Strafprozeßordnung - StPO | § 245 Umfang der Beweisaufnahme; präsente Beweismittel

(1) Die Beweisaufnahme ist auf alle vom Gericht vorgeladenen und auch erschienenen Zeugen und Sachverständigen sowie auf die sonstigen nach § 214 Abs. 4 vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft herbeigeschafften Beweismittel zu erstrecken, es sei denn, daß die Beweiserhebung unzulässig ist. Von der Erhebung einzelner Beweise kann abgesehen werden, wenn die Staatsanwaltschaft, der Verteidiger und der Angeklagte damit einverstanden sind.

(2) Zu einer Erstreckung der Beweisaufnahme auf die vom Angeklagten oder der Staatsanwaltschaft vorgeladenen und auch erschienenen Zeugen und Sachverständigen sowie auf die sonstigen herbeigeschafften Beweismittel ist das Gericht nur verpflichtet, wenn ein Beweisantrag gestellt wird. Der Antrag ist abzulehnen, wenn die Beweiserhebung unzulässig ist. Im übrigen darf er nur abgelehnt werden, wenn die Tatsache, die bewiesen werden soll, schon erwiesen oder offenkundig ist, wenn zwischen ihr und dem Gegenstand der Urteilsfindung kein Zusammenhang besteht oder wenn das Beweismittel völlig ungeeignet ist.

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Referenzen - Gesetze | § 245 StPO

§ 245 StPO zitiert oder wird zitiert von 2 §§.

§ 245 StPO wird zitiert von 1 anderen §§ im StPO.

StPO | § 234a Befugnisse des Verteidigers bei Vertretung des abwesenden Angeklagten


Findet die Hauptverhandlung ohne Anwesenheit des Angeklagten statt, so genügt es, wenn die nach § 265 Abs. 1 und 2 erforderlichen Hinweise dem Verteidiger gegeben werden; das Einverständnis des Angeklagten nach § 245 Abs. 1 Satz 2 und nach § 251...

§ 245 StPO zitiert 1 andere §§ aus dem StPO.

StPO | § 214 Ladungen durch den Vorsitzenden; Herbeischaffung der Beweismittel


(1) Die zur Hauptverhandlung erforderlichen Ladungen ordnet der Vorsitzende an. Zugleich veranlasst er die nach § 397 Absatz 2 Satz 3, § 406d Absatz 1 und § 406h Absatz 2 Satz 2 erforderlichen Benachrichtigungen vom Termin; § 406d Absatz 4 gilt...

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37 Urteil(e) in unserer Datenbank zitieren § 245 StPO.

Bundesgerichtshof Urteil, 06. Juli 2011 - 2 StR 124/11

bei uns veröffentlicht am 06.07.2011

----------------- BUNDESGERICHTSHOF ----------------- IM NAMEN DES VOLKES URTEIL 2 StR 124/11 vom 6. Juli 2011 in der Strafsache gegen wegen Vergewaltigung u.a. Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat in der Sitzung vom 6. Juli 2011, an der..

Bundesgerichtshof Urteil, 06. Sept. 2011 - 1 StR 633/10

bei uns veröffentlicht am 06.09.2011

----------------- BUNDESGERICHTSHOF ----------------- IM NAMEN DES VOLKES URTEIL 1 StR 633/10 vom 6. September 2011 in der Strafsache gegen Karlheinz S c h r e i b e r , wegen Steuerhinterziehung u.a. Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat

Bundesgerichtshof Beschluss, 19. Sept. 2017 - 5 StR 209/17

bei uns veröffentlicht am 19.09.2017

----------------- BUNDESGERICHTSHOF ----------------- BESCHLUSS 5 StR 209/17 vom 19. September 2017 in der Strafsache gegen 1. 2. 3. 4. 5. 6. ECLI:DE:BGH:2017:190917B5STR209.17.0 wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln u.a. Der 5. Strafsen

Bundesgerichtshof Beschluss, 05. Okt. 2011 - 4 StR 423/11

bei uns veröffentlicht am 05.10.2011

----------------- BUNDESGERICHTSHOF ----------------- BESCHLUSS 4 StR 423/11 vom 5. Oktober 2011 in der Strafsache gegen wegen Anstiftung zur schweren räuberischen Erpressung u.a. Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des...

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(1) Die zur Hauptverhandlung erforderlichen Ladungen ordnet der Vorsitzende an. Zugleich veranlasst er die nach § 397 Absatz 2 Satz 3, § 406d Absatz 1 und § 406h Absatz 2 Satz 2 erforderlichen Benachrichtigungen vom Termin; § 406d Absatz 4 gilt entsprechend. Die Geschäftsstelle sorgt dafür, dass die Ladungen bewirkt und die Mitteilungen versandt werden.

(2) Ist anzunehmen, daß sich die Hauptverhandlung auf längere Zeit erstreckt, so soll der Vorsitzende die Ladung sämtlicher oder einzelner Zeugen und Sachverständigen zu einem späteren Zeitpunkt als dem Beginn der Hauptverhandlung anordnen.

(3) Der Staatsanwaltschaft steht das Recht der unmittelbaren Ladung weiterer Personen zu.

(4) Die Staatsanwaltschaft bewirkt die Herbeischaffung der als Beweismittel dienenden Gegenstände. Diese kann auch vom Gericht bewirkt werden.