Wirtschaftsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Steuerrecht

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Lennart Droste, LL.M., Steuerrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Zeppelinstraße 14
78244 Gottmadingen
Rechtsanwalt Lennart Droste, LL.M.
Zeppelinstraße 14 78244 Gottmadingen

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​Crowdfunding und Spendenrecht

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Lennart Droste, LL.M., Steuerrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Zeppelinstraße 14
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Die Finanzverwaltung hat mit Schreiben vom 15.12.2017 Stellung dazu genommen, wie die Finanzämter Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending spendenrechtlich beurteilen.

Die Finanzverwaltung hat mit Schreiben vom 15.12.2017 Stellung dazu genommen, wie die Finanzämter Crowdfunding spendenrechtlich beurteilen. Die Finanzverwaltung nimmt dazu eine Unterscheidung zwischen dem klassischen Crowdfunding, dem sog. Spenden-Crowdfunding und dem Crowdinvesting und Crowdlending vor.

Beim klassischen Crowdfunding handelt es sich um eine Variante der Anlauffinanzierung. Die Unterstützer erhalten für ihren Beitrag zur Erreichung des Finanzierungsziels eine Gegenleistung, meist eine Ausfertigung des jeweiligen Projektergebnisses. Zahlungen im Rahmen dieses klassischen Crowdfunding sind nicht als Spenden abziehbar, da eine Spende ohne die Erwartung eines besonderen Vorteils an einen begünstigten Zuwendungsempfänger im Sinne des § 10b EStG gegeben werden muss und die Spendenmotivation an sich im Vordergrund stehen muss. Die Unentgeltlichkeit (keine Gegenleistung) ist für die Spende und den Spendenabzug nach § 10b EStG, § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG und § 9 Nr. 5 GewStG wesentlich. Daneben scheitert beim klassischen Crowdfunding der Spendenabzug regelmäßig auch daran, dass der Unternehmer nicht gemeinnützig ist.

Als Spenden-Crowdfunding werden anlassbezogene Sammelaktionen bezeichnet. Hierbei werden nur bei Erreichen des Sammlungsziels hinsichtlich der Höhe und innerhalb eines gewissen Zeitraumes die Beträge an den Empfänger weitergeleitet. Die Spender erhalten hierfür keine Gegenleistung. Wird das Sammlungsziel nicht erreicht, erhalten die Spender ihre Einzahlung ohne Abzüge zurück (sog. „Alles-oder-nichts-Prinzip“). Ist der Empfänger gemeinnützig, dann darf dieser Zuwendungsbestätigungen ausstellen.

Beim Crowdinvesting werden die Mitglieder der Crowd finanziell an dem Projekterfolg beteiligt. Beim Crowdlending vergibt die Crowd als Alternative zu einem klassischen Bankkredit über eine feste Laufzeit ein Darlehen zu einem vereinbarten Zins. Soweit die Mitglieder der Crowd ihr Vermögen damit lediglich umschichten (zuvor bspw. Kontoguthaben nun investiert), scheidet ein Spendenabzug aus. Denn die Ausgabe als Spende setzt die endgültige wirtschaftliche Belastung des Geldgebers voraus. Dieser muss über das Geld also dauerhaft nicht mehr verfügen können.