Rechtsgebiet
Sexualstrafrecht
5 Schlüsselnormen · 5 Urteile im Überblick
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Das Sexualstrafrecht stellt einen besonders sensiblen und konfliktträchtigen Bereich des Strafrechts dar. Es sanktioniert Verhaltensweisen, die das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verletzen. Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen finden sich im 13. Abschnitt des Strafgesetzbuches (StGB). Typische und gravierende Delikte in diesem Bereich umfassen sexuelle Nötigung und Vergewaltigung (§ 177 StGB), den sexuellen Missbrauch von Kindern (§§ 176 ff. StGB) sowie sexuelle Belästigung (§ 184i StGB). Zudem nimmt die Strafverfolgung wegen der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von kinder- oder jugendpornografischen Inhalten (§§ 184b, 184c StGB) aufgrund strengerer Gesetze und verbesserter digitaler Ermittlungsmethoden kontinuierlich zu.
Besonders im Sexualstrafrecht gilt die Brisanz, dass oft eine sogenannte „Aussage-gegen-Aussage“-Konstellation vorliegt, da es an objektiven Zeugen fehlt. Dennoch führen bereits bloße Ermittlungen zu einer enormen Vorverurteilung in der Gesellschaft, im privaten Umfeld und am Arbeitsplatz. Die Rufschädigung kann weitreichende existenzielle Folgen haben, selbst wenn das Verfahren später eingestellt wird.
Aus diesem Grund ist eine diskrete Verteidigung wichtig. Eine Verteidigerin oder ein Verteidiger achtet auf die strikte Wahrung der Unschuldsvermutung und begegnet den Ermittlungsbehörden mit der nötigen Distanz und juristischen Präzision. Zu den anwaltlichen Kernaufgaben gehören die Analyse aussagepsychologischer Besonderheiten, die kritische Überprüfung von Zeugenaussagen auf deren Glaubhaftigkeit sowie nach Möglichkeit die Verhinderung von öffentlichkeitswirksamen Hauptverhandlungen, um Reputationsschäden so gering wie möglich zu halten.
Der BGH hat mit dem Urteil vom 23.11.2006 (Az: 3 StR 366/06) entschieden: Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Itzehoe vom 10. Weiterlesen ›
Der BGH hat mit dem Urteil vom 18.04.2007 (Az: 5 StR 546/06) folgendes entschieden: Eine bewusste Missachtung oder gleichgewichtig grobe Verkennung der Voraussetzungen des für Wohnungsdurchsuchungen … Weiterlesen ›
Grundtatbestand des Raubes, § 249 StGB Einen Raub begeht, wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache … Weiterlesen ›
Für dieses Unterthema zeigen wir die Inhalte des übergeordneten Gebiets „Strafrecht“.
Schlüsselnormen
- § 177 StGBSexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung
- § 176 StGBSexueller Missbrauch von Kindern
- § 184b StGBVerbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Inhalte
- § 184c StGBVerbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornographischer Inhalte
- § 184i StGBSexuelle Belästigung
Aktuelle Urteile
neueste zuerst- BGHUnterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus: Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit durch eine von der Norm abweichende sexuelle Präferenz; Diagnose einer Pädophilie3 StR 407/15 · 10.11.2015 · Beschluss
- BGHAnfrage beim Großen Senat in Zivilsachen und den übrigen Strafsenaten: Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Schädigers und des Geschädigten bei der Bemessung des Schmerzensgeldes im Rahmen eines Strafverfahrens wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern2 StR 137/14, 2 StR 337/14 · 08.10.2014 · Beschluss
- BGHUnterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus: Gefährlichkeitsprognose bei zu erwartenden Vergehen aus dem Bereich der vorsätzlichen Körperverletzung4 StR 47/14 · 10.04.2014 · Beschluss
- BVerwGLehrer; sexueller Missbrauch von Schülern; Aberkennung des Ruhegehalts nach Versetzung in den Ruhestand; Weiterbeschäftigung nach Aufdeckung des Dienstvergehens2 B 140/11 · 01.03.2012 · Beschluss
- BGHStrafzumessung: Strafmilderung bei Verfahrensverzögerung durch vorläufige Einstellung des Verfahrens und Wiederaufnahme2 StR 344/10 · 21.12.2010 · Beschluss
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