Bayerischer Verwaltungsgerichtshof Beschluss, 03. Feb. 2014 - 12 ZB 14.21

bei uns veröffentlicht am03.02.2014

Gericht

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof

Tenor

I.

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Zulassungsverfahren wird abgelehnt.

II.

Der Antrag auf Zulassung der Berufung wird abgelehnt.

III.

Die Klägerin trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens. Gerichtskosten werden nicht erhoben.

Gründe

I.

Die Klägerin beansprucht mit ihrer Klage jedenfalls sinngemäß eine Erhöhung der ihr mit Bescheid des Beklagten vom 28. Februar 2013 bewilligten Vorausleistungen von Ausbildungsförderung im Förderzeitraum November 2012 bis Juli 2013. Nach Durchführung eines vorläufigen Rechtsschutzverfahrens (vgl. VG Bayreuth, B. v. 4.3.2013 - B 3 E 13.125) ließ sie durch ihren Bevollmächtigten Klage erheben mit dem Antrag, den Bescheid des Beklagten vom 28. Februar 2013 aufzuheben und die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts für notwendig zu erklären. Den gleichzeitig gestellten Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe lehnte das Verwaltungsgericht Bayreuth mangels hinreichender Erfolgsaussichten der Klage mit Beschluss vom 17. Juni 2013 (B 3 K 13.238) ab. Die hiergegen erhobene Beschwerde wies der Senat mit Beschluss vom 18. Oktober 2013 (12 C 13.1520) zurück. Auf die Begründung des Beschlusses wird Bezug genommen.

Mit Gerichtsbescheid vom 18. November 2013 wies das Verwaltungsgericht Bayreuth in der Folge auch die Klage ab (Az.: B 3 K 13.238). Eine isolierte Klage auf Anfechtung des Bewilligungsbescheids vom 28. Februar 2013 sei bereits unzulässig, da der Klägerin kein Rechtsschutzbedürfnis zukomme, bereits bewilligte Vorausleistungen nicht mehr zu erhalten. Darüber hinaus besitze die Klage auch in der Sache keine Erfolgsaussichten, da, wie von der Klägerin wiederholt vorgetragen, eine Doppelanrechnung von Kindergeld bei der Berechnung der Vorausleistung nicht erfolgt sei. Das klägerische Vorbringen, es sei nicht nachvollziehbar dokumentiert worden, weshalb eine Doppelanrechnung des Kindergelds nicht vorliege, sei angesichts der Erläuterungen des Senats im Beschluss vom 18. Oktober 2013 nicht nachvollziehbar.

Gegen diesen Gerichtsbescheid richtet sich der Antrag der Klägerin auf Zulassung der Berufung, mit dem sie die Zulassungsgründe der ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung und der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache geltend macht. Zugleich beantragt sie für das Zulassungsverfahren die Bewilligung von Prozesskostenhilfe unter Beiordnung ihres Bevollmächtigten. Wie sich aus der Berechnung des Zuschusses zu Kosten der Unterkunft und Heizung nach § 27 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) ergebe, seien entgegen der Ansicht des Verwaltungsgerichts nicht lediglich 12 EUR, sondern vielmehr das gesamte Kindergeld angerechnet worden, so dass eine Doppelanrechnung vorliege. Weiter sei die Berechnung des Einkommens der Klägerin nicht nachvollziehbar dokumentiert. Zusätzlich müsse berücksichtigt werden, dass der monatliche Gesamtbedarf der Klägerin nicht 621 EUR sondern vielmehr 682 EUR betrage.

Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts wird auf die dem Senat vorliegenden Gerichts- und Behördenakten verwiesen.

II.

Der Antrag der Klägerin auf Zulassung der Berufung ist zulässig, jedoch unbegründet, weil die geltend gemachten Zulassungsgründe der ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung und der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache, auf deren Prüfung der Senat nach § 124a Abs. 5 Satz 2 VwGO beschränkt ist, nicht hinreichend dargelegt sind oder aber nicht eingreifen. Damit scheidet zugleich die Bewilligung von Prozesskostenhilfe mangels hinreichender Erfolgsaussichten des eingelegten Rechtsbehelfs aus.

1. Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Gerichtsbescheids des Verwaltungsgerichts Bayreuth im Sinne von § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO bestehen auf der Grundlage des Zulassungsvorbringens nicht. Denn die Klägerin hat weder einen tragenden Rechtssatz noch eine erhebliche Tatsachenfeststellung des angefochtenen Gerichtsbescheids mit schlüssigen Argumenten so infrage gestellt, dass der Ausgang eines zugelassenen Berufungsverfahrens zumindest ungewiss erschiene.

1.1. Soweit das Verwaltungsgericht die Klageabweisung auf die Unzulässigkeit der Klage aufgrund der Erhebung einer Anfechtungs- anstelle einer Verpflichtungsklage gestützt hat, hat die Klägerin durch ihren Bevollmächtigten keine Richtigkeitszweifel vorgetragen. Stützt das Verwaltungsgericht jedoch, wie im vorliegenden Fall, die Klageabweisung auf zwei selbstständig tragende Gründe, kommt eine Zulassung der Berufung bereits dann nicht in Betracht, wenn Zweifel nur hinsichtlich eines Grundes geltend gemacht werden (vgl. Happ in Eyermann, VwGO, 13. Aufl. 2010, § 124a Rn. 61). Dies ist hier der Fall. Überdies scheidet eine Umdeutung des auf Aufhebung des Bewilligungsbescheids gerichteten Klageantrags in eine Verpflichtungsklage vorliegend deswegen aus, weil der Klageantrag nicht von der Klägerin persönlich, sondern von einem mit der Befähigung zum Richteramt ausgestatteten Rechtsanwalt als Bevollmächtigten formuliert worden ist (vgl. BVerwG, U. v. 13.7.2011 - 8 C 10/10 - BVerwGE 140, 142 ff. Rn. 26 m. w. N.). Schließlich hat der Klägerbevollmächtigte, obwohl bereits der Prozesskostenhilfebeschluss des Verwaltungsgerichts vom 17. Juni 2013 wie auch die Beschwerdeentscheidung des Senats vom 18. Oktober 2013 auf die Problematik der Antragstellung im Klageschriftsatz vom 4. April 2013 hingewiesen haben, offensichtlich keinen Anlass gesehen, seinen Klageantrag zu modifizieren, so dass davon auszugehen ist, dass er tatsächlich die Erhebung einer Anfechtungsklage beabsichtigt hat. Die isolierte Anfechtungsklage ist, wie das Verwaltungsgericht zutreffend festgestellt hat, mangels Rechtsschutzbedürfnis der Klägerin unzulässig.

1.2. Auch aus der erneut aufgestellten Behauptung der Doppelanrechnung von Kindergeld sowie der neuerlichen Vorlage des Berechnungsbogens zum Zuschuss nach § 27 Abs. 3 SGB II erwachsen keine Zweifel an der Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung. Die Klägerin genügt insoweit bereits dem Darlegungsgebot des § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO nicht, das erfordert, dass sich der Antragsteller mit der angefochtenen Entscheidung auseinandersetzt und sie gedanklich durchdringt. Allein die Wiederholung des Vortrags erster Instanz reicht hierfür nicht aus. Vorliegend hat das Verwaltungsgericht in den Gründen des Gerichtsbescheids ausdrücklich auf den Beschluss des Senats vom 18. Oktober 2013 (12 C 13.1520) im Prozesskostenhilfeverfahren Bezug genommen, in dem - unter Angabe instruktiver Sekundärliteratur (Frank-Schinke, Leistungen für Auszubildende nach dem neuen § 27 SGB II, ZfF 2011, 121 ff.) - das Berechnungsverfahren für den Zuschuss nach § 27 Abs. 3 SGB II dargestellt und in Übereinstimmung mit dem Verwaltungsgericht festgestellt worden ist, dass eine Doppelanrechnung von Kindergeld nicht vorliegt. Hieran hält der Senat fest. Ausgehend von einem von der Klägerin angegebenen Mietzins von 300 EUR und einem im BAföG-Bedarfssatz enthaltenen „Unterkunftsanteil“ von 132 EUR ergibt sich nach § 27 Abs. 3 SGB II ein maximaler Förderbetrag in Höhe von 168 EUR. Nachdem die Klägerin tatsächlich ab Januar 2013 156 EUR (von maximal möglichen 168 EUR) als Zuschuss zu den Unterkunftskosten erhalten hat, folgt daraus, dass ihr von ihren Eigenmitteln, also dem Kindergeld, bei der Zuschussberechnung nach § 27 Abs. 3 SGB II lediglich 12 EUR angerechnet worden sind, ihr mithin 172 EUR anderweitig zur Verfügung standen. Dieser Betrag durfte bei der Berechnung der Höhe der Vorausleistungen der Klägerin als eigene Mittel angerechnet werden. Der in der Zulassungsbegründung angesprochene Bedarfssatz bezieht sich auf die Berechnung der Leistung nach § 27 SGB II, nicht hingegen auf die Höhe der Vorausleistung nach § 36 BAföG. Demnach ist der Gerichtsbescheid des Verwaltungsgerichts, auch soweit er sich zum materiellen Vorbringen der Klägerin verhält, keinen Zweifeln ausgesetzt, die die Zulassung der Berufung rechtfertigen würden.

2. Hinsichtlich des vom Bevollmächtigten der Klägerin geltend gemachten Zulassungsgrunds der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache nach § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO fehlen in der Zulassungsbegründung jegliche Erläuterungen. Auch insoweit genügt das Vorbringen daher bereits dem Darlegungsgebot des § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO nicht.

3. Angesichts der offenkundig fehlenden Erfolgsaussichten des Antrags auf Zulassung der Berufung war der Prozesskostenhilfeantrag ebenfalls abzulehnen.

4. Nach § 154 Abs. 2 VwGO trägt die Klägerin die Kosten des ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels. Gerichtskosten werden in Angelegenheiten der Ausbildungsförderung nach § 188 Satz 2, 1 VwGO nicht erhoben. Mit der Ablehnung des Zulassungsantrags wird der Gerichtsbescheid des Verwaltungsgerichts Bayreuth nach § 124a Abs. 5 Satz 4 VwGO rechtskräftig.

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BAföG | § 36 Vorausleistung von Ausbildungsförderung


(1) Macht der Auszubildende glaubhaft, dass seine Eltern den nach den Vorschriften dieses Gesetzes angerechneten Unterhaltsbetrag nicht leisten, und ist die Ausbildung – auch unter Berücksichtigung des Einkommens des Ehegatten oder Lebenspartners im.

VwGO | § 188


Die Sachgebiete in Angelegenheiten der Fürsorge mit Ausnahme der Angelegenheiten der Sozialhilfe und des Asylbewerberleistungsgesetzes, der Jugendhilfe, der Kriegsopferfürsorge, der Schwerbehindertenfürsorge sowie der Ausbildungsförderung sollen in..

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Bundesverwaltungsgericht Urteil, 13. Juli 2011 - 8 C 10/10

bei uns veröffentlicht am 13.07.2011

---------- Tatbestand ---------- 1 Die Klägerin wendet sich gegen ein Verbot von Finanzkommissionsgeschäften. 2 Mit Bescheid vom 15. Juni 2005 untersagte ihr die Beklagte gemäß § 37 Abs. 1 Satz 1 KWG das Finanzkommissionsgeschäft im Sinne von...

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a) Die Klage ist von der Klägerin, der Kommanditgesellschaft, und nicht von ihrer gesetzlichen Vertreterin, ihrer (früheren) Komplementärin, erhoben worden. Zwar hat die Komplementärin, ihrerseits wiederum vertreten durch ihren Vorstand, die Klageschrift eingereicht. Sie hat dies aber zweifelsfrei nicht im eigenen Namen, sondern namens und in Vertretung der Kommanditgesellschaft getan. Das geht aus der ausdrücklichen Bezeichnung der Kommanditgesellschaft als Klägerin und aus der beigefügten Prozessvollmacht unzweideutig hervor. Spielraum für eine abweichende Auslegung dieser Prozesserklärung besteht nicht. Die Klägerin war anwaltlich vertreten; die Umdeutung eindeutiger Prozesserklärungen von Rechtsanwälten ist aber nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ausgeschlossen (Beschlüsse vom 12. März 1998 - BVerwG 2 B 20.98 - und vom 25. März 1998 - BVerwG 4 B 30.98 - Buchholz 310 § 124a VwGO Nr. 2 und 3, sowie vom 23. August 1999 - BVerwG 8 B 152.99 - Buchholz 428 § 37 VermG Nr. 23 m.w.N.).

Die Sachgebiete in Angelegenheiten der Fürsorge mit Ausnahme der Angelegenheiten der Sozialhilfe und des Asylbewerberleistungsgesetzes, der Jugendhilfe, der Kriegsopferfürsorge, der Schwerbehindertenfürsorge sowie der Ausbildungsförderung sollen in einer Kammer oder in einem Senat zusammengefaßt werden. Gerichtskosten (Gebühren und Auslagen) werden in den Verfahren dieser Art nicht erhoben; dies gilt nicht für Erstattungsstreitigkeiten zwischen Sozialleistungsträgern.

(1) Macht der Auszubildende glaubhaft, dass seine Eltern den nach den Vorschriften dieses Gesetzes angerechneten Unterhaltsbetrag nicht leisten, und ist die Ausbildung – auch unter Berücksichtigung des Einkommens des Ehegatten oder Lebenspartners im Bewilligungszeitraum – gefährdet, so wird auf Antrag nach Anhörung der Eltern Ausbildungsförderung ohne Anrechnung dieses Betrages geleistet; nach Ende des Bewilligungszeitraums gestellte Anträge werden nicht berücksichtigt.

(2) Absatz 1 ist entsprechend anzuwenden, wenn

1.
der Auszubildende glaubhaft macht, dass seine Eltern den Bedarf nach den §§ 12 bis 14b nicht leisten, und die Eltern entgegen § 47 Absatz 4 die für die Anrechnung ihres Einkommens erforderlichen Auskünfte nicht erteilen oder Urkunden nicht vorlegen und darum ihr Einkommen nicht angerechnet werden kann, und wenn
2.
Bußgeldfestsetzung oder Einleitung des Verwaltungszwangsverfahrens nicht innerhalb zweier Monate zur Erteilung der erforderlichen Auskünfte geführt haben oder rechtlich unzulässig sind, insbesondere weil die Eltern ihren ständigen Wohnsitz im Ausland haben.

(3) Ausbildungsförderung wird nicht vorausgeleistet, soweit die Eltern bereit sind, Unterhalt entsprechend einer gemäß § 1612 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches getroffenen Bestimmung zu leisten.

(4) Von der Anhörung der Eltern kann aus wichtigem Grund oder, wenn der Auszubildende in demselben Ausbildungsabschnitt für den vorhergehenden Bewilligungszeitraum Leistungen nach Absatz 1 oder 2 erhalten hat, abgesehen werden.

(1) Auszubildende im Sinne des § 7 Absatz 5 erhalten Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach Maßgabe der folgenden Absätze. Die Leistungen für Auszubildende im Sinne des § 7 Absatz 5 gelten nicht als Arbeitslosengeld II.

(2) Leistungen werden in Höhe der Mehrbedarfe nach § 21 Absatz 2, 3, 5 und 6 und in Höhe der Leistungen nach § 24 Absatz 3 Nummer 2 erbracht, soweit die Mehrbedarfe nicht durch zu berücksichtigendes Einkommen oder Vermögen gedeckt sind.

(3) Leistungen können für Regelbedarfe, den Mehrbedarf nach § 21 Absatz 7, Bedarfe für Unterkunft und Heizung, Bedarfe für Bildung und Teilhabe und notwendige Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Darlehen erbracht werden, sofern der Leistungsausschluss nach § 7 Absatz 5 eine besondere Härte bedeutet. Eine besondere Härte ist auch anzunehmen, wenn Auszubildenden, deren Bedarf sich nach §§ 12 oder 13 Absatz 1 Nummer 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes bemisst, aufgrund von § 10 Absatz 3 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes keine Leistungen zustehen, diese Ausbildung im Einzelfall für die Eingliederung der oder des Auszubildenden in das Erwerbsleben zwingend erforderlich ist und ohne die Erbringung von Leistungen zum Lebensunterhalt der Abbruch der Ausbildung droht; in diesem Fall sind Leistungen als Zuschuss zu erbringen. Für den Monat der Aufnahme einer Ausbildung können Leistungen entsprechend § 24 Absatz 4 Satz 1 erbracht werden. Leistungen nach Satz 1 sind gegenüber den Leistungen nach Absatz 2 nachrangig.

(1) Gegen Endurteile einschließlich der Teilurteile nach § 110 und gegen Zwischenurteile nach den §§ 109 und 111 steht den Beteiligten die Berufung zu, wenn sie von dem Verwaltungsgericht oder dem Oberverwaltungsgericht zugelassen wird.

(2) Die Berufung ist nur zuzulassen,

1.
wenn ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils bestehen,
2.
wenn die Rechtssache besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten aufweist,
3.
wenn die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat,
4.
wenn das Urteil von einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts, des Bundesverwaltungsgerichts, des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes oder des Bundesverfassungsgerichts abweicht und auf dieser Abweichung beruht oder
5.
wenn ein der Beurteilung des Berufungsgerichts unterliegender Verfahrensmangel geltend gemacht wird und vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann.

(1) Das Verwaltungsgericht lässt die Berufung in dem Urteil zu, wenn die Gründe des § 124 Abs. 2 Nr. 3 oder Nr. 4 vorliegen. Das Oberverwaltungsgericht ist an die Zulassung gebunden. Zu einer Nichtzulassung der Berufung ist das Verwaltungsgericht nicht befugt.

(2) Die Berufung ist, wenn sie von dem Verwaltungsgericht zugelassen worden ist, innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollständigen Urteils bei dem Verwaltungsgericht einzulegen. Die Berufung muss das angefochtene Urteil bezeichnen.

(3) Die Berufung ist in den Fällen des Absatzes 2 innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils zu begründen. Die Begründung ist, sofern sie nicht zugleich mit der Einlegung der Berufung erfolgt, bei dem Oberverwaltungsgericht einzureichen. Die Begründungsfrist kann auf einen vor ihrem Ablauf gestellten Antrag von dem Vorsitzenden des Senats verlängert werden. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag enthalten sowie die im Einzelnen anzuführenden Gründe der Anfechtung (Berufungsgründe). Mangelt es an einem dieser Erfordernisse, so ist die Berufung unzulässig.

(4) Wird die Berufung nicht in dem Urteil des Verwaltungsgerichts zugelassen, so ist die Zulassung innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollständigen Urteils zu beantragen. Der Antrag ist bei dem Verwaltungsgericht zu stellen. Er muss das angefochtene Urteil bezeichnen. Innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils sind die Gründe darzulegen, aus denen die Berufung zuzulassen ist. Die Begründung ist, soweit sie nicht bereits mit dem Antrag vorgelegt worden ist, bei dem Oberverwaltungsgericht einzureichen. Die Stellung des Antrags hemmt die Rechtskraft des Urteils.

(5) Über den Antrag entscheidet das Oberverwaltungsgericht durch Beschluss. Die Berufung ist zuzulassen, wenn einer der Gründe des § 124 Abs. 2 dargelegt ist und vorliegt. Der Beschluss soll kurz begründet werden. Mit der Ablehnung des Antrags wird das Urteil rechtskräftig. Lässt das Oberverwaltungsgericht die Berufung zu, wird das Antragsverfahren als Berufungsverfahren fortgesetzt; der Einlegung einer Berufung bedarf es nicht.

(6) Die Berufung ist in den Fällen des Absatzes 5 innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses über die Zulassung der Berufung zu begründen. Die Begründung ist bei dem Oberverwaltungsgericht einzureichen. Absatz 3 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend.

(1) Das Verwaltungsgericht lässt die Berufung in dem Urteil zu, wenn die Gründe des § 124 Abs. 2 Nr. 3 oder Nr. 4 vorliegen. Das Oberverwaltungsgericht ist an die Zulassung gebunden. Zu einer Nichtzulassung der Berufung ist das Verwaltungsgericht nicht befugt.

(2) Die Berufung ist, wenn sie von dem Verwaltungsgericht zugelassen worden ist, innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollständigen Urteils bei dem Verwaltungsgericht einzulegen. Die Berufung muss das angefochtene Urteil bezeichnen.

(3) Die Berufung ist in den Fällen des Absatzes 2 innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils zu begründen. Die Begründung ist, sofern sie nicht zugleich mit der Einlegung der Berufung erfolgt, bei dem Oberverwaltungsgericht einzureichen. Die Begründungsfrist kann auf einen vor ihrem Ablauf gestellten Antrag von dem Vorsitzenden des Senats verlängert werden. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag enthalten sowie die im Einzelnen anzuführenden Gründe der Anfechtung (Berufungsgründe). Mangelt es an einem dieser Erfordernisse, so ist die Berufung unzulässig.

(4) Wird die Berufung nicht in dem Urteil des Verwaltungsgerichts zugelassen, so ist die Zulassung innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollständigen Urteils zu beantragen. Der Antrag ist bei dem Verwaltungsgericht zu stellen. Er muss das angefochtene Urteil bezeichnen. Innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollständigen Urteils sind die Gründe darzulegen, aus denen die Berufung zuzulassen ist. Die Begründung ist, soweit sie nicht bereits mit dem Antrag vorgelegt worden ist, bei dem Oberverwaltungsgericht einzureichen. Die Stellung des Antrags hemmt die Rechtskraft des Urteils.

(5) Über den Antrag entscheidet das Oberverwaltungsgericht durch Beschluss. Die Berufung ist zuzulassen, wenn einer der Gründe des § 124 Abs. 2 dargelegt ist und vorliegt. Der Beschluss soll kurz begründet werden. Mit der Ablehnung des Antrags wird das Urteil rechtskräftig. Lässt das Oberverwaltungsgericht die Berufung zu, wird das Antragsverfahren als Berufungsverfahren fortgesetzt; der Einlegung einer Berufung bedarf es nicht.

(6) Die Berufung ist in den Fällen des Absatzes 5 innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses über die Zulassung der Berufung zu begründen. Die Begründung ist bei dem Oberverwaltungsgericht einzureichen. Absatz 3 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend.

(1) Der unterliegende Teil trägt die Kosten des Verfahrens.

(2) Die Kosten eines ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels fallen demjenigen zur Last, der das Rechtsmittel eingelegt hat.

(3) Dem Beigeladenen können Kosten nur auferlegt werden, wenn er Anträge gestellt oder Rechtsmittel eingelegt hat; § 155 Abs. 4 bleibt unberührt.

(4) Die Kosten des erfolgreichen Wiederaufnahmeverfahrens können der Staatskasse auferlegt werden, soweit sie nicht durch das Verschulden eines Beteiligten entstanden sind.