Abgabenordnung - AO 1977 | § 225 Reihenfolge der Tilgung

Abgabenordnung

(1) Schuldet ein Steuerpflichtiger mehrere Beträge und reicht bei freiwilliger Zahlung der gezahlte Betrag nicht zur Tilgung sämtlicher Schulden aus, so wird die Schuld getilgt, die der Steuerpflichtige bei der Zahlung bestimmt.

(2) Trifft der Steuerpflichtige keine Bestimmung, so werden mit einer freiwilligen Zahlung, die nicht sämtliche Schulden deckt, zunächst die Geldbußen, sodann nacheinander die Zwangsgelder, die Steuerabzugsbeträge, die übrigen Steuern, die Kosten, die Verspätungszuschläge, die Zinsen und die Säumniszuschläge getilgt. Innerhalb dieser Reihenfolge sind die einzelnen Schulden nach ihrer Fälligkeit zu ordnen; bei gleichzeitig fällig gewordenen Beträgen und bei den Säumniszuschlägen bestimmt die Finanzbehörde die Reihenfolge der Tilgung.

(3) Wird die Zahlung im Verwaltungsweg erzwungen (§ 249) und reicht der verfügbare Betrag nicht zur Tilgung aller Schulden aus, derentwegen die Vollstreckung oder die Verwertung der Sicherheiten erfolgt ist, so bestimmt die Finanzbehörde die Reihenfolge der Tilgung.

Referenzen - Gesetze

§ 225 AO 1977 zitiert oder wird zitiert von 2 §§.

§ 225 AO 1977 wird zitiert von 1 anderen §§ im AO 1977.

Anzeigen >AO 1977 | § 47 Erlöschen


Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis erlöschen insbesondere durch Zahlung (§§ 224, 224a, 225), Aufrechnung (§ 226), Erlass (§§ 163, 227), Verjährung (§§ 169 bis 171, §§ 228 bis 232), ferner durch Eintritt der Bedingung bei auflösend...

§ 225 AO 1977 zitiert 1 andere §§ aus dem AO 1977.

Anzeigen >AO 1977 | § 249 Vollstreckungsbehörden


(1) Die Finanzbehörden können Verwaltungsakte, mit denen eine Geldleistung, eine sonstige Handlung, eine Duldung oder Unterlassung gefordert wird, im Verwaltungsweg vollstrecken. Dies gilt auch für Steueranmeldungen (§ 168). Vollstreckungsbehörden...

Referenzen - Urteile

16 Urteil(e) in unserer Datenbank zitieren § 225 AO 1977.

Anzeigen >Landgericht Tübingen Beschluss, 16. Sept. 2016 - 5 T 232/16

16.09.2016
Landgericht Tübingen Beschluss 5 T 232/16, 16. September 2016

----- Tenor ----- 1. Auf die Beschwerde des Schuldners wird der Beschluss des Amtsgerichts Bad Urach vom 11.7.2016 aufgehoben und die Zwangsvollstreckung aus dem Vollstreckungsersuchen der Gläubigerin vom 4.3.2015 für unzulässig erklärt. 2. Die...

Anzeigen >Landgericht Tübingen Beschluss, 29. Juli 2016 - 5 T 102/16

29.07.2016
Landgericht Tübingen Beschluss 5 T 102/16, 29. Juli 2016

----- Tenor ----- 1. Die Beschwerde der Schuldnerin ist in der Hauptsache erledigt. Es wird klarstellend festgestellt, dass die Eintragungsanordnung des OGV G. vom 2.12.2015 keinen Bestand mehr hat. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens trägt die.

Anzeigen >Verwaltungsgericht Magdeburg Urteil, 25. Mai 2016 - 3 A 417/14

25.05.2016
Verwaltungsgericht Magdeburg Urteil 3 A 417/14, 25. Mai 2016

Tatbestand 1 Der Kläger wendet sich mit seiner Klage gegen die Heranziehung zu Vollstreckungskosten. 2 Der Kläger ist Handwerker und war bei der Beklagten, der C., in der Vergangenheit jeweils Mitglied gewesen. 3 Mit bestandskräftigem Bescheid..

Anzeigen >Bundesfinanzhof Urteil, 01. Dez. 2015 - VII R 44/14

01.12.2015
Bundesfinanzhof Urteil VII R 44/14, 01. Dezember 2015

----- Tenor ----- Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 24. September 2014  3 K 142/14 wird als unbegründet zurückgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kläger zu tragen. ---------- ...

Referenzen

(1) Die Finanzbehörden können Verwaltungsakte, mit denen eine Geldleistung, eine sonstige Handlung, eine Duldung oder Unterlassung gefordert wird, im Verwaltungsweg vollstrecken. Dies gilt auch für Steueranmeldungen (§ 168). Vollstreckungsbehörden sind die Finanzämter und die Hauptzollämter sowie die Landesfinanzbehörden, denen durch eine Rechtsverordnung nach § 17 Absatz 2 Satz 3 Nummer 3 des Finanzverwaltungsgesetzes die landesweite Zuständigkeit für Kassengeschäfte und das Erhebungsverfahren einschließlich der Vollstreckung übertragen worden ist; § 328 Absatz 1 Satz 3 bleibt unberührt.

(2) Zur Vorbereitung der Vollstreckung können die Finanzbehörden die Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Vollstreckungsschuldners ermitteln. Die Finanzbehörde darf ihr bekannte, nach § 30 geschützte Daten, die sie bei der Vollstreckung wegen Steuern und steuerlicher Nebenleistungen verwenden darf, auch bei der Vollstreckung wegen anderer Geldleistungen als Steuern und steuerlicher Nebenleistungen verwenden.