die zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten. Als Arbeitnehmer gelten auch die in Heimarbeit Beschäftigten und die ihnen Gleichgestellten (§ 1 des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951 - Bundesgesetzbl. I S. 191 -) sowie sonstige Personen, die wegen ihrer wirtschaftlichen Unselbständigkeit als arbeitnehmerähnliche Personen anzusehen sind. Als Arbeitnehmer gelten nicht in Betrieben einer juristischen Person oder einer Personengesamtheit Personen, die kraft Gesetzes, Satzung oder Gesellschaftsvertrags allein oder als Mitglieder des Vertretungsorgans zur Vertretung der juristischen Person oder der Personengesamtheit berufen sind.

(2) Beamte sind als solche keine Arbeitnehmer.

(3) Handelsvertreter gelten nur dann als Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes, wenn sie zu dem Personenkreis gehören, für den nach § 92a des Handelsgesetzbuchs die untere Grenze der vertraglichen Leistungen des Unternehmers festgesetzt werden kann, und wenn sie während der letzten sechs Monate des Vertragsverhältnisses, bei kürzerer Vertragsdauer während dieser, im Durchschnitt monatlich nicht mehr als 1.000 Euro auf Grund des Vertragsverhältnisses an Vergütung einschließlich Provision und Ersatz für im regelmäßigen Geschäftsbetrieb entstandene Aufwendungen bezogen haben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz können im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die in Satz 1 bestimmte Vergütungsgrenze durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, den jeweiligen Lohn- und Preisverhältnissen anpassen.

(1) Dorfgebiete dienen der Unterbringung der Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, dem Wohnen und der Unterbringung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben sowie der Versorgung der Bewohner des Gebiets dienenden Handwerksbetrieben. Auf die Belange der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe einschließlich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten ist vorrangig Rücksicht zu nehmen.

(2) Zulässig sind

1.
Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und die dazugehörigen Wohnungen und Wohngebäude,
2.
Kleinsiedlungen einschließlich Wohngebäude mit entsprechenden Nutzgärten und landwirtschaftliche Nebenerwerbsstellen,
3.
sonstige Wohngebäude,
4.
Betriebe zur Be- und Verarbeitung und Sammlung land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse,
5.
Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Betriebe des Beherbergungsgewerbes,
6.
sonstige Gewerbebetriebe,
7.
Anlagen für örtliche Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke,
8.
Gartenbaubetriebe,
9.
Tankstellen.

(3) Ausnahmsweise können Vergnügungsstätten im Sinne des § 4a Absatz 3 Nummer 2 zugelassen werden.

(1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es

1.
einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt,
2.
einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung dient,
3.
der öffentlichen Versorgung mit Elektrizität, Gas, Telekommunikationsdienstleistungen, Wärme und Wasser, der Abwasserwirtschaft oder einem ortsgebundenen gewerblichen Betrieb dient,
4.
wegen seiner besonderen Anforderungen an die Umgebung, wegen seiner nachteiligen Wirkung auf die Umgebung oder wegen seiner besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich ausgeführt werden soll, es sei denn, es handelt sich um die Errichtung, Änderung oder Erweiterung einer baulichen Anlage zur Tierhaltung, die dem Anwendungsbereich der Nummer 1 nicht unterfällt und die einer Pflicht zur Durchführung einer standortbezogenen oder allgemeinen Vorprüfung oder einer Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegt, wobei bei kumulierenden Vorhaben für die Annahme eines engen Zusammenhangs diejenigen Tierhaltungsanlagen zu berücksichtigen sind, die auf demselben Betriebs- oder Baugelände liegen und mit gemeinsamen betrieblichen oder baulichen Einrichtungen verbunden sind,
5.
der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Wind- oder Wasserenergie dient,
6.
der energetischen Nutzung von Biomasse im Rahmen eines Betriebs nach Nummer 1 oder 2 oder eines Betriebs nach Nummer 4, der Tierhaltung betreibt, sowie dem Anschluss solcher Anlagen an das öffentliche Versorgungsnetz dient, unter folgenden Voraussetzungen:
a)
das Vorhaben steht in einem räumlich-funktionalen Zusammenhang mit dem Betrieb,
b)
die Biomasse stammt überwiegend aus dem Betrieb oder überwiegend aus diesem und aus nahe gelegenen Betrieben nach den Nummern 1, 2 oder 4, soweit letzterer Tierhaltung betreibt,
c)
es wird je Hofstelle oder Betriebsstandort nur eine Anlage betrieben und
d)
die Kapazität einer Anlage zur Erzeugung von Biogas überschreitet nicht 2,3 Millionen Normkubikmeter Biogas pro Jahr, die Feuerungswärmeleistung anderer Anlagen überschreitet nicht 2,0 Megawatt,
7.
der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Kernenergie zu friedlichen Zwecken oder der Entsorgung radioaktiver Abfälle dient, mit Ausnahme der Neuerrichtung von Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität, oder
8.
der Nutzung solarer Strahlungsenergie in, an und auf Dach- und Außenwandflächen von zulässigerweise genutzten Gebäuden dient, wenn die Anlage dem Gebäude baulich untergeordnet ist.

(2) Sonstige Vorhaben können im Einzelfall zugelassen werden, wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist.

(3) Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben

1.
den Darstellungen des Flächennutzungsplans widerspricht,
2.
den Darstellungen eines Landschaftsplans oder sonstigen Plans, insbesondere des Wasser-, Abfall- oder Immissionsschutzrechts, widerspricht,
3.
schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann oder ihnen ausgesetzt wird,
4.
unwirtschaftliche Aufwendungen für Straßen oder andere Verkehrseinrichtungen, für Anlagen der Versorgung oder Entsorgung, für die Sicherheit oder Gesundheit oder für sonstige Aufgaben erfordert,
5.
Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet,
6.
Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur beeinträchtigt, die Wasserwirtschaft oder den Hochwasserschutz gefährdet,
7.
die Entstehung, Verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung befürchten lässt oder
8.
die Funktionsfähigkeit von Funkstellen und Radaranlagen stört.
Raumbedeutsame Vorhaben dürfen den Zielen der Raumordnung nicht widersprechen; öffentliche Belange stehen raumbedeutsamen Vorhaben nach Absatz 1 nicht entgegen, soweit die Belange bei der Darstellung dieser Vorhaben als Ziele der Raumordnung abgewogen worden sind. Öffentliche Belange stehen einem Vorhaben nach Absatz 1 Nummer 2 bis 6 in der Regel auch dann entgegen, soweit hierfür durch Darstellungen im Flächennutzungsplan oder als Ziele der Raumordnung eine Ausweisung an anderer Stelle erfolgt ist.

(4) Den nachfolgend bezeichneten sonstigen Vorhaben im Sinne des Absatzes 2 kann nicht entgegengehalten werden, dass sie Darstellungen des Flächennutzungsplans oder eines Landschaftsplans widersprechen, die natürliche Eigenart der Landschaft beeinträchtigen oder die Entstehung, Verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung befürchten lassen, soweit sie im Übrigen außenbereichsverträglich im Sinne des Absatzes 3 sind:

1.
die Änderung der bisherigen Nutzung eines Gebäudes im Sinne des Absatzes 1 Nummer 1 unter folgenden Voraussetzungen:
a)
das Vorhaben dient einer zweckmäßigen Verwendung erhaltenswerter Bausubstanz,
b)
die äußere Gestalt des Gebäudes bleibt im Wesentlichen gewahrt,
c)
die Aufgabe der bisherigen Nutzung liegt nicht länger als sieben Jahre zurück,
d)
das Gebäude ist vor mehr als sieben Jahren zulässigerweise errichtet worden,
e)
das Gebäude steht im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit der Hofstelle des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs,
f)
im Falle der Änderung zu Wohnzwecken entstehen neben den bisher nach Absatz 1 Nummer 1 zulässigen Wohnungen höchstens drei Wohnungen je Hofstelle und
g)
es wird eine Verpflichtung übernommen, keine Neubebauung als Ersatz für die aufgegebene Nutzung vorzunehmen, es sei denn, die Neubebauung wird im Interesse der Entwicklung des Betriebs im Sinne des Absatzes 1 Nummer 1 erforderlich,
2.
die Neuerrichtung eines gleichartigen Wohngebäudes an gleicher Stelle unter folgenden Voraussetzungen:
a)
das vorhandene Gebäude ist zulässigerweise errichtet worden,
b)
das vorhandene Gebäude weist Missstände oder Mängel auf,
c)
das vorhandene Gebäude wird seit längerer Zeit vom Eigentümer selbst genutzt und
d)
Tatsachen rechtfertigen die Annahme, dass das neu errichtete Gebäude für den Eigenbedarf des bisherigen Eigentümers oder seiner Familie genutzt wird; hat der Eigentümer das vorhandene Gebäude im Wege der Erbfolge von einem Voreigentümer erworben, der es seit längerer Zeit selbst genutzt hat, reicht es aus, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass das neu errichtete Gebäude für den Eigenbedarf des Eigentümers oder seiner Familie genutzt wird,
3.
die alsbaldige Neuerrichtung eines zulässigerweise errichteten, durch Brand, Naturereignisse oder andere außergewöhnliche Ereignisse zerstörten, gleichartigen Gebäudes an gleicher Stelle,
4.
die Änderung oder Nutzungsänderung von erhaltenswerten, das Bild der Kulturlandschaft prägenden Gebäuden, auch wenn sie aufgegeben sind, wenn das Vorhaben einer zweckmäßigen Verwendung der Gebäude und der Erhaltung des Gestaltwerts dient,
5.
die Erweiterung eines Wohngebäudes auf bis zu höchstens zwei Wohnungen unter folgenden Voraussetzungen:
a)
das Gebäude ist zulässigerweise errichtet worden,
b)
die Erweiterung ist im Verhältnis zum vorhandenen Gebäude und unter Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse angemessen und
c)
bei der Errichtung einer weiteren Wohnung rechtfertigen Tatsachen die Annahme, dass das Gebäude vom bisherigen Eigentümer oder seiner Familie selbst genutzt wird,
6.
die bauliche Erweiterung eines zulässigerweise errichteten gewerblichen Betriebs, wenn die Erweiterung im Verhältnis zum vorhandenen Gebäude und Betrieb angemessen ist.
In begründeten Einzelfällen gilt die Rechtsfolge des Satzes 1 auch für die Neuerrichtung eines Gebäudes im Sinne des Absatzes 1 Nummer 1, dem eine andere Nutzung zugewiesen werden soll, wenn das ursprüngliche Gebäude vom äußeren Erscheinungsbild auch zur Wahrung der Kulturlandschaft erhaltenswert ist, keine stärkere Belastung des Außenbereichs zu erwarten ist als in Fällen des Satzes 1 und die Neuerrichtung auch mit nachbarlichen Interessen vereinbar ist; Satz 1 Nummer 1 Buchstabe b bis g gilt entsprechend. In den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 und 3 sowie des Satzes 2 sind geringfügige Erweiterungen des neuen Gebäudes gegenüber dem beseitigten oder zerstörten Gebäude sowie geringfügige Abweichungen vom bisherigen Standort des Gebäudes zulässig.

(5) Die nach den Absätzen 1 bis 4 zulässigen Vorhaben sind in einer flächensparenden, die Bodenversiegelung auf das notwendige Maß begrenzenden und den Außenbereich schonenden Weise auszuführen. Für Vorhaben nach Absatz 1 Nummer 2 bis 6 ist als weitere Zulässigkeitsvoraussetzung eine Verpflichtungserklärung abzugeben, das Vorhaben nach dauerhafter Aufgabe der zulässigen Nutzung zurückzubauen und Bodenversiegelungen zu beseitigen; bei einer nach Absatz 1 Nummer 2 bis 6 zulässigen Nutzungsänderung ist die Rückbauverpflichtung zu übernehmen, bei einer nach Absatz 1 Nummer 1 oder Absatz 2 zulässigen Nutzungsänderung entfällt sie. Die Baugenehmigungsbehörde soll durch nach Landesrecht vorgesehene Baulast oder in anderer Weise die Einhaltung der Verpflichtung nach Satz 2 sowie nach Absatz 4 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe g sicherstellen. Im Übrigen soll sie in den Fällen des Absatzes 4 Satz 1 sicherstellen, dass die bauliche oder sonstige Anlage nach Durchführung des Vorhabens nur in der vorgesehenen Art genutzt wird.

(6) Die Gemeinde kann für bebaute Bereiche im Außenbereich, die nicht überwiegend landwirtschaftlich geprägt sind und in denen eine Wohnbebauung von einigem Gewicht vorhanden ist, durch Satzung bestimmen, dass Wohnzwecken dienenden Vorhaben im Sinne des Absatzes 2 nicht entgegengehalten werden kann, dass sie einer Darstellung im Flächennutzungsplan über Flächen für die Landwirtschaft oder Wald widersprechen oder die Entstehung oder Verfestigung einer Splittersiedlung befürchten lassen. Die Satzung kann auch auf Vorhaben erstreckt werden, die kleineren Handwerks- und Gewerbebetrieben dienen. In der Satzung können nähere Bestimmungen über die Zulässigkeit getroffen werden. Voraussetzung für die Aufstellung der Satzung ist, dass

1.
sie mit einer geordneten städtebaulichen Entwicklung vereinbar ist,
2.
die Zulässigkeit von Vorhaben, die einer Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung nach Anlage 1 zum Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung oder nach Landesrecht unterliegen, nicht begründet wird und
3.
keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 Absatz 6 Nummer 7 Buchstabe b genannten Schutzgüter oder dafür bestehen, dass bei der Planung Pflichten zur Vermeidung oder Begrenzung der Auswirkungen von schweren Unfällen nach § 50 Satz 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zu beachten sind.
Bei Aufstellung der Satzung sind die Vorschriften über die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung nach § 13 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 und 3 sowie Satz 2 entsprechend anzuwenden. § 10 Absatz 3 ist entsprechend anzuwenden. Von der Satzung bleibt die Anwendung des Absatzes 4 unberührt.

(1) Schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne dieses Gesetzes sind Immissionen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft herbeizuführen.

(2) Immissionen im Sinne dieses Gesetzes sind auf Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter einwirkende Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen.

(3) Emissionen im Sinne dieses Gesetzes sind die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnlichen Erscheinungen.

(4) Luftverunreinigungen im Sinne dieses Gesetzes sind Veränderungen der natürlichen Zusammensetzung der Luft, insbesondere durch Rauch, Ruß, Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe oder Geruchsstoffe.

(5) Anlagen im Sinne dieses Gesetzes sind

1.
Betriebsstätten und sonstige ortsfeste Einrichtungen,
2.
Maschinen, Geräte und sonstige ortsveränderliche technische Einrichtungen sowie Fahrzeuge, soweit sie nicht der Vorschrift des § 38 unterliegen, und
3.
Grundstücke, auf denen Stoffe gelagert oder abgelagert oder Arbeiten durchgeführt werden, die Emissionen verursachen können, ausgenommen öffentliche Verkehrswege.

(5a) Ein Betriebsbereich ist der gesamte unter der Aufsicht eines Betreibers stehende Bereich, in dem gefährliche Stoffe im Sinne des Artikels 3 Nummer 10 der Richtlinie 2012/18/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 zur Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen, zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinie 96/82/EG des Rates (ABl. L 197 vom 24.7.2012, S. 1) in einer oder mehreren Anlagen einschließlich gemeinsamer oder verbundener Infrastrukturen oder Tätigkeiten auch bei Lagerung im Sinne des Artikels 3 Nummer 16 der Richtlinie in den in Artikel 3 Nummer 2 oder Nummer 3 der Richtlinie bezeichneten Mengen tatsächlich vorhanden oder vorgesehen sind oder vorhanden sein werden, soweit vernünftigerweise vorhersehbar ist, dass die genannten gefährlichen Stoffe bei außer Kontrolle geratenen Prozessen anfallen; ausgenommen sind die in Artikel 2 Absatz 2 der Richtlinie 2012/18/EU angeführten Einrichtungen, Gefahren und Tätigkeiten, es sei denn, es handelt sich um eine in Artikel 2 Absatz 2 Unterabsatz 2 der Richtlinie 2012/18/EU genannte Einrichtung, Gefahr oder Tätigkeit.

(5b) Eine störfallrelevante Errichtung und ein Betrieb oder eine störfallrelevante Änderung einer Anlage oder eines Betriebsbereichs ist eine Errichtung und ein Betrieb einer Anlage, die Betriebsbereich oder Bestandteil eines Betriebsbereichs ist, oder eine Änderung einer Anlage oder eines Betriebsbereichs einschließlich der Änderung eines Lagers, eines Verfahrens oder der Art oder physikalischen Form oder der Mengen der gefährlichen Stoffe im Sinne des Artikels 3 Nummer 10 der Richtlinie 2012/18/EU, aus der sich erhebliche Auswirkungen auf die Gefahren schwerer Unfälle ergeben können. Eine störfallrelevante Änderung einer Anlage oder eines Betriebsbereichs liegt zudem vor, wenn eine Änderung dazu führen könnte, dass ein Betriebsbereich der unteren Klasse zu einem Betriebsbereich der oberen Klasse wird oder umgekehrt.

(5c) Der angemessene Sicherheitsabstand im Sinne dieses Gesetzes ist der Abstand zwischen einem Betriebsbereich oder einer Anlage, die Betriebsbereich oder Bestandteil eines Betriebsbereichs ist, und einem benachbarten Schutzobjekt, der zur gebotenen Begrenzung der Auswirkungen auf das benachbarte Schutzobjekt, welche durch schwere Unfälle im Sinne des Artikels 3 Nummer 13 der Richtlinie 2012/18/EU hervorgerufen werden können, beiträgt. Der angemessene Sicherheitsabstand ist anhand störfallspezifischer Faktoren zu ermitteln.

(5d) Benachbarte Schutzobjekte im Sinne dieses Gesetzes sind ausschließlich oder überwiegend dem Wohnen dienende Gebiete, öffentlich genutzte Gebäude und Gebiete, Freizeitgebiete, wichtige Verkehrswege und unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes besonders wertvolle oder besonders empfindliche Gebiete.

(6) Stand der Technik im Sinne dieses Gesetzes ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt zur Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere die in der Anlage aufgeführten Kriterien zu berücksichtigen.

(6a) BVT-Merkblatt im Sinne dieses Gesetzes ist ein Dokument, das auf Grund des Informationsaustausches nach Artikel 13 der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 über Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) (Neufassung) (ABl. L 334 vom 17.12.2010, S. 17) für bestimmte Tätigkeiten erstellt wird und insbesondere die angewandten Techniken, die derzeitigen Emissions- und Verbrauchswerte, alle Zukunftstechniken sowie die Techniken beschreibt, die für die Festlegung der besten verfügbaren Techniken sowie der BVT-Schlussfolgerungen berücksichtigt wurden.

(6b) BVT-Schlussfolgerungen im Sinne dieses Gesetzes sind ein nach Artikel 13 Absatz 5 der Richtlinie 2010/75/EU von der Europäischen Kommission erlassenes Dokument, das die Teile eines BVT-Merkblatts mit den Schlussfolgerungen in Bezug auf Folgendes enthält:

1.
die besten verfügbaren Techniken, ihrer Beschreibung und Informationen zur Bewertung ihrer Anwendbarkeit,
2.
die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte,
3.
die zu den Nummern 1 und 2 gehörigen Überwachungsmaßnahmen,
4.
die zu den Nummern 1 und 2 gehörigen Verbrauchswerte sowie
5.
die gegebenenfalls einschlägigen Standortsanierungsmaßnahmen.

(6c) Emissionsbandbreiten im Sinne dieses Gesetzes sind die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte.

(6d) Die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte im Sinne dieses Gesetzes sind der Bereich von Emissionswerten, die unter normalen Betriebsbedingungen unter Verwendung einer besten verfügbaren Technik oder einer Kombination von besten verfügbaren Techniken entsprechend der Beschreibung in den BVT-Schlussfolgerungen erzielt werden, ausgedrückt als Mittelwert für einen vorgegebenen Zeitraum unter spezifischen Referenzbedingungen.

(6e) Zukunftstechniken im Sinne dieses Gesetzes sind neue Techniken für Anlagen nach der Industrieemissions-Richtlinie, die bei gewerblicher Nutzung entweder ein höheres allgemeines Umweltschutzniveau oder zumindest das gleiche Umweltschutzniveau und größere Kostenersparnisse bieten könnten als der bestehende Stand der Technik.

(7) Dem Herstellen im Sinne dieses Gesetzes steht das Verarbeiten, Bearbeiten oder sonstige Behandeln, dem Einführen im Sinne dieses Gesetzes das sonstige Verbringen in den Geltungsbereich dieses Gesetzes gleich.

(8) Anlagen nach der Industrieemissions-Richtlinie im Sinne dieses Gesetzes sind die in der Rechtsverordnung nach § 4 Absatz 1 Satz 4 gekennzeichneten Anlagen.

(9) Gefährliche Stoffe im Sinne dieses Gesetzes sind Stoffe oder Gemische gemäß Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1), die zuletzt durch die Verordnung (EG) Nr. 286/2011 (ABl. L 83 vom 30.3.2011, S. 1) geändert worden ist.

(10) Relevante gefährliche Stoffe im Sinne dieses Gesetzes sind gefährliche Stoffe, die in erheblichem Umfang in der Anlage verwendet, erzeugt oder freigesetzt werden und die ihrer Art nach eine Verschmutzung des Bodens oder des Grundwassers auf dem Anlagengrundstück verursachen können.

(1) Die Bundesregierung erlässt nach Anhörung der beteiligten Kreise (§ 51) mit Zustimmung des Bundesrates zur Durchführung dieses Gesetzes und der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen des Bundes allgemeine Verwaltungsvorschriften, insbesondere über

1.
Immissionswerte, die zu dem in § 1 genannten Zweck nicht überschritten werden dürfen,
2.
Emissionswerte, deren Überschreiten nach dem Stand der Technik vermeidbar ist,
3.
das Verfahren zur Ermittlung der Emissionen und Immissionen,
4.
die von der zuständigen Behörde zu treffenden Maßnahmen bei Anlagen, für die Regelungen in einer Rechtsverordnung nach § 7 Absatz 2 oder 3 vorgesehen werden können, unter Berücksichtigung insbesondere der dort genannten Voraussetzungen,
5.
äquivalente Parameter oder äquivalente technische Maßnahmen zu Emissionswerten,
6.
angemessene Sicherheitsabstände gemäß § 3 Absatz 5c.
Bei der Festlegung der Anforderungen sind insbesondere mögliche Verlagerungen von nachteiligen Auswirkungen von einem Schutzgut auf ein anderes zu berücksichtigen; ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt ist zu gewährleisten.

(1a) Nach jeder Veröffentlichung einer BVT-Schlussfolgerung ist unverzüglich zu gewährleisten, dass für Anlagen nach der Industrieemissions-Richtlinie bei der Festlegung von Emissionswerten nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 die Emissionen unter normalen Betriebsbedingungen die in den BVT-Schlussfolgerungen genannten Emissionsbandbreiten nicht überschreiten. Im Hinblick auf bestehende Anlagen ist innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung von BVT-Schlussfolgerungen zur Haupttätigkeit eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Verwaltungsvorschrift vorzunehmen.

(1b) Abweichend von Absatz 1a

1.
können in der Verwaltungsvorschrift weniger strenge Emissionswerte festgelegt werden, wenn
a)
wegen technischer Merkmale der betroffenen Anlagenart die Anwendung der in den BVT-Schlussfolgerungen genannten Emissionsbandbreiten unverhältnismäßig wäre und dies begründet wird oder
b)
in Anlagen Zukunftstechniken für einen Gesamtzeitraum von höchstens neun Monaten erprobt oder angewendet werden sollen, sofern nach dem festgelegten Zeitraum die Anwendung der betreffenden Technik beendet wird oder in der Anlage mindestens die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionsbandbreiten erreicht werden, oder
2.
kann in der Verwaltungsvorschrift bestimmt werden, dass die zuständige Behörde weniger strenge Emissionsbegrenzungen festlegen kann, wenn
a)
wegen technischer Merkmale der betroffenen Anlagen die Anwendung der in den BVT-Schlussfolgerungen genannten Emissionsbandbreiten unverhältnismäßig wäre oder
b)
in Anlagen Zukunftstechniken für einen Gesamtzeitraum von höchstens neun Monaten erprobt oder angewendet werden sollen, sofern nach dem festgelegten Zeitraum die Anwendung der betreffenden Technik beendet wird oder in der Anlage mindestens die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionsbandbreiten erreicht werden.
Absatz 1 Satz 2 bleibt unberührt. Emissionswerte und Emissionsbegrenzungen nach Satz 1 dürfen die in den Anhängen der Richtlinie 2010/75/EU festgelegten Emissionsgrenzwerte nicht überschreiten.

(2) (weggefallen)

Soweit Ermächtigungen zum Erlass von Rechtsverordnungen und allgemeinen Verwaltungsvorschriften die Anhörung der beteiligten Kreise vorschreiben, ist ein jeweils auszuwählender Kreis von Vertretern der Wissenschaft, der Betroffenen, der beteiligten Wirtschaft, des beteiligten Verkehrswesens und der für den Immissionsschutz zuständigen obersten Landesbehörden zu hören.

(1) Die Änderung der Lage, der Beschaffenheit oder des Betriebs einer genehmigungsbedürftigen Anlage ist, sofern eine Genehmigung nicht beantragt wird, der zuständigen Behörde mindestens einen Monat, bevor mit der Änderung begonnen werden soll, schriftlich oder elektronisch anzuzeigen, wenn sich die Änderung auf in § 1 genannte Schutzgüter auswirken kann. Der Anzeige sind Unterlagen im Sinne des § 10 Absatz 1 Satz 2 beizufügen, soweit diese für die Prüfung erforderlich sein können, ob das Vorhaben genehmigungsbedürftig ist. Die zuständige Behörde hat dem Träger des Vorhabens den Eingang der Anzeige und der beigefügten Unterlagen unverzüglich schriftlich oder elektronisch zu bestätigen; sie kann bei einer elektronischen Anzeige Mehrausfertigungen sowie die Übermittlung der Unterlagen, die der Anzeige beizufügen sind, auch in schriftlicher Form verlangen. Sie teilt dem Träger des Vorhabens nach Eingang der Anzeige unverzüglich mit, welche zusätzlichen Unterlagen sie zur Beurteilung der Voraussetzungen des § 16 Absatz 1 und des § 16a benötigt. Die Sätze 1 bis 4 gelten entsprechend für eine Anlage, die nach § 67 Absatz 2 oder § 67a Absatz 1 anzuzeigen ist oder vor Inkrafttreten dieses Gesetzes nach § 16 Absatz 4 der Gewerbeordnung anzuzeigen war.

(2) Die zuständige Behörde hat unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats nach Eingang der Anzeige und der nach Absatz 1 Satz 2 erforderlichen Unterlagen, zu prüfen, ob die Änderung einer Genehmigung bedarf. Der Träger des Vorhabens darf die Änderung vornehmen, sobald die zuständige Behörde ihm mitteilt, dass die Änderung keiner Genehmigung bedarf, oder sich innerhalb der in Satz 1 bestimmten Frist nicht geäußert hat. Absatz 1 Satz 3 gilt für nachgereichte Unterlagen entsprechend.

(2a) Bei einer störfallrelevanten Änderung einer genehmigungsbedürftigen Anlage, die Betriebsbereich oder Bestandteil eines Betriebsbereichs ist, hat die zuständige Behörde unverzüglich, spätestens innerhalb von zwei Monaten nach Eingang der Anzeige und der nach Absatz 1 Satz 2 erforderlichen Unterlagen zu prüfen, ob diese Änderung einer Genehmigung bedarf. Soweit es zur Ermittlung des angemessenen Sicherheitsabstands erforderlich ist, kann die zuständige Behörde ein Gutachten zu den Auswirkungen verlangen, die bei schweren Unfällen durch die Anlage hervorgerufen werden können. Der Träger des Vorhabens darf die störfallrelevante Änderung vornehmen, sobald ihm die zuständige Behörde mitteilt, dass sie keiner Genehmigung bedarf.

(3) Beabsichtigt der Betreiber, den Betrieb einer genehmigungsbedürftigen Anlage einzustellen, so hat er dies unter Angabe des Zeitpunktes der Einstellung der zuständigen Behörde unverzüglich anzuzeigen. Der Anzeige sind Unterlagen über die vom Betreiber vorgesehenen Maßnahmen zur Erfüllung der sich aus § 5 Absatz 3 und 4 ergebenden Pflichten beizufügen. Die Sätze 1 und 2 gelten für die in Absatz 1 Satz 5 bezeichneten Anlagen entsprechend.

(4) In der Rechtsverordnung nach § 10 Absatz 10 können die näheren Einzelheiten für das Verfahren nach den Absätzen 1 bis 3 geregelt werden.

(1) Die Änderung der Lage, der Beschaffenheit oder des Betriebs einer genehmigungsbedürftigen Anlage bedarf der Genehmigung, wenn durch die Änderung nachteilige Auswirkungen hervorgerufen werden können und diese für die Prüfung nach § 6 Absatz 1 Nummer 1 erheblich sein können (wesentliche Änderung); eine Genehmigung ist stets erforderlich, wenn die Änderung oder Erweiterung des Betriebs einer genehmigungsbedürftigen Anlage für sich genommen die Leistungsgrenzen oder Anlagengrößen des Anhangs zur Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen erreichen. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, wenn durch die Änderung hervorgerufene nachteilige Auswirkungen offensichtlich gering sind und die Erfüllung der sich aus § 6 Absatz 1 Nummer 1 ergebenden Anforderungen sichergestellt ist.

(2) Die zuständige Behörde soll von der öffentlichen Bekanntmachung des Vorhabens sowie der Auslegung des Antrags und der Unterlagen absehen, wenn der Träger des Vorhabens dies beantragt und erhebliche nachteilige Auswirkungen auf in § 1 genannte Schutzgüter nicht zu besorgen sind. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn erkennbar ist, dass die Auswirkungen durch die getroffenen oder vom Träger des Vorhabens vorgesehenen Maßnahmen ausgeschlossen werden oder die Nachteile im Verhältnis zu den jeweils vergleichbaren Vorteilen gering sind. Betrifft die wesentliche Änderung eine in einem vereinfachten Verfahren zu genehmigende Anlage, ist auch die wesentliche Änderung im vereinfachten Verfahren zu genehmigen. § 19 Absatz 3 gilt entsprechend.

(3) Über den Genehmigungsantrag ist innerhalb einer Frist von sechs Monaten, im Falle des Absatzes 2 in drei Monaten zu entscheiden. Im Übrigen gilt § 10 Absatz 6a Satz 2 und 3 entsprechend.

(4) Für nach § 15 Absatz 1 anzeigebedürftige Änderungen kann der Träger des Vorhabens eine Genehmigung beantragen. Diese ist im vereinfachten Verfahren zu erteilen; Absatz 3 und § 19 Absatz 3 gelten entsprechend.

(5) Einer Genehmigung bedarf es nicht, wenn eine genehmigte Anlage oder Teile einer genehmigten Anlage im Rahmen der erteilten Genehmigung ersetzt oder ausgetauscht werden sollen.

(1) Zur Erfüllung der sich aus diesem Gesetz und der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen ergebenden Pflichten können nach Erteilung der Genehmigung sowie nach einer nach § 15 Absatz 1 angezeigten Änderung Anordnungen getroffen werden. Wird nach Erteilung der Genehmigung sowie nach einer nach § 15 Absatz 1 angezeigten Änderung festgestellt, dass die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft nicht ausreichend vor schädlichen Umwelteinwirkungen oder sonstigen Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen geschützt ist, soll die zuständige Behörde nachträgliche Anordnungen treffen.

(1a) Bei Anlagen nach der Industrieemissions-Richtlinie ist vor dem Erlass einer nachträglichen Anordnung nach Absatz 1 Satz 2, durch welche Emissionsbegrenzungen neu festgelegt werden sollen, der Entwurf der Anordnung öffentlich bekannt zu machen. § 10 Absatz 3 und 4 Nummer 1 und 2 gilt für die Bekanntmachung entsprechend. Einwendungsbefugt sind Personen, deren Belange durch die nachträgliche Anordnung berührt werden, sowie Vereinigungen, welche die Anforderungen von § 3 Absatz 1 oder § 2 Absatz 2 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes erfüllen. Für die Entscheidung über den Erlass der nachträglichen Anordnung gilt § 10 Absatz 7 bis 8a entsprechend.

(1b) Absatz 1a gilt für den Erlass einer nachträglichen Anordnung entsprechend, bei der von der Behörde auf Grundlage einer Verordnung nach § 7 Absatz 1b oder einer Verwaltungsvorschrift nach § 48 Absatz 1b weniger strenge Emissionsbegrenzungen festgelegt werden sollen.

(2) Die zuständige Behörde darf eine nachträgliche Anordnung nicht treffen, wenn sie unverhältnismäßig ist, vor allem wenn der mit der Erfüllung der Anordnung verbundene Aufwand außer Verhältnis zu dem mit der Anordnung angestrebten Erfolg steht; dabei sind insbesondere Art, Menge und Gefährlichkeit der von der Anlage ausgehenden Emissionen und der von ihr verursachten Immissionen sowie die Nutzungsdauer und technische Besonderheiten der Anlage zu berücksichtigen. Darf eine nachträgliche Anordnung wegen Unverhältnismäßigkeit nicht getroffen werden, soll die zuständige Behörde die Genehmigung unter den Voraussetzungen des § 21 Absatz 1 Nummer 3 bis 5 ganz oder teilweise widerrufen; § 21 Absatz 3 bis 6 sind anzuwenden.

(2a) § 12 Absatz 1a gilt für Anlagen nach der Industrieemissions-Richtlinie entsprechend.

(2b) Abweichend von Absatz 2a kann die zuständige Behörde weniger strenge Emissionsbegrenzungen festlegen, wenn

1.
wegen technischer Merkmale der Anlage die Anwendung der in den BVT-Schlussfolgerungen genannten Emissionsbandbreiten unverhältnismäßig wäre und die Behörde dies begründet oder
2.
in Anlagen Zukunftstechniken für einen Gesamtzeitraum von höchstens neun Monaten erprobt oder angewendet werden sollen, sofern nach dem festgelegten Zeitraum die Anwendung der betreffenden Technik beendet wird oder in der Anlage mindestens die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionsbandbreiten erreicht werden.
§ 12 Absatz 1b Satz 2 und 3 gilt entsprechend. Absatz 1a gilt entsprechend.

(3) Soweit durch Rechtsverordnung die Anforderungen nach § 5 Absatz 1 Nummer 2 abschließend festgelegt sind, dürfen durch nachträgliche Anordnungen weitergehende Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen nicht gestellt werden.

(3a) Die zuständige Behörde soll von nachträglichen Anordnungen absehen, soweit in einem vom Betreiber vorgelegten Plan technische Maßnahmen an dessen Anlagen oder an Anlagen Dritter vorgesehen sind, die zu einer weitergehenden Verringerung der Emissionsfrachten führen als die Summe der Minderungen, die durch den Erlass nachträglicher Anordnungen zur Erfüllung der sich aus diesem Gesetz oder den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen ergebenden Pflichten bei den beteiligten Anlagen erreichbar wäre und hierdurch der in § 1 genannte Zweck gefördert wird. Dies gilt nicht, soweit der Betreiber bereits zur Emissionsminderung auf Grund einer nachträglichen Anordnung nach Absatz 1 oder einer Auflage nach § 12 Absatz 1 verpflichtet ist oder eine nachträgliche Anordnung nach Absatz 1 Satz 2 getroffen werden soll. Der Ausgleich ist nur zwischen denselben oder in der Wirkung auf die Umwelt vergleichbaren Stoffen zulässig. Die Sätze 1 bis 3 gelten auch für nicht betriebsbereite Anlagen, für die die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb erteilt ist oder für die in einem Vorbescheid oder einer Teilgenehmigung Anforderungen nach § 5 Absatz 1 Nummer 2 festgelegt sind. Die Durchführung der Maßnahmen des Plans ist durch Anordnung sicherzustellen.

(4) Ist es zur Erfüllung der Anordnung erforderlich, die Lage, die Beschaffenheit oder den Betrieb der Anlage wesentlich zu ändern und ist in der Anordnung nicht abschließend bestimmt, in welcher Weise sie zu erfüllen ist, so bedarf die Änderung der Genehmigung nach § 16. Ist zur Erfüllung der Anordnung die störfallrelevante Änderung einer Anlage erforderlich, die Betriebsbereich oder Bestandteil eines Betriebsbereichs ist, und wird durch diese Änderung der angemessene Sicherheitsabstand erstmalig unterschritten, wird der bereits unterschrittene Sicherheitsabstand räumlich noch weiter unterschritten oder wird eine erhebliche Gefahrenerhöhung ausgelöst, so bedarf die Änderung einer Genehmigung nach § 16 oder § 16a, wenn in der Anordnung nicht abschließend bestimmt ist, in welcher Weise sie zu erfüllen ist.

(4a) Zur Erfüllung der Pflichten nach § 5 Absatz 3 soll bei Abfallentsorgungsanlagen im Sinne des § 4 Absatz 1 Satz 1 auch eine Sicherheitsleistung angeordnet werden. Nach der Einstellung des gesamten Betriebs können Anordnungen zur Erfüllung der sich aus § 5 Absatz 3 ergebenden Pflichten nur noch während eines Zeitraums von einem Jahr getroffen werden.

(4b) Anforderungen im Sinne des § 12 Absatz 2c können auch nachträglich angeordnet werden.

(5) Die Absätze 1 bis 4b gelten entsprechend für Anlagen, die nach § 67 Absatz 2 anzuzeigen sind oder vor Inkrafttreten dieses Gesetzes nach § 16 Absatz 4 der Gewerbeordnung anzuzeigen waren.

(1) Durch Rechtsverordnung nach § 4 Absatz 1 Satz 3 kann vorgeschrieben werden, dass die Genehmigung von Anlagen bestimmter Art oder bestimmten Umfangs in einem vereinfachten Verfahren erteilt wird, sofern dies nach Art, Ausmaß und Dauer der von diesen Anlagen hervorgerufenen schädlichen Umwelteinwirkungen und sonstigen Gefahren, erheblichen Nachteilen und erheblichen Belästigungen mit dem Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vereinbar ist. Satz 1 gilt für Abfallentsorgungsanlagen entsprechend.

(2) In dem vereinfachten Verfahren sind § 10 Absatz 2, 3, 3a, 4, 6, 7 Satz 2 und 3, Absatz 8 und 9 sowie die §§ 11 und 14 nicht anzuwenden.

(3) Die Genehmigung ist auf Antrag des Trägers des Vorhabens abweichend von den Absätzen 1 und 2 nicht in einem vereinfachten Verfahren zu erteilen.

(4) Die Genehmigung einer Anlage, die Betriebsbereich oder Bestandteil eines Betriebsbereichs ist, kann nicht im vereinfachten Verfahren erteilt werden, wenn durch deren störfallrelevante Errichtung und Betrieb der angemessene Sicherheitsabstand zu benachbarten Schutzobjekten unterschritten wird oder durch deren störfallrelevante Änderung der angemessene Sicherheitsabstand zu benachbarten Schutzobjekten erstmalig unterschritten wird, der bereits unterschrittene Sicherheitsabstand räumlich noch weiter unterschritten wird oder eine erhebliche Gefahrenerhöhung ausgelöst wird. In diesen Fällen ist das Verfahren nach § 10 mit Ausnahme von Absatz 4 Nummer 3 und Absatz 6 anzuwenden. § 10 Absatz 3 Satz 4 ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass nur die Personen Einwendungen erheben können, deren Belange berührt sind oder Vereinigungen, welche die Anforderungen des § 3 Absatz 1 oder des § 2 Absatz 2 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes erfüllen. Bei störfallrelevanten Änderungen ist § 16 Absatz 3 entsprechend anzuwenden. Die Sätze 1 bis 4 gelten nicht, soweit dem Gebot, den angemessenen Sicherheitsabstand zu wahren, bereits auf Ebene einer raumbedeutsamen Planung oder Maßnahme durch verbindliche Vorgaben Rechnung getragen worden ist.

(1) Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen, die auf Grund ihrer Beschaffenheit oder ihres Betriebs in besonderem Maße geeignet sind, schädliche Umwelteinwirkungen hervorzurufen oder in anderer Weise die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft zu gefährden, erheblich zu benachteiligen oder erheblich zu belästigen, sowie von ortsfesten Abfallentsorgungsanlagen zur Lagerung oder Behandlung von Abfällen bedürfen einer Genehmigung. Mit Ausnahme von Abfallentsorgungsanlagen bedürfen Anlagen, die nicht gewerblichen Zwecken dienen und nicht im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen Verwendung finden, der Genehmigung nur, wenn sie in besonderem Maße geeignet sind, schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen oder Geräusche hervorzurufen. Die Bundesregierung bestimmt nach Anhörung der beteiligten Kreise (§ 51) durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Anlagen, die einer Genehmigung bedürfen (genehmigungsbedürftige Anlagen); in der Rechtsverordnung kann auch vorgesehen werden, dass eine Genehmigung nicht erforderlich ist, wenn eine Anlage insgesamt oder in ihren in der Rechtsverordnung bezeichneten wesentlichen Teilen der Bauart nach zugelassen ist und in Übereinstimmung mit der Bauartzulassung errichtet und betrieben wird. Anlagen nach Artikel 10 in Verbindung mit Anhang I der Richtlinie 2010/75/EU sind in der Rechtsverordnung nach Satz 3 zu kennzeichnen.

(2) Anlagen des Bergwesens oder Teile dieser Anlagen bedürfen der Genehmigung nach Absatz 1 nur, soweit sie über Tage errichtet und betrieben werden. Keiner Genehmigung nach Absatz 1 bedürfen Tagebaue und die zum Betrieb eines Tagebaus erforderlichen sowie die zur Wetterführung unerlässlichen Anlagen.

Auf die Revision der Kläger wird das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 8. Oktober 1999 aufgehoben.
Die Sache wird zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsrechtszuges, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Von Rechts wegen

(1) Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn

1.
sichergestellt ist, dass die sich aus § 5 und einer auf Grund des § 7 erlassenen Rechtsverordnung ergebenden Pflichten erfüllt werden, und
2.
andere öffentlich-rechtliche Vorschriften und Belange des Arbeitsschutzes der Errichtung und dem Betrieb der Anlage nicht entgegenstehen.

(2) Bei Anlagen, die unterschiedlichen Betriebsweisen dienen oder in denen unterschiedliche Stoffe eingesetzt werden (Mehrzweck- oder Vielstoffanlagen), ist die Genehmigung auf Antrag auf die unterschiedlichen Betriebsweisen und Stoffe zu erstrecken, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 1 für alle erfassten Betriebsweisen und Stoffe erfüllt sind.

(3) Eine beantragte Änderungsgenehmigung darf auch dann nicht versagt werden, wenn zwar nach ihrer Durchführung nicht alle Immissionswerte einer Verwaltungsvorschrift nach § 48 oder einer Rechtsverordnung nach § 48a eingehalten werden, wenn aber

1.
der Immissionsbeitrag der Anlage unter Beachtung des § 17 Absatz 3a Satz 3 durch das Vorhaben deutlich und über das durch nachträgliche Anordnungen nach § 17 Absatz 1 durchsetzbare Maß reduziert wird,
2.
weitere Maßnahmen zur Luftreinhaltung, insbesondere Maßnahmen, die über den Stand der Technik bei neu zu errichtenden Anlagen hinausgehen, durchgeführt werden,
3.
der Antragsteller darüber hinaus einen Immissionsmanagementplan zur Verringerung seines Verursacheranteils vorlegt, um eine spätere Einhaltung der Anforderungen nach § 5 Absatz 1 Nummer 1 zu erreichen, und
4.
die konkreten Umstände einen Widerruf der Genehmigung nicht erfordern.

(1) In Verfahren vor den Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit ist, soweit nichts anderes bestimmt ist, der Streitwert nach der sich aus dem Antrag des Klägers für ihn ergebenden Bedeutung der Sache nach Ermessen zu bestimmen.

(2) Bietet der Sach- und Streitstand für die Bestimmung des Streitwerts keine genügenden Anhaltspunkte, ist ein Streitwert von 5 000 Euro anzunehmen.

(3) Betrifft der Antrag des Klägers eine bezifferte Geldleistung oder einen hierauf bezogenen Verwaltungsakt, ist deren Höhe maßgebend. Hat der Antrag des Klägers offensichtlich absehbare Auswirkungen auf künftige Geldleistungen oder auf noch zu erlassende, auf derartige Geldleistungen bezogene Verwaltungsakte, ist die Höhe des sich aus Satz 1 ergebenden Streitwerts um den Betrag der offensichtlich absehbaren zukünftigen Auswirkungen für den Kläger anzuheben, wobei die Summe das Dreifache des Werts nach Satz 1 nicht übersteigen darf. In Verfahren in Kindergeldangelegenheiten vor den Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit ist § 42 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 3 entsprechend anzuwenden; an die Stelle des dreifachen Jahresbetrags tritt der einfache Jahresbetrag.

(4) In Verfahren

1.
vor den Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit, mit Ausnahme der Verfahren nach § 155 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung und der Verfahren in Kindergeldangelegenheiten, darf der Streitwert nicht unter 1 500 Euro,
2.
vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit und bei Rechtsstreitigkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz nicht über 2 500 000 Euro,
3.
vor den Gerichten der Verwaltungsgerichtsbarkeit über Ansprüche nach dem Vermögensgesetz nicht über 500 000 Euro und
4.
bei Rechtsstreitigkeiten nach § 36 Absatz 6 Satz 1 des Pflegeberufegesetzes nicht über 1 500 000 Euro
angenommen werden.

(5) Solange in Verfahren vor den Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit der Wert nicht festgesetzt ist und sich der nach den Absätzen 3 und 4 Nummer 1 maßgebende Wert auch nicht unmittelbar aus den gerichtlichen Verfahrensakten ergibt, sind die Gebühren vorläufig nach dem in Absatz 4 Nummer 1 bestimmten Mindestwert zu bemessen.

(6) In Verfahren, die die Begründung, die Umwandlung, das Bestehen, das Nichtbestehen oder die Beendigung eines besoldeten öffentlich-rechtlichen Dienst- oder Amtsverhältnisses betreffen, ist Streitwert

1.
die Summe der für ein Kalenderjahr zu zahlenden Bezüge mit Ausnahme nicht ruhegehaltsfähiger Zulagen, wenn Gegenstand des Verfahrens ein Dienst- oder Amtsverhältnis auf Lebenszeit ist,
2.
im Übrigen die Hälfte der für ein Kalenderjahr zu zahlenden Bezüge mit Ausnahme nicht ruhegehaltsfähiger Zulagen.
Maßgebend für die Berechnung ist das laufende Kalenderjahr. Bezügebestandteile, die vom Familienstand oder von Unterhaltsverpflichtungen abhängig sind, bleiben außer Betracht. Betrifft das Verfahren die Verleihung eines anderen Amts oder den Zeitpunkt einer Versetzung in den Ruhestand, ist Streitwert die Hälfte des sich nach den Sätzen 1 bis 3 ergebenden Betrags.

(7) Ist mit einem in Verfahren nach Absatz 6 verfolgten Klagebegehren ein aus ihm hergeleiteter vermögensrechtlicher Anspruch verbunden, ist nur ein Klagebegehren, und zwar das wertmäßig höhere, maßgebend.

(8) Dem Kläger steht gleich, wer sonst das Verfahren des ersten Rechtszugs beantragt hat.

(1) Gegen den Beschluss, durch den der Wert für die Gerichtsgebühren festgesetzt worden ist (§ 63 Absatz 2), findet die Beschwerde statt, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 200 Euro übersteigt. Die Beschwerde findet auch statt, wenn sie das Gericht, das die angefochtene Entscheidung erlassen hat, wegen der grundsätzlichen Bedeutung der zur Entscheidung stehenden Frage in dem Beschluss zulässt. Die Beschwerde ist nur zulässig, wenn sie innerhalb der in § 63 Absatz 3 Satz 2 bestimmten Frist eingelegt wird; ist der Streitwert später als einen Monat vor Ablauf dieser Frist festgesetzt worden, kann sie noch innerhalb eines Monats nach Zustellung oder formloser Mitteilung des Festsetzungsbeschlusses eingelegt werden. Im Fall der formlosen Mitteilung gilt der Beschluss mit dem dritten Tage nach Aufgabe zur Post als bekannt gemacht. § 66 Absatz 3, 4, 5 Satz 1, 2 und 5 sowie Absatz 6 ist entsprechend anzuwenden. Die weitere Beschwerde ist innerhalb eines Monats nach Zustellung der Entscheidung des Beschwerdegerichts einzulegen.

(2) War der Beschwerdeführer ohne sein Verschulden verhindert, die Frist einzuhalten, ist ihm auf Antrag von dem Gericht, das über die Beschwerde zu entscheiden hat, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren, wenn er die Beschwerde binnen zwei Wochen nach der Beseitigung des Hindernisses einlegt und die Tatsachen, welche die Wiedereinsetzung begründen, glaubhaft macht. Ein Fehlen des Verschuldens wird vermutet, wenn eine Rechtsbehelfsbelehrung unterblieben oder fehlerhaft ist. Nach Ablauf eines Jahres, von dem Ende der versäumten Frist an gerechnet, kann die Wiedereinsetzung nicht mehr beantragt werden. Gegen die Ablehnung der Wiedereinsetzung findet die Beschwerde statt. Sie ist nur zulässig, wenn sie innerhalb von zwei Wochen eingelegt wird. Die Frist beginnt mit der Zustellung der Entscheidung. § 66 Absatz 3 Satz 1 bis 3, Absatz 5 Satz 1, 2 und 5 sowie Absatz 6 ist entsprechend anzuwenden.

(3) Die Verfahren sind gebührenfrei. Kosten werden nicht erstattet.

(1) Die Vorschlagslisten für die ehrenamtlichen Richter, die in den Kammern für Angelegenheiten der Sozialversicherung, der Grundsicherung für Arbeitsuchende einschließlich der Streitigkeiten auf Grund des § 6a des Bundeskindergeldgesetzes und der Arbeitsförderung mitwirken, werden aus dem Kreis der Versicherten und aus dem Kreis der Arbeitgeber aufgestellt. Gewerkschaften, selbständige Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung und die in Absatz 3 Satz 2 genannten Vereinigungen stellen die Vorschlagslisten für ehrenamtliche Richter aus dem Kreis der Versicherten auf. Vereinigungen von Arbeitgebern und die in § 16 Absatz 4 Nummer 3 bezeichneten obersten Bundes- oder Landesbehörden stellen die Vorschlagslisten aus dem Kreis der Arbeitgeber auf.

(2) Die Vorschlagslisten für die ehrenamtlichen Richter, die in den Kammern für Angelegenheiten des Vertragsarztrechts mitwirken, werden nach Bezirken von den Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und von den Zusammenschlüssen der Krankenkassen aufgestellt.

(3) Für die Kammern für Angelegenheiten des sozialen Entschädigungsrechts und des Schwerbehindertenrechts werden die Vorschlagslisten für die mit dem sozialen Entschädigungsrecht oder dem Recht der Teilhabe behinderter Menschen vertrauten Personen von den Landesversorgungsämtern oder nach Maßgabe des Landesrechts von den Stellen aufgestellt, denen deren Aufgaben übertragen worden sind oder die für die Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes oder des Rechts der Teilhabe behinderter Menschen zuständig sind. Die Vorschlagslisten für die Versorgungsberechtigten, die behinderten Menschen und die Versicherten werden aufgestellt von den im Gerichtsbezirk vertretenen Vereinigungen, deren satzungsgemäße Aufgaben die gemeinschaftliche Interessenvertretung, die Beratung und Vertretung der Leistungsempfänger nach dem sozialen Entschädigungsrecht oder der behinderten Menschen wesentlich umfassen und die unter Berücksichtigung von Art und Umfang ihrer bisherigen Tätigkeit sowie ihres Mitgliederkreises die Gewähr für eine sachkundige Erfüllung dieser Aufgaben bieten. Vorschlagsberechtigt nach Satz 2 sind auch die Gewerkschaften und selbständige Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung.

(4) Die Vorschlagslisten für die ehrenamtlichen Richter, die in den Kammern für Angelegenheiten der Sozialhilfe einschließlich der Angelegenheiten nach Teil 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch und des Asylbewerberleistungsgesetzes mitwirken, werden von den Kreisen und den kreisfreien Städten aufgestellt.

(1) Soweit der Verwaltungsakt rechtswidrig und der Kläger dadurch in seinen Rechten verletzt ist, hebt das Gericht den Verwaltungsakt und den etwaigen Widerspruchsbescheid auf. Ist der Verwaltungsakt schon vollzogen, so kann das Gericht auf Antrag auch aussprechen, daß und wie die Verwaltungsbehörde die Vollziehung rückgängig zu machen hat. Dieser Ausspruch ist nur zulässig, wenn die Behörde dazu in der Lage und diese Frage spruchreif ist. Hat sich der Verwaltungsakt vorher durch Zurücknahme oder anders erledigt, so spricht das Gericht auf Antrag durch Urteil aus, daß der Verwaltungsakt rechtswidrig gewesen ist, wenn der Kläger ein berechtigtes Interesse an dieser Feststellung hat.

(2) Begehrt der Kläger die Änderung eines Verwaltungsakts, der einen Geldbetrag festsetzt oder eine darauf bezogene Feststellung trifft, kann das Gericht den Betrag in anderer Höhe festsetzen oder die Feststellung durch eine andere ersetzen. Erfordert die Ermittlung des festzusetzenden oder festzustellenden Betrags einen nicht unerheblichen Aufwand, kann das Gericht die Änderung des Verwaltungsakts durch Angabe der zu Unrecht berücksichtigten oder nicht berücksichtigten tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse so bestimmen, daß die Behörde den Betrag auf Grund der Entscheidung errechnen kann. Die Behörde teilt den Beteiligten das Ergebnis der Neuberechnung unverzüglich formlos mit; nach Rechtskraft der Entscheidung ist der Verwaltungsakt mit dem geänderten Inhalt neu bekanntzugeben.

(3) Hält das Gericht eine weitere Sachaufklärung für erforderlich, kann es, ohne in der Sache selbst zu entscheiden, den Verwaltungsakt und den Widerspruchsbescheid aufheben, soweit nach Art oder Umfang die noch erforderlichen Ermittlungen erheblich sind und die Aufhebung auch unter Berücksichtigung der Belange der Beteiligten sachdienlich ist. Auf Antrag kann das Gericht bis zum Erlaß des neuen Verwaltungsakts eine einstweilige Regelung treffen, insbesondere bestimmen, daß Sicherheiten geleistet werden oder ganz oder zum Teil bestehen bleiben und Leistungen zunächst nicht zurückgewährt werden müssen. Der Beschluß kann jederzeit geändert oder aufgehoben werden. Eine Entscheidung nach Satz 1 kann nur binnen sechs Monaten seit Eingang der Akten der Behörde bei Gericht ergehen.

(4) Kann neben der Aufhebung eines Verwaltungsakts eine Leistung verlangt werden, so ist im gleichen Verfahren auch die Verurteilung zur Leistung zulässig.

(5) Soweit die Ablehnung oder Unterlassung des Verwaltungsakts rechtswidrig und der Kläger dadurch in seinen Rechten verletzt ist, spricht das Gericht die Verpflichtung der Verwaltungsbehörde aus, die beantragte Amtshandlung vorzunehmen, wenn die Sache spruchreif ist. Andernfalls spricht es die Verpflichtung aus, den Kläger unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts zu bescheiden.

(1) Das Urteil ergeht "Im Namen des Volkes". Es ist schriftlich abzufassen und von den Richtern, die bei der Entscheidung mitgewirkt haben, zu unterzeichnen. Ist ein Richter verhindert, seine Unterschrift beizufügen, so wird dies mit dem Hinderungsgrund vom Vorsitzenden oder, wenn er verhindert ist, vom dienstältesten beisitzenden Richter unter dem Urteil vermerkt. Der Unterschrift der ehrenamtlichen Richter bedarf es nicht.

(2) Das Urteil enthält

1.
die Bezeichnung der Beteiligten, ihrer gesetzlichen Vertreter und der Bevollmächtigten nach Namen, Beruf, Wohnort und ihrer Stellung im Verfahren,
2.
die Bezeichnung des Gerichts und die Namen der Mitglieder, die bei der Entscheidung mitgewirkt haben,
3.
die Urteilsformel,
4.
den Tatbestand,
5.
die Entscheidungsgründe,
6.
die Rechtsmittelbelehrung.

(3) Im Tatbestand ist der Sach- und Streitstand unter Hervorhebung der gestellten Anträge seinem wesentlichen Inhalt nach gedrängt darzustellen. Wegen der Einzelheiten soll auf Schriftsätze, Protokolle und andere Unterlagen verwiesen werden, soweit sich aus ihnen der Sach- und Streitstand ausreichend ergibt.

(4) Ein Urteil, das bei der Verkündung noch nicht vollständig abgefaßt war, ist vor Ablauf von zwei Wochen, vom Tag der Verkündung an gerechnet, vollständig abgefaßt der Geschäftsstelle zu übermitteln. Kann dies ausnahmsweise nicht geschehen, so ist innerhalb dieser zwei Wochen das von den Richtern unterschriebene Urteil ohne Tatbestand, Entscheidungsgründe und Rechtsmittelbelehrung der Geschäftsstelle zu übermitteln; Tatbestand, Entscheidungsgründe und Rechtsmittelbelehrung sind alsbald nachträglich niederzulegen, von den Richtern besonders zu unterschreiben und der Geschäftsstelle zu übermitteln.

(5) Das Gericht kann von einer weiteren Darstellung der Entscheidungsgründe absehen, soweit es der Begründung des Verwaltungsakts oder des Widerspruchsbescheids folgt und dies in seiner Entscheidung feststellt.

(6) Der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle hat auf dem Urteil den Tag der Zustellung und im Falle des § 116 Abs. 1 Satz 1 den Tag der Verkündung zu vermerken und diesen Vermerk zu unterschreiben. Werden die Akten elektronisch geführt, hat der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle den Vermerk in einem gesonderten Dokument festzuhalten. Das Dokument ist mit dem Urteil untrennbar zu verbinden.

(1) Der unterliegende Teil trägt die Kosten des Verfahrens.

(2) Die Kosten eines ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels fallen demjenigen zur Last, der das Rechtsmittel eingelegt hat.

(3) Dem Beigeladenen können Kosten nur auferlegt werden, wenn er Anträge gestellt oder Rechtsmittel eingelegt hat; § 155 Abs. 4 bleibt unberührt.

(4) Die Kosten des erfolgreichen Wiederaufnahmeverfahrens können der Staatskasse auferlegt werden, soweit sie nicht durch das Verschulden eines Beteiligten entstanden sind.

(1) Das Gericht hat im Urteil oder, wenn das Verfahren in anderer Weise beendet worden ist, durch Beschluß über die Kosten zu entscheiden.

(2) Ist der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt, so entscheidet das Gericht außer in den Fällen des § 113 Abs. 1 Satz 4 nach billigem Ermessen über die Kosten des Verfahrens durch Beschluß; der bisherige Sach- und Streitstand ist zu berücksichtigen. Der Rechtsstreit ist auch in der Hauptsache erledigt, wenn der Beklagte der Erledigungserklärung des Klägers nicht innerhalb von zwei Wochen seit Zustellung des die Erledigungserklärung enthaltenden Schriftsatzes widerspricht und er vom Gericht auf diese Folge hingewiesen worden ist.

(3) In den Fällen des § 75 fallen die Kosten stets dem Beklagten zur Last, wenn der Kläger mit seiner Bescheidung vor Klageerhebung rechnen durfte.

(1) Kosten sind die Gerichtskosten (Gebühren und Auslagen) und die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendigen Aufwendungen der Beteiligten einschließlich der Kosten des Vorverfahrens.

(2) Die Gebühren und Auslagen eines Rechtsanwalts oder eines Rechtsbeistands, in Abgabenangelegenheiten auch einer der in § 67 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 genannten Personen, sind stets erstattungsfähig. Soweit ein Vorverfahren geschwebt hat, sind Gebühren und Auslagen erstattungsfähig, wenn das Gericht die Zuziehung eines Bevollmächtigten für das Vorverfahren für notwendig erklärt. Juristische Personen des öffentlichen Rechts und Behörden können an Stelle ihrer tatsächlichen notwendigen Aufwendungen für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen den in Nummer 7002 der Anlage 1 zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bestimmten Höchstsatz der Pauschale fordern.

(3) Die außergerichtlichen Kosten des Beigeladenen sind nur erstattungsfähig, wenn sie das Gericht aus Billigkeit der unterliegenden Partei oder der Staatskasse auferlegt.

(1) Soweit sich aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt, gilt für die Vollstreckung das Achte Buch der Zivilprozeßordnung entsprechend. Vollstreckungsgericht ist das Gericht des ersten Rechtszugs.

(2) Urteile auf Anfechtungs- und Verpflichtungsklagen können nur wegen der Kosten für vorläufig vollstreckbar erklärt werden.

(1) Genehmigungsbedürftige Anlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass zur Gewährleistung eines hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt

1.
schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft nicht hervorgerufen werden können;
2.
Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen getroffen wird, insbesondere durch die dem Stand der Technik entsprechenden Maßnahmen;
3.
Abfälle vermieden, nicht zu vermeidende Abfälle verwertet und nicht zu verwertende Abfälle ohne Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit beseitigt werden; Abfälle sind nicht zu vermeiden, soweit die Vermeidung technisch nicht möglich oder nicht zumutbar ist; die Vermeidung ist unzulässig, soweit sie zu nachteiligeren Umweltauswirkungen führt als die Verwertung; die Verwertung und Beseitigung von Abfällen erfolgt nach den Vorschriften des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und den sonstigen für die Abfälle geltenden Vorschriften;
4.
Energie sparsam und effizient verwendet wird.

(2) Soweit genehmigungsbedürftige Anlagen dem Anwendungsbereich des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes unterliegen, sind Anforderungen zur Begrenzung von Emissionen von Treibhausgasen nur zulässig, um zur Erfüllung der Pflichten nach Absatz 1 Nummer 1 sicherzustellen, dass im Einwirkungsbereich der Anlage keine schädlichen Umwelteinwirkungen entstehen; dies gilt nur für Treibhausgase, die für die betreffende Tätigkeit nach Anhang 1 des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes umfasst sind. Bei diesen Anlagen dürfen zur Erfüllung der Pflicht zur effizienten Verwendung von Energie in Bezug auf die Emissionen von Kohlendioxid, die auf Verbrennungs- oder anderen Prozessen der Anlage beruhen, keine Anforderungen gestellt werden, die über die Pflichten hinausgehen, welche das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz begründet.

(3) Genehmigungsbedürftige Anlagen sind so zu errichten, zu betreiben und stillzulegen, dass auch nach einer Betriebseinstellung

1.
von der Anlage oder dem Anlagengrundstück keine schädlichen Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft hervorgerufen werden können,
2.
vorhandene Abfälle ordnungsgemäß und schadlos verwertet oder ohne Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit beseitigt werden und
3.
die Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen Zustandes des Anlagengrundstücks gewährleistet ist.

(4) Wurden nach dem 7. Januar 2013 auf Grund des Betriebs einer Anlage nach der Industrieemissions-Richtlinie erhebliche Bodenverschmutzungen oder erhebliche Grundwasserverschmutzungen durch relevante gefährliche Stoffe im Vergleich zu dem im Bericht über den Ausgangszustand angegebenen Zustand verursacht, so ist der Betreiber nach Einstellung des Betriebs der Anlage verpflichtet, soweit dies verhältnismäßig ist, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Verschmutzung zu ergreifen, um das Anlagengrundstück in jenen Ausgangszustand zurückzuführen. Die zuständige Behörde hat der Öffentlichkeit relevante Informationen zu diesen vom Betreiber getroffenen Maßnahmen zugänglich zu machen, und zwar auch über das Internet. Soweit Informationen Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse enthalten, gilt § 10 Absatz 2 entsprechend.