Verwaltungsgericht München Urteil, 25. Jan. 2018 - M 10 K 17.5155

bei uns veröffentlicht am25.01.2018

Gericht

Verwaltungsgericht München

Tenor

I. Die Klage wird abgewiesen.

II. Die Klägerin hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.

III. Die Kostenentscheidung ist vorläufig vollstreckbar. Die Klägerin darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung in Höhe des vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vorher Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

Tatbestand

Die am ... Oktober 1967 geborene Klägerin ist irakische Staatsangehörige. Sie reiste erstmals am 20. April 2016 mit einem Schengen-Visum C zur Begleitung Ihres Sohnes ..., geboren am ... Oktober 1998, in das Bundesgebiet ein. Der Sohn begab sich hier wegen einer schwersten Verlaufsform der Akne in medizinische Behandlung in der Gemeinschaftspraxis Prof. Dr. ... und Dr. med. ... Aufgrund der prognostizierten länger dauernden Behandlung der Akne wurde auf den Antrag der Klägerin vom 24. Mai 2016 das Schengen-Visum als nationales Visum D von der Beklagten bis 16. August 2016 verlängert.

Im Anschluss daran erteilte die Beklagte der Klägerin eine Aufenthaltserlaubnis wegen der weiter erforderlichen Behandlung des Sohnes, die zuletzt bis zum 30. Juni 2017 verlängert wurde. Nach einer ärztlichen Stellungnahme der Gemeinschaftspraxis vom 2. März 2017 sollte die Behandlung des Sohnes noch bis Ende Juli dauern. Auf den Verlängerungsantrag der Klägerin vom 29. Juni 2017 wurde der Klägerin eine Fiktionsbescheinigung nach § 81 Abs. 4 AufenthG bis zum 31. August 2017 ausgestellt, die noch bis zum 9. Oktober 2017 verlängert wurde.

Mit Bescheid vom 26. September 2017 wurde der Antrag der Klägerin vom 29. Juli 2017 auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis abgelehnt (Nr. 1 des Bescheids), der Klägerin eine Ausreisefrist bis zum 31. Oktober 2017 gesetzt (Nr. 2), darauf hingewiesen, dass ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für die Dauer von bis zu einem Jahr für die Bundesrepublik Deutschland sowie die Schengen Staaten angeordnet werden könne, soweit sie die Ausreisefrist schuldhaft und erheblich überschreite (Nr. 3) und für den Fall nicht fristgerechter Ausreise die Abschiebung in den Irak oder einen anderen Staat angedroht, in den sie einreisen dürfe oder der zu ihrer Rückübernahme verpflichtet sei (Nr. 4). Zur Begründung wird ausgeführt, anhand verschiedener Passkontrollstempel im Pass der Klägerin sei ersichtlich, dass diese sich zwischenzeitlich auch immer wieder für mehrere Monate in ihrem Heimatland aufgehalten habe. Mit Schreiben vom 28. Juli 2017 habe ihr Sohn erklärt, dass er zwei Monate in seinem Heimatland gewesen sei, um dort seine Abschlussprüfung zu schreiben. Seine Mutter sei mitgekommen, sie sei Beamtin und habe für ein Jahr Auslandsaufenthalt bei ihrem Amt beantragt. Nach einem vorgelegten Schreiben der Gemeinschaftspraxis vom 2. August 2017 seien nach Absetzen der Therapie wieder verstärkt Pusteln aufgetreten. Es sei weiter orale Medikamentengabe erforderlich sowie eine klinische Kontrolle in acht Wochen.

Für den Aufenthaltszweck als Begleitperson bei der medizinischen Behandlung des Sohnes komme ein humanitärer Aufenthalt nach § 25 Abs. 4 Satz 1 AufenthG in Betracht. Danach könne einem nicht vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer für einen vorübergehenden Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, solange dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder erhebliche öffentliche Interessen seine vorübergehende weitere Anwesenheit im Bundesgebiet erfordere. Hierbei müssten grundsätzlich die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen nach § 5 AufenthG erfüllt sein. Aufgrund einer von der Klägerin vorgelegten Verpflichtungserklärung sei von einem gesicherten Lebensunterhalt auszugehen. Zudem habe die Klägerin eine Kontobestätigung mit einem Kontostand von insgesamt etwa 20.000 Euro vorgelegt. Die Erteilung setze aber voraus, dass der Ausländer einen nur vorübergehenden zeitlich begrenzten Aufenthalt beabsichtige. Ob dies bei ihrem Sohn und somit auch bei der Klägerin der Fall sei, könne nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Zwar habe der behandelnde Arzt mit zuletzt vorgelegtem Attest vom 2. August 2017 eine weitere Therapiedauer von acht Wochen bescheinigt, ob die Therapie damit abgeschlossen sei oder weitere Kontrollen erforderlich würden, sei nicht ausgeführt. Daher sei von einer Dauertherapie mit regelmäßigen weiteren Kontrolluntersuchungen in Kurzintervallen auszugehen. Sofern der Sohn eventuell auch als sogenannter Risikopatient mit einem hohen Rezidivrisiko, also einer hohen Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens der Erkrankung einzustufen sei, sei nicht mehr von einem vorübergehenden Aufenthalt auszugehen. Diesem Risiko dürfte der Sohn jedoch auf Dauer ausgesetzt sein, da eine Prognose, ob und wann eine weitere Art der Erkrankung in der Zukunft eintreten werde, nicht getroffen werden könne. Ein Daueraufenthalt solle jedoch über die Vorschrift des § 25 Abs. 4 Satz 1 AufenthG gerade nicht eröffnet werden. Bei der Prüfung, ob dringende humanitäre oder persönliche Gründe vorlägen, sei auf die individuell-konkreten Umstände des Einzelfalls abzustellen. Es kämen hierbei nur inlandsbezogene Gründe in Frage. Eine eventuelle unzureichende medizinische Versorgung im Heimatland Irak sei als etwaiges zielstaatsbezogenes Abschiebungshindernis nicht zu berücksichtigen. Im Heimatort ... der Klägerin gäbe es mehr als 20 private und staatliche Krankenhäuser, Kliniken und Universitätskliniken. Der Klägerin sei es auch auf Grund ihrer finanziellen Lage möglich, ihrem Sohn im Heimatland die erforderlichen Medikamente zu kaufen bzw. ihrem Sohn auch eine etwaige private medizinische Behandlung in der Heimat zukommen zu lassen. Die ärztliche Behandlung des Sohnes sei bereits weit fortgeschritten. Die bevorstehende Kontrolluntersuchung Ende September sei im Rahmen der Ausreisefrist bereits berücksichtig worden. Nachdem die medizinische Behandlung des Sohns weitgehend abgeschlossen sei, lägen bei ihm keine weiteren dringenden humanitären oder persönlichen Gründe vor und somit auch keine weiteren persönlichen Gründe, dass auch die Klägerin weiterhin als Begleitperson im Bundesgebiet verbleibe. Es könne ihr zugemutet werden, Kontrolluntersuchungen ihres Sohnes als Begleitperson im Rahmen eines Jahres- oder Mehrjahresvisums in Anspruch zu nehmen, welches innerhalb des Gültigkeitszeitraums zur mehrmaligen Einreise in den Schengenraum berechtige. Auch die mehrmonatigen Aufenthalte der Klägerin im Heimatland machten deutlich, dass ein durchgehender Aufenthalt zur medizinischen Behandlung des Sohns im Bundesgebiet nicht unbedingt erforderlich sei. Die Erteilung eines Aufenthaltstitels nach § 25 Abs. 4 Satz 1 AufenthG sei somit im Rahmen des Ermessens abzulehnen, da die Voraussetzung nicht mehr erfüllt seien.

Die Erteilung eines Aufenthaltstitels nach § 25 Abs. 4 Satz 2 AufenthG scheitere daran, dass eine außergewöhnliche Härte weder bei der Klägerin noch bei ihrem Sohn gegeben sei. Auch die Voraussetzungen für die Erteilung eines anderen Aufenthaltstitels seien nicht gegeben. Der Aufenthalt des Sohnes als Patient werde mit Bescheid gleichen Datums beendet. Schützenswerte familiäre oder andere soziale Bindungen im Bundesgebiet seien nicht ersichtlich. Die Versagung des Aufenthaltstitels sei zweifellos eine einschneidende Maßnahme. Die Klägerin besitzt jedoch keine Rechtsposition, auf deren Bestand sie vertrauen dürfte. Ihr Sohn sei zusammen mit ihr als Begleitperson insbesondere auf weitere Behandlungsmöglichkeiten im Heimatland oder einem Drittstaat zu verweisen. Daneben bestehe die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Visa zum Zweck der Fortführung der medizinischen Behandlung in Deutschland. Die Klägerin habe das Bundesgebiet nach § 50 Abs. 2 AufenthG bis zum Ablauf der gesetzten Frist zu verlassen. Die gesetzte Frist sei der bisherigen Aufenthaltsdauer angemessen und ermögliche, die zur Ausreise erforderlichen Vorbereitungen zu treffen und die ärztliche Kontrolluntersuchung noch wahrzunehmen. Die Ausreisepflicht sei vollziehbar. Bei einem verschuldeten erheblichen Überschreiten der gesetzten Ausreisefrist könne nach § 11 Abs. 6 Satz AufenthG ein Einreise- und Aufenthaltsverbot von bis zu einem Jahr angeordnet werden. Komme die Klägerin ihrer Ausreisepflicht nicht freiwillig nach oder erscheine ihre Ausreise aus sonstigen Gründen nicht gesichert, werde sie nach § 58 Abs. 1 AufenthG abgeschoben. Gesetzliche Abschiebungsverbote seien nicht ersichtlich.

Der Bescheid wurde am 28. September 2017 mit PZU zugestellt.

Am Montag den 30. Oktober 2017 hat die Klägerin beim Verwaltungsgericht München Klage erhoben und beantragt,

die Beklagte zu verpflichten, unter Aufhebung ihres Bescheids vom 26. September 2017 den Aufenthalt der Klägerin zu verlängern.

Zur Begründung wird vorgetragen, es bestehe ein berechtigtes Interesse der Klägerin wie auch ihres Sohnes, die einmal begonnene Behandlung fortzusetzen. Ob eine solche Behandlung im Irak durchgeführt werden könne, sei mehr als fraglich. Die Klägerin und ihr Sohn seien gerade zur Behandlung nach Deutschland eingereist. Diese Behandlung sei nicht abgeschlossen. Insbesondere unterziehe sich die Klägerin derzeit einer konservativen Behandlung ihres Bandscheibenvorfalls, dessen Durchführung im Irak gleichfalls nicht gewährleistet sei. Die Beklagte hätte ermessensgerecht den Aufenthalt um mindestens sechs Monate verlängern müssen. Der Klägerin könne auf Grund des Bandscheibenvorfalls nicht zugemutet werden, vor Abschluss der Behandlung einen längeren Flug auf sich zu nehmen. Eine Rückkehr der Klägerin in den Irak sei auf absehbare Zeit nicht möglich. Die Klägerin und ihr Sohn stammten aus ... im autonomen kurdischen Teil des Iraks. Alle internationalen Flüge dorthin seien seit kurzem wegen der verschlechterten Sicherheitslage suspendiert. Es sei auch nicht möglich, über Bagdad nach ... zurückzukehren, da die Landesgrenzen zwischen dem kurdischen Autonomiegebiet und dem restlichen Irak geschlossen seien.

In der mündlichen Verhandlung vom 25. Januar 2018 legte die Klägerin zwei Bescheinigungen des Orthopädiezentrums ...-Ost vom 10. und 22. Januar 2018 vor, auf die Bezug genommen wird. Die Klägerin führte aus, sie sei bisher noch nicht bei der vorgeschlagenen Behandlung mit Massage etc. gewesen, sie wolle die gerichtliche Entscheidung abwarten. Sie habe bisher immer nur Schmerzmittel bekommen. Sie bestätigte, dass sie zwischenzeitlich wie auch ihr Sohn mehrere Male zurück im Irak gewesen sei. Die Aufenthaltsdauern im Irak seien unterschiedlich lange gewesen, mehrere Male ein Monat, zuletzt wegen der Prüfungen des Sohnes zwei Monate. Sie hätten sich dort immer in ... aufgehalten, ihrer Heimatstadt. Sie sei bisher auch im Irak nur medikamentös behandelt worden; dabei hätte sie die angewendeten Schmerzmittel jeweils in Deutschland bestellt und eingeführt.

Die Beklagte beantragt,

die Klage abzuweisen.

Wegen weiteren Einzelheiten wird auf die Gerichts- und die beigezogene Behördenakte Bezug genommen.

Gründe

Die zulässige Klage bleibt in der Sache ohne Erfolg. Der angegriffene Versagungsbescheid der Beklagten vom 26. September 2017 ist rechtmäßig, da die Klägerin keinen Anspruch auf die begehrte Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis hat, § 113 Abs. 5 VwGO.

Die Beklagte hat zu Recht die Tatbestandsvoraussetzungen für den Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 4 Satz 1 AufenthG verneint. Das Gericht sieht von einer weiteren Darstellung der Entscheidungsgründe ab, da es der Begründung des angefochtenen Verwaltungsakts folgt. Dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder erhebliche öffentliche Interessen für die vorübergehende weitere Anwesenheit der Klägerin im Bundesgebiet sind nicht ersichtlich.

Auch das Vorbringen im Klageverfahren führt zu keiner anderen Beurteilung. Soweit die Klägerin ihr Aufenthaltsinteresse darauf stützt, ihren Sohn weiter zu dessen Behandlung im Bundesgebiet begleiten zu können, steht dem entgegen, dass eine weitere durchgehende Behandlungsbedürftigkeit des Sohnes schon nicht dargelegt ist. Nach der zuletzt im Verwaltungsverfahren vorgelegten ärztlichen Stellungnahme vom 2. August 2017 sind nach Absetzen der oralen Medikation wieder verstärkte Pusteln im Bereich der Stirn sowie im Bereich der Kopfhaut vorhanden. Als Prozedere wird die orale Gabe eines Medikaments sowie eine klinische Kontrolle in acht Wochen vorgeschlagen. Die Kontrollfrist von acht Wochen ab dem 2. August 2017 ist längst abgelaufen, neuere Atteste wurden nicht vorgelegt. Damit steht schon der Aufenthalt des Sohnes zu weiteren Behandlungszwecken, jedenfalls zu einem dauerhaften Aufenthalt im Bundesgebiet, außer Frage. Für gelegentliche Kontrollen, soweit diese nicht ohnehin im Heimatland vorgenommen werden könnten, wäre auch jeweils nur ein vorübergehender Aufenthalt möglich, der im Rahmen eines Visumsverfahrens beantragt werden kann. Im Übrigen hat der Sohn der Klägerin mittlerweile das 19. Lebensjahr vollendet und ist somit rechtlich wie tatsächlich in der Lage, selbständig und ohne Begleitung seiner Mutter zu vorübergehenden Aufenthalten – soweit erforderlich – in das Bundesgebiet zu reisen. Aber auch der Klägerin stünde es frei, den Sohn für einen vorübergehenden Besuch im Bundesgebiet im Rahmen des Visumsverkehrs zu begleiten. Dass ein dauerhafter Aufenthalt auch in der Vergangenheit nicht erforderlich war, zeigen schon die mehrfachen Heimflüge der Klägerin für jeweils längere Heimataufenthalte bis zu zwei Monaten im Irak. Dies wurde von ihr selbst in der mündlichen Verhandlung bestätigt.

Soweit sich die Klägerin nunmehr auf eine eigene Erkrankung beruft und hierzu in der mündlichen Verhandlung Schreiben des Orthopädiezentrums ...-Ost vom 10. Januar und vom 22. Januar 2018 vorgelegt hat, lässt sich auch hieraus kein Erfordernis für eine vorübergehende weitere Anwesenheit im Bundesgebiet entnehmen. Das Schreiben des Orthopädiezentrums ...-Ost vom 10. Januar 2018 ist wohl ein Rezept oder ein Vorschlag für eine Behandlung. Darin werden für die Diagnose: „gesichert Bandscheibenvorfall C4/5 plus C5/6 Re, gesichert Osteochondrose C4 bis C6“ jeweils 20mal Krankengymnastik (KG), manuelle Therapie (MT), Massage und Fango empfohlen oder verschrieben. Weiteres ergibt sich heraus nicht. Im Schreiben vom 22. Januar 2018 empfiehlt Dr. ... dringend medizinische Physiotherapie, um eine Verschlechterung der Beschwerden und einen operativen Eingriff zu vermeiden. Weiteres ist nicht ausgeführt. Ein dringendes humanitäres oder persönliches Interesse für einen weiteren Verbleib der Klägerin lässt sich darauf nicht stützen. Nach den unwidersprochenen Recherchen der Beklagten gibt es auch in der Heimatstadt ... der Klägerin eine größere Anzahl medizinischer Einrichtungen, die auch ein „Standardleiden“ wie einen Bandscheibenvorfall medikamentös, mit Physiotherapie oder auch durch operativen Eingriff behandeln könnten. Die Klägerin hat selbst erklärt, dass sie im Irak wie auch in Deutschland bisher immer nur medikamentös behandelt worden sei. Im Irak hätte sie die Schmerzmittel jeweils in Deutschland bestellt und eingeführt. Es liegt auf der Hand, dass eine weitere Behandlung, auf die die Klägerin ohnehin bisher selbst verzichtet hat, im Bundesgebiet nicht erforderlich ist.

Soweit die Klägerin vorträgt, eine Rückkehr sei ihr wegen unterbrochener Flugverbindungen und geschlossener Landesgrenzen nicht möglich, wäre dies nicht bei der Verlängerung der begehrten Aufenthaltserlaubnis zu prüfen. Im Übrigen ergibt eine einfache Internetrecherche, dass ... gegenwärtig regelmäßig von Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln/Bonn, Hannover, Berlin, Stuttgart, Dresden und München aus angeflogen wird. Daneben gibt es viele Flüge in andere größere Städte im Irak.

Damit ist die Klage mit der Kostenfolge nach § 154 Abs. 1 VwGO abzuweisen.

Die vorläufige Vollstreckbarkeit der Kostenentscheidung folgt aus § 167 VwGO, § 708 Nr. 11, § 711 ZPO.

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ZPO | § 708 Vorläufige Vollstreckbarkeit ohne Sicherheitsleistung


Für vorläufig vollstreckbar ohne Sicherheitsleistung sind zu erklären: 1. Urteile, die auf Grund eines Anerkenntnisses oder eines Verzichts ergehen; 2. Versäumnisurteile und Urteile nach Lage der Akten gegen die säumige Partei gemäß § 331a; 3....

AufenthG 2004 | Gesetz


Aufenthaltsgesetz - AufenthG

ZPO | § 711 Abwendungsbefugnis


In den Fällen des § 708 Nr. 4 bis 11 hat das Gericht auszusprechen, dass der Schuldner die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung abwenden darf, wenn nicht der Gläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit leistet. § 709 Satz 2 gilt..

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Aufenthaltsgesetz - AufenthG

In den Fällen des § 708 Nr. 4 bis 11 hat das Gericht auszusprechen, dass der Schuldner die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung abwenden darf, wenn nicht der Gläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit leistet. § 709 Satz 2 gilt entsprechend, für den Schuldner jedoch mit der Maßgabe, dass Sicherheit in einem bestimmten Verhältnis zur Höhe des auf Grund des Urteils vollstreckbaren Betrages zu leisten ist. Für den Gläubiger gilt § 710 entsprechend.

(1) Einem Ausländer ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn er als Asylberechtigter anerkannt ist. Dies gilt nicht, wenn der Ausländer auf Grund eines besonders schwerwiegenden Ausweisungsinteresses nach § 54 Absatz 1 ausgewiesen worden ist. Bis zur Erteilung der Aufenthaltserlaubnis gilt der Aufenthalt als erlaubt.

(2) Einem Ausländer ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Flüchtlingseigenschaft im Sinne des § 3 Absatz 1 des Asylgesetzes oder subsidiären Schutz im Sinne des § 4 Absatz 1 des Asylgesetzes zuerkannt hat. Absatz 1 Satz 2 bis 3 gilt entsprechend.

(3) Einem Ausländer soll eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn ein Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder 7 vorliegt. Die Aufenthaltserlaubnis wird nicht erteilt, wenn die Ausreise in einen anderen Staat möglich und zumutbar ist oder der Ausländer wiederholt oder gröblich gegen entsprechende Mitwirkungspflichten verstößt. Sie wird ferner nicht erteilt, wenn schwerwiegende Gründe die Annahme rechtfertigen, dass der Ausländer

1.
ein Verbrechen gegen den Frieden, ein Kriegsverbrechen oder ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sinne der internationalen Vertragswerke begangen hat, die ausgearbeitet worden sind, um Bestimmungen bezüglich dieser Verbrechen festzulegen,
2.
eine Straftat von erheblicher Bedeutung begangen hat,
3.
sich Handlungen zuschulden kommen ließ, die den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen, wie sie in der Präambel und den Artikeln 1 und 2 der Charta der Vereinten Nationen verankert sind, zuwiderlaufen, oder
4.
eine Gefahr für die Allgemeinheit oder eine Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland darstellt.

(4) Einem nicht vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer kann für einen vorübergehenden Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, solange dringende humanitäre oder persönliche Gründe oder erhebliche öffentliche Interessen seine vorübergehende weitere Anwesenheit im Bundesgebiet erfordern. Eine Aufenthaltserlaubnis kann abweichend von § 8 Abs. 1 und 2 verlängert werden, wenn auf Grund besonderer Umstände des Einzelfalls das Verlassen des Bundesgebiets für den Ausländer eine außergewöhnliche Härte bedeuten würde. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit; sie kann nach § 4a Absatz 1 erlaubt werden.

(4a) Einem Ausländer, der Opfer einer Straftat nach den §§ 232 bis 233a des Strafgesetzbuches wurde, soll, auch wenn er vollziehbar ausreisepflichtig ist, für einen Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Die Aufenthaltserlaubnis darf nur erteilt werden, wenn

1.
seine Anwesenheit im Bundesgebiet für ein Strafverfahren wegen dieser Straftat von der Staatsanwaltschaft oder dem Strafgericht für sachgerecht erachtet wird, weil ohne seine Angaben die Erforschung des Sachverhalts erschwert wäre,
2.
er jede Verbindung zu den Personen, die beschuldigt werden, die Straftat begangen zu haben, abgebrochen hat und
3.
er seine Bereitschaft erklärt hat, in dem Strafverfahren wegen der Straftat als Zeuge auszusagen.

Nach Beendigung des Strafverfahrens soll die Aufenthaltserlaubnis verlängert werden, wenn humanitäre oder persönliche Gründe oder öffentliche Interessen die weitere Anwesenheit des Ausländers im Bundesgebiet erfordern. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit; sie kann nach § 4a Absatz 1 erlaubt werden.

(4b) Einem Ausländer, der Opfer einer Straftat nach § 10 Absatz 1 oder § 11 Absatz 1 Nummer 3 des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes oder nach § 15a des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes wurde, kann, auch wenn er vollziehbar ausreisepflichtig ist, für einen vorübergehenden Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Die Aufenthaltserlaubnis darf nur erteilt werden, wenn

1.
die vorübergehende Anwesenheit des Ausländers im Bundesgebiet für ein Strafverfahren wegen dieser Straftat von der Staatsanwaltschaft oder dem Strafgericht für sachgerecht erachtet wird, weil ohne seine Angaben die Erforschung des Sachverhalts erschwert wäre, und
2.
der Ausländer seine Bereitschaft erklärt hat, in dem Strafverfahren wegen der Straftat als Zeuge auszusagen.
Die Aufenthaltserlaubnis kann verlängert werden, wenn dem Ausländer von Seiten des Arbeitgebers die zustehende Vergütung noch nicht vollständig geleistet wurde und es für den Ausländer eine besondere Härte darstellen würde, seinen Vergütungsanspruch aus dem Ausland zu verfolgen. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit; sie kann nach § 4a Absatz 1 erlaubt werden.

(5) Einem Ausländer, der vollziehbar ausreisepflichtig ist, kann eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn seine Ausreise aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen unmöglich ist und mit dem Wegfall der Ausreisehindernisse in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Die Aufenthaltserlaubnis soll erteilt werden, wenn die Abschiebung seit 18 Monaten ausgesetzt ist. Eine Aufenthaltserlaubnis darf nur erteilt werden, wenn der Ausländer unverschuldet an der Ausreise gehindert ist. Ein Verschulden des Ausländers liegt insbesondere vor, wenn er falsche Angaben macht oder über seine Identität oder Staatsangehörigkeit täuscht oder zumutbare Anforderungen zur Beseitigung der Ausreisehindernisse nicht erfüllt.

(1) Ein Ausländer ist zur Ausreise verpflichtet, wenn er einen erforderlichen Aufenthaltstitel nicht oder nicht mehr besitzt und ein Aufenthaltsrecht nach dem Assoziationsabkommen EWG/Türkei nicht oder nicht mehr besteht.

(2) Der Ausländer hat das Bundesgebiet unverzüglich oder, wenn ihm eine Ausreisefrist gesetzt ist, bis zum Ablauf der Frist zu verlassen.

(2a) (weggefallen)

(3) Durch die Einreise in einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einen anderen Schengen-Staat genügt der Ausländer seiner Ausreisepflicht nur, wenn ihm Einreise und Aufenthalt dort erlaubt sind. Liegen diese Voraussetzungen vor, ist der ausreisepflichtige Ausländer aufzufordern, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses Staates zu begeben.

(4) Ein ausreisepflichtiger Ausländer, der seine Wohnung wechseln oder den Bezirk der Ausländerbehörde für mehr als drei Tage verlassen will, hat dies der Ausländerbehörde vorher anzuzeigen.

(5) Der Pass oder Passersatz eines ausreisepflichtigen Ausländers soll bis zu dessen Ausreise in Verwahrung genommen werden.

(6) Ein Ausländer kann zum Zweck der Aufenthaltsbeendigung in den Fahndungshilfsmitteln der Polizei zur Aufenthaltsermittlung und Festnahme ausgeschrieben werden, wenn sein Aufenthalt unbekannt ist. Ein Ausländer, gegen den ein Einreise- und Aufenthaltsverbot nach § 11 besteht, kann zum Zweck der Einreiseverweigerung zur Zurückweisung und für den Fall des Antreffens im Bundesgebiet zur Festnahme ausgeschrieben werden. Für Ausländer, die gemäß § 15a verteilt worden sind, gilt § 66 des Asylgesetzes entsprechend.

(1) Der Ausländer ist abzuschieben, wenn die Ausreisepflicht vollziehbar ist, eine Ausreisefrist nicht gewährt wurde oder diese abgelaufen ist, und die freiwillige Erfüllung der Ausreisepflicht nicht gesichert ist oder aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eine Überwachung der Ausreise erforderlich erscheint. Bei Eintritt einer der in § 59 Absatz 1 Satz 2 genannten Voraussetzungen innerhalb der Ausreisefrist soll der Ausländer vor deren Ablauf abgeschoben werden.

(1a) Vor der Abschiebung eines unbegleiteten minderjährigen Ausländers hat sich die Behörde zu vergewissern, dass dieser im Rückkehrstaat einem Mitglied seiner Familie, einer zur Personensorge berechtigten Person oder einer geeigneten Aufnahmeeinrichtung übergeben wird.

(1b) Ein Ausländer, der eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU besitzt oder eine entsprechende Rechtsstellung in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union innehat und in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union international Schutzberechtigter ist, darf außer in den Fällen des § 60 Absatz 8 Satz 1 nur in den schutzgewährenden Mitgliedstaat abgeschoben werden. § 60 Absatz 2, 3, 5 und 7 bleibt unberührt.

(2) Die Ausreisepflicht ist vollziehbar, wenn der Ausländer

1.
unerlaubt eingereist ist,
2.
noch nicht die erstmalige Erteilung des erforderlichen Aufenthaltstitels oder noch nicht die Verlängerung beantragt hat oder trotz erfolgter Antragstellung der Aufenthalt nicht nach § 81 Abs. 3 als erlaubt oder der Aufenthaltstitel nach § 81 Abs. 4 nicht als fortbestehend gilt oder
3.
auf Grund einer Rückführungsentscheidung eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union gemäß Artikel 3 der Richtlinie 2001/40/EG des Rates vom 28. Mai 2001 über die gegenseitige Anerkennung von Entscheidungen über die Rückführung von Drittstaatsangehörigen (ABl. EG Nr. L 149 S. 34) ausreisepflichtig wird, sofern diese von der zuständigen Behörde anerkannt wird.
Im Übrigen ist die Ausreisepflicht erst vollziehbar, wenn die Versagung des Aufenthaltstitels oder der sonstige Verwaltungsakt, durch den der Ausländer nach § 50 Abs. 1 ausreisepflichtig wird, vollziehbar ist.

(3) Die Überwachung der Ausreise ist insbesondere erforderlich, wenn der Ausländer

1.
sich auf richterliche Anordnung in Haft oder in sonstigem öffentlichen Gewahrsam befindet,
2.
innerhalb der ihm gesetzten Ausreisefrist nicht ausgereist ist,
3.
auf Grund eines besonders schwerwiegenden Ausweisungsinteresses nach § 54 Absatz 1 in Verbindung mit § 53 ausgewiesen worden ist,
4.
mittellos ist,
5.
keinen Pass oder Passersatz besitzt,
6.
gegenüber der Ausländerbehörde zum Zweck der Täuschung unrichtige Angaben gemacht oder die Angaben verweigert hat oder
7.
zu erkennen gegeben hat, dass er seiner Ausreisepflicht nicht nachkommen wird.

(4) Die die Abschiebung durchführende Behörde ist befugt, zum Zweck der Abschiebung den Ausländer zum Flughafen oder Grenzübergang zu verbringen und ihn zu diesem Zweck kurzzeitig festzuhalten. Das Festhalten ist auf das zur Durchführung der Abschiebung unvermeidliche Maß zu beschränken.

(5) Soweit der Zweck der Durchführung der Abschiebung es erfordert, kann die die Abschiebung durchführende Behörde die Wohnung des abzuschiebenden Ausländers zu dem Zweck seiner Ergreifung betreten, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, dass sich der Ausländer dort befindet. Die Wohnung umfasst die Wohn- und Nebenräume, Arbeits-, Betriebs- und Geschäftsräume sowie anderes befriedetes Besitztum.

(6) Soweit der Zweck der Durchführung der Abschiebung es erfordert, kann die die Abschiebung durchführende Behörde eine Durchsuchung der Wohnung des abzuschiebenden Ausländers zu dem Zweck seiner Ergreifung vornehmen. Bei anderen Personen sind Durchsuchungen nur zur Ergreifung des abzuschiebenden Ausländers zulässig, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, dass der Ausländer sich in den zu durchsuchenden Räumen befindet. Absatz 5 Satz 2 gilt entsprechend.

(7) Zur Nachtzeit darf die Wohnung nur betreten oder durchsucht werden, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, dass die Ergreifung des Ausländers zum Zweck seiner Abschiebung andernfalls vereitelt wird. Die Organisation der Abschiebung ist keine Tatsache im Sinne von Satz 1.

(8) Durchsuchungen nach Absatz 6 dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzug auch durch die die Abschiebung durchführende Behörde angeordnet werden. Die Annahme von Gefahr im Verzug kann nach Betreten der Wohnung nach Absatz 5 nicht darauf gestützt werden, dass der Ausländer nicht angetroffen wurde.

(9) Der Inhaber der zu durchsuchenden Räume darf der Durchsuchung beiwohnen. Ist er abwesend, so ist, wenn möglich, sein Vertreter oder ein erwachsener Angehöriger, Hausgenosse oder Nachbar hinzuzuziehen. Dem Inhaber oder der in dessen Abwesenheit hinzugezogenen Person ist in den Fällen des Absatzes 6 Satz 2 der Zweck der Durchsuchung vor deren Beginn bekannt zu machen. Über die Durchsuchung ist eine Niederschrift zu fertigen. Sie muss die verantwortliche Dienststelle, Grund, Zeit und Ort der Durchsuchung und, falls keine gerichtliche Anordnung ergangen ist, auch Tatsachen, welche die Annahme einer Gefahr im Verzug begründet haben, enthalten. Dem Wohnungsinhaber oder seinem Vertreter ist auf Verlangen eine Abschrift der Niederschrift auszuhändigen. Ist die Anfertigung der Niederschrift oder die Aushändigung einer Abschrift nach den besonderen Umständen des Falles nicht möglich oder würde sie den Zweck der Durchsuchung gefährden, so sind dem Wohnungsinhaber oder der hinzugezogenen Person lediglich die Durchsuchung unter Angabe der verantwortlichen Dienststelle sowie Zeit und Ort der Durchsuchung schriftlich zu bestätigen.

(10) Weitergehende Regelungen der Länder, die den Regelungsgehalt der Absätze 5 bis 9 betreffen, bleiben unberührt.

(1) Ein Aufenthaltstitel wird einem Ausländer nur auf seinen Antrag erteilt, soweit nichts anderes bestimmt ist.

(2) Ein Aufenthaltstitel, der nach Maßgabe der Rechtsverordnung nach § 99 Abs. 1 Nr. 2 nach der Einreise eingeholt werden kann, ist unverzüglich nach der Einreise oder innerhalb der in der Rechtsverordnung bestimmten Frist zu beantragen. Für ein im Bundesgebiet geborenes Kind, dem nicht von Amts wegen ein Aufenthaltstitel zu erteilen ist, ist der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt zu stellen.

(3) Beantragt ein Ausländer, der sich rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält, ohne einen Aufenthaltstitel zu besitzen, die Erteilung eines Aufenthaltstitels, gilt sein Aufenthalt bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde als erlaubt. Wird der Antrag verspätet gestellt, gilt ab dem Zeitpunkt der Antragstellung bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde die Abschiebung als ausgesetzt.

(4) Beantragt ein Ausländer vor Ablauf seines Aufenthaltstitels dessen Verlängerung oder die Erteilung eines anderen Aufenthaltstitels, gilt der bisherige Aufenthaltstitel vom Zeitpunkt seines Ablaufs bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde als fortbestehend. Dies gilt nicht für ein Visum nach § 6 Absatz 1. Wurde der Antrag auf Erteilung oder Verlängerung eines Aufenthaltstitels verspätet gestellt, kann die Ausländerbehörde zur Vermeidung einer unbilligen Härte die Fortgeltungswirkung anordnen.

(5) Dem Ausländer ist eine Bescheinigung über die Wirkung seiner Antragstellung (Fiktionsbescheinigung) auszustellen.

(5a) In den Fällen der Absätze 3 und 4 gilt die in dem künftigen Aufenthaltstitel für einen Aufenthalt nach Kapitel 2 Abschnitt 3 und 4 beschriebene Erwerbstätigkeit ab Veranlassung der Ausstellung bis zur Ausgabe des Dokuments nach § 78 Absatz 1 Satz 1 als erlaubt. Die Erlaubnis zur Erwerbstätigkeit nach Satz 1 ist in die Bescheinigung nach Absatz 5 aufzunehmen.

(6) Wenn der Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Familiennachzug zu einem Inhaber einer ICT-Karte oder einer Mobiler-ICT-Karte gleichzeitig mit dem Antrag auf Erteilung einer ICT-Karte oder einer Mobiler-ICT-Karte gestellt wird, so wird über den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Familiennachzugs gleichzeitig mit dem Antrag auf Erteilung einer ICT-Karte oder einer Mobiler-ICT-Karte entschieden.

(1) Gegen einen Ausländer, der ausgewiesen, zurückgeschoben oder abgeschoben worden ist, ist ein Einreise- und Aufenthaltsverbot zu erlassen. Infolge des Einreise- und Aufenthaltsverbots darf der Ausländer weder erneut in das Bundesgebiet einreisen noch sich darin aufhalten noch darf ihm, selbst im Falle eines Anspruchs nach diesem Gesetz, ein Aufenthaltstitel erteilt werden.

(2) Im Falle der Ausweisung ist das Einreise- und Aufenthaltsverbot gemeinsam mit der Ausweisungsverfügung zu erlassen. Ansonsten soll das Einreise- und Aufenthaltsverbot mit der Abschiebungsandrohung oder Abschiebungsanordnung nach § 58a unter der aufschiebenden Bedingung der Ab- oder Zurückschiebung und spätestens mit der Ab- oder Zurückschiebung erlassen werden. Das Einreise- und Aufenthaltsverbot ist bei seinem Erlass von Amts wegen zu befristen. Die Frist beginnt mit der Ausreise. Die Befristung kann zur Abwehr einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung mit einer Bedingung versehen werden, insbesondere einer nachweislichen Straf- oder Drogenfreiheit. Tritt die Bedingung bis zum Ablauf der Frist nicht ein, gilt eine von Amts wegen zusammen mit der Befristung nach Satz 5 angeordnete längere Befristung.

(3) Über die Länge der Frist des Einreise- und Aufenthaltsverbots wird nach Ermessen entschieden. Sie darf außer in den Fällen der Absätze 5 bis 5b fünf Jahre nicht überschreiten.

(4) Das Einreise- und Aufenthaltsverbot kann zur Wahrung schutzwürdiger Belange des Ausländers oder, soweit es der Zweck des Einreise- und Aufenthaltsverbots nicht mehr erfordert, aufgehoben oder die Frist des Einreise- und Aufenthaltsverbots verkürzt werden. Das Einreise- und Aufenthaltsverbot soll aufgehoben werden, wenn die Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels nach Kapitel 2 Abschnitt 5 vorliegen. Bei der Entscheidung über die Verkürzung der Frist oder die Aufhebung des Einreise- und Aufenthaltsverbots, das zusammen mit einer Ausweisung erlassen wurde, ist zu berücksichtigen, ob der Ausländer seiner Ausreisepflicht innerhalb der ihm gesetzten Ausreisefrist nachgekommen ist, es sei denn, der Ausländer war unverschuldet an der Ausreise gehindert oder die Überschreitung der Ausreisefrist war nicht erheblich. Die Frist des Einreise- und Aufenthaltsverbots kann aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verlängert werden. Absatz 3 gilt entsprechend.

(5) Die Frist des Einreise- und Aufenthaltsverbots soll zehn Jahre nicht überschreiten, wenn der Ausländer auf Grund einer strafrechtlichen Verurteilung ausgewiesen worden ist oder wenn von ihm eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht. Absatz 4 gilt in diesen Fällen entsprechend.

(5a) Die Frist des Einreise- und Aufenthaltsverbots soll 20 Jahre betragen, wenn der Ausländer wegen eines Verbrechens gegen den Frieden, eines Kriegsverbrechens oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit oder zur Abwehr einer Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder einer terroristischen Gefahr ausgewiesen wurde. Absatz 4 Satz 4 und 5 gilt in diesen Fällen entsprechend. Eine Verkürzung der Frist oder Aufhebung des Einreise- und Aufenthaltsverbots ist grundsätzlich ausgeschlossen. Die oberste Landesbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen hiervon zulassen.

(5b) Wird der Ausländer auf Grund einer Abschiebungsanordnung nach § 58a aus dem Bundesgebiet abgeschoben, soll ein unbefristetes Einreise- und Aufenthaltsverbot erlassen werden. In den Fällen des Absatzes 5a oder wenn der Ausländer wegen eines in § 54 Absatz 1 Nummer 1 genannten Ausweisungsinteresses ausgewiesen worden ist, kann im Einzelfall ein unbefristetes Einreise- und Aufenthaltsverbot erlassen werden. Absatz 5a Satz 3 und 4 gilt entsprechend.

(5c) Die Behörde, die die Ausweisung, die Abschiebungsandrohung oder die Abschiebungsanordnung nach § 58a erlässt, ist auch für den Erlass und die erstmalige Befristung des damit zusammenhängenden Einreise- und Aufenthaltsverbots zuständig.

(6) Gegen einen Ausländer, der seiner Ausreisepflicht nicht innerhalb einer ihm gesetzten Ausreisefrist nachgekommen ist, kann ein Einreise- und Aufenthaltsverbot angeordnet werden, es sei denn, der Ausländer ist unverschuldet an der Ausreise gehindert oder die Überschreitung der Ausreisefrist ist nicht erheblich. Absatz 1 Satz 2, Absatz 2 Satz 3 bis 6, Absatz 3 Satz 1 und Absatz 4 Satz 1, 2 und 4 gelten entsprechend. Das Einreise- und Aufenthaltsverbot ist mit seiner Anordnung nach Satz 1 zu befristen. Bei der ersten Anordnung des Einreise- und Aufenthaltsverbots nach Satz 1 soll die Frist ein Jahr nicht überschreiten. Im Übrigen soll die Frist drei Jahre nicht überschreiten. Ein Einreise- und Aufenthaltsverbot wird nicht angeordnet, wenn Gründe für eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung nach § 60a vorliegen, die der Ausländer nicht verschuldet hat.

(7) Gegen einen Ausländer,

1.
dessen Asylantrag nach § 29a Absatz 1 des Asylgesetzes als offensichtlich unbegründet abgelehnt wurde, dem kein subsidiärer Schutz zuerkannt wurde, das Vorliegen der Voraussetzungen für ein Abschiebungsverbot nach § 60 Absatz 5 oder 7 nicht festgestellt wurde und der keinen Aufenthaltstitel besitzt oder
2.
dessen Antrag nach § 71 oder § 71a des Asylgesetzes wiederholt nicht zur Durchführung eines weiteren Asylverfahrens geführt hat,
kann das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein Einreise- und Aufenthaltsverbot anordnen. Das Einreise- und Aufenthaltsverbot wird mit Bestandskraft der Entscheidung über den Asylantrag wirksam. Absatz 1 Satz 2, Absatz 2 Satz 3 bis 6, Absatz 3 Satz 1 und Absatz 4 Satz 1, 2 und 4 gelten entsprechend. Das Einreise- und Aufenthaltsverbot ist mit seiner Anordnung nach Satz 1 zu befristen. Bei der ersten Anordnung des Einreise- und Aufenthaltsverbots nach Satz 1 soll die Frist ein Jahr nicht überschreiten. Im Übrigen soll die Frist drei Jahre nicht überschreiten. Über die Aufhebung, Verlängerung oder Verkürzung entscheidet die zuständige Ausländerbehörde.

(8) Vor Ablauf des Einreise- und Aufenthaltsverbots kann dem Ausländer ausnahmsweise erlaubt werden, das Bundesgebiet kurzfristig zu betreten, wenn zwingende Gründe seine Anwesenheit erfordern oder die Versagung der Erlaubnis eine unbillige Härte bedeuten würde. Im Falle der Absätze 5a und 5b ist für die Entscheidung die oberste Landesbehörde zuständig.

(9) Reist ein Ausländer entgegen einem Einreise- und Aufenthaltsverbot in das Bundesgebiet ein, wird der Ablauf einer festgesetzten Frist für die Dauer des Aufenthalts im Bundesgebiet gehemmt. Die Frist kann in diesem Fall verlängert werden, längstens jedoch um die Dauer der ursprünglichen Befristung. Der Ausländer ist auf diese Möglichkeit bei der erstmaligen Befristung hinzuweisen. Für eine nach Satz 2 verlängerte Frist gelten die Absätze 3 und 4 Satz 1 entsprechend.

(1) Soweit der Verwaltungsakt rechtswidrig und der Kläger dadurch in seinen Rechten verletzt ist, hebt das Gericht den Verwaltungsakt und den etwaigen Widerspruchsbescheid auf. Ist der Verwaltungsakt schon vollzogen, so kann das Gericht auf Antrag auch aussprechen, daß und wie die Verwaltungsbehörde die Vollziehung rückgängig zu machen hat. Dieser Ausspruch ist nur zulässig, wenn die Behörde dazu in der Lage und diese Frage spruchreif ist. Hat sich der Verwaltungsakt vorher durch Zurücknahme oder anders erledigt, so spricht das Gericht auf Antrag durch Urteil aus, daß der Verwaltungsakt rechtswidrig gewesen ist, wenn der Kläger ein berechtigtes Interesse an dieser Feststellung hat.

(2) Begehrt der Kläger die Änderung eines Verwaltungsakts, der einen Geldbetrag festsetzt oder eine darauf bezogene Feststellung trifft, kann das Gericht den Betrag in anderer Höhe festsetzen oder die Feststellung durch eine andere ersetzen. Erfordert die Ermittlung des festzusetzenden oder festzustellenden Betrags einen nicht unerheblichen Aufwand, kann das Gericht die Änderung des Verwaltungsakts durch Angabe der zu Unrecht berücksichtigten oder nicht berücksichtigten tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse so bestimmen, daß die Behörde den Betrag auf Grund der Entscheidung errechnen kann. Die Behörde teilt den Beteiligten das Ergebnis der Neuberechnung unverzüglich formlos mit; nach Rechtskraft der Entscheidung ist der Verwaltungsakt mit dem geänderten Inhalt neu bekanntzugeben.

(3) Hält das Gericht eine weitere Sachaufklärung für erforderlich, kann es, ohne in der Sache selbst zu entscheiden, den Verwaltungsakt und den Widerspruchsbescheid aufheben, soweit nach Art oder Umfang die noch erforderlichen Ermittlungen erheblich sind und die Aufhebung auch unter Berücksichtigung der Belange der Beteiligten sachdienlich ist. Auf Antrag kann das Gericht bis zum Erlaß des neuen Verwaltungsakts eine einstweilige Regelung treffen, insbesondere bestimmen, daß Sicherheiten geleistet werden oder ganz oder zum Teil bestehen bleiben und Leistungen zunächst nicht zurückgewährt werden müssen. Der Beschluß kann jederzeit geändert oder aufgehoben werden. Eine Entscheidung nach Satz 1 kann nur binnen sechs Monaten seit Eingang der Akten der Behörde bei Gericht ergehen.

(4) Kann neben der Aufhebung eines Verwaltungsakts eine Leistung verlangt werden, so ist im gleichen Verfahren auch die Verurteilung zur Leistung zulässig.

(5) Soweit die Ablehnung oder Unterlassung des Verwaltungsakts rechtswidrig und der Kläger dadurch in seinen Rechten verletzt ist, spricht das Gericht die Verpflichtung der Verwaltungsbehörde aus, die beantragte Amtshandlung vorzunehmen, wenn die Sache spruchreif ist. Andernfalls spricht es die Verpflichtung aus, den Kläger unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts zu bescheiden.

(1) Der unterliegende Teil trägt die Kosten des Verfahrens.

(2) Die Kosten eines ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels fallen demjenigen zur Last, der das Rechtsmittel eingelegt hat.

(3) Dem Beigeladenen können Kosten nur auferlegt werden, wenn er Anträge gestellt oder Rechtsmittel eingelegt hat; § 155 Abs. 4 bleibt unberührt.

(4) Die Kosten des erfolgreichen Wiederaufnahmeverfahrens können der Staatskasse auferlegt werden, soweit sie nicht durch das Verschulden eines Beteiligten entstanden sind.

(1) Soweit sich aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt, gilt für die Vollstreckung das Achte Buch der Zivilprozeßordnung entsprechend. Vollstreckungsgericht ist das Gericht des ersten Rechtszugs.

(2) Urteile auf Anfechtungs- und Verpflichtungsklagen können nur wegen der Kosten für vorläufig vollstreckbar erklärt werden.

Für vorläufig vollstreckbar ohne Sicherheitsleistung sind zu erklären:

1.
Urteile, die auf Grund eines Anerkenntnisses oder eines Verzichts ergehen;
2.
Versäumnisurteile und Urteile nach Lage der Akten gegen die säumige Partei gemäß § 331a;
3.
Urteile, durch die gemäß § 341 der Einspruch als unzulässig verworfen wird;
4.
Urteile, die im Urkunden-, Wechsel- oder Scheckprozess erlassen werden;
5.
Urteile, die ein Vorbehaltsurteil, das im Urkunden-, Wechsel- oder Scheckprozess erlassen wurde, für vorbehaltlos erklären;
6.
Urteile, durch die Arreste oder einstweilige Verfügungen abgelehnt oder aufgehoben werden;
7.
Urteile in Streitigkeiten zwischen dem Vermieter und dem Mieter oder Untermieter von Wohnräumen oder anderen Räumen oder zwischen dem Mieter und dem Untermieter solcher Räume wegen Überlassung, Benutzung oder Räumung, wegen Fortsetzung des Mietverhältnisses über Wohnraum auf Grund der §§ 574 bis 574b des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie wegen Zurückhaltung der von dem Mieter oder dem Untermieter in die Mieträume eingebrachten Sachen;
8.
Urteile, die die Verpflichtung aussprechen, Unterhalt, Renten wegen Entziehung einer Unterhaltsforderung oder Renten wegen einer Verletzung des Körpers oder der Gesundheit zu entrichten, soweit sich die Verpflichtung auf die Zeit nach der Klageerhebung und auf das ihr vorausgehende letzte Vierteljahr bezieht;
9.
Urteile nach §§ 861, 862 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auf Wiedereinräumung des Besitzes oder auf Beseitigung oder Unterlassung einer Besitzstörung;
10.
Berufungsurteile in vermögensrechtlichen Streitigkeiten. Wird die Berufung durch Urteil oder Beschluss gemäß § 522 Absatz 2 zurückgewiesen, ist auszusprechen, dass das angefochtene Urteil ohne Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar ist;
11.
andere Urteile in vermögensrechtlichen Streitigkeiten, wenn der Gegenstand der Verurteilung in der Hauptsache 1.250 Euro nicht übersteigt oder wenn nur die Entscheidung über die Kosten vollstreckbar ist und eine Vollstreckung im Wert von nicht mehr als 1.500 Euro ermöglicht.