Bestand · Themenstrang
Religion/Glaube
15 Beiträge und Entscheidungen in diesem Strang
Jeder Knoten in diesem Bild steht im Legal Knowledge Graph. Wie Lage und Abstand berechnet werden ›
Die verfassungsrechtliche Garantie der Religionsfreiheit nach Art. 4 Abs. 1 und 2 GG gewährleistet die ungestörte Glaubensbetätigung sowie die weltanschauliche Überzeugung im privaten und gesellschaftlichen Raum. In der juristischen Praxis entfaltet dieses fundamentale Grundrecht erhebliche Durchschlagskraft im Arbeitsrecht sowie im öffentlichen Dienstrecht. Typische Konflikte entstehen beim Tragen religiöser Kleidungssymbole an Schulen oder Gerichten. Das Bundesarbeitsgericht sowie der Europäische Gerichtshof (Rs. C-157/15) fordern neutrale unternehmerische Richtlinien, um eine verbotene Benachteiligung nach § 1 und § 3 Abs. 1 sowie Abs. 2 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) auszuschließen. Für kirchliche Einrichtungen enthält § 9 AGG Sonderregelungen zum religiösen Selbstbestimmungsrecht, die jedoch strengen unionsrechtlichen Wirksamkeitskontrollen nach Art. 10 Abs. 1 der EU-Grundrechtecharta unterliegen. Im staatlichen Schulwesen betont das Bundesverwaltungsgericht, dass die Verrichtung ritueller Schülergebete ihre verfassungsrechtliche Grenze am staatlichen Erziehungsauftrag nach Art. 7 Abs. 1 GG sowie an der Wahrung des Schulfriedens findet. Auch im Straßenverkehrsrecht begründet traditionelles Glaubensbrauchtum keine pauschale Befreiung von elementaren Sicherheitsvorschriften, namentlich der Helmpflicht gemäß § 21a Abs. 2 StVO. Gerichtliche Streitigkeiten verlangen daher stets eine methodische Einzelfallabwägung zwischen Bekenntnisfreiheit, staatlichem Neutralitätsgebot und Rechten unbeteiligter Dritter.
Im Bestand
- UrteilVG Berlin, 19.05.2022 – URTEIL VG 33 K 552 18 A
- BeitragArbeitsrecht: Berufung gegen das sogenannte „Kopftuchverbot“ wurde zurückgewiesen
- BeitragArbeitsrecht: Dauerstreit Kopftuch: Abgelehnte Bewerberin wird nicht entschädigt
- BeitragAllgemeines Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG): Schutzbereich, Sphärentheorie und zivilrechtliche Ansprüche
- BeitragArbeitsrecht: Kopftuchverbot als mittelbare Diskriminierung
- BeitragBerliner Kopftuchverbot - Land Berlin muss Entschädigung an angehende Lehrerin zahlen
- BeitragArbeitsrecht: Das Verbot am Arbeitsplatz ein Kopftuch zu tragen kann zulässig sein
- BeitragEuGH: Arbeitgeber darf das Tragen eines Kopftuchs am Arbeitsplatz verbieten
- BeitragReligion/Glaube
- BeitragBVerwG: Verrichtung von Gebeten in der Schule findet ihre Schranke in der Wahrung des Schulfriedens
- BeitragArbeitsrecht: Verwirklichung der Religionsfreiheit rechtfertigt nur ausnahmsweise Aufgabe des Arbeitsplatzes
- BeitragVerkehrsrecht: Schutzhelmpflicht – Turban statt Sturzhelm – keine Ausnahme bei Sikh
- BeitragVerwaltungsrecht: Kopftuchverbot bei Lehrern scheinbar verfassungskonform
- BeitragVG Berlin: Muslimischer Schüler darf einmal täglich in der Schule sein islamisches Gebet verrichten
- BeitragArbeitsrecht: Voraussetzungen für eine objektive Eignung hinsichtlich offensichtlicher Über- oder Minderqualifikation