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Bau- und Architektenrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Andreas Neumann, Bau- und Architektenrecht, Grundstücksrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Berufsrecht, Sachenrecht, Vertragsrecht, Zivilprozessrecht, Zivilprozessrecht, Am Mittelhafen 16
48155 Münster
Rechtsanwalt Andreas Neumann
Am Mittelhafen 16 48155 Münster
0251-20318810

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Vorbehalt bei Abnahme

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Andreas Neumann, Bau- und Architektenrecht, Grundstücksrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Berufsrecht, Sachenrecht, Vertragsrecht, Zivilprozessrecht, Zivilprozessrecht, Am Mittelhafen 16
48155 Münster
Rechtsanwalt Andreas Neumann
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Was ist bei der Entgegennahme eines Werks zu beachten?

Der Auftraggeber muss sich bei der Abnahme seine Rechte bezüglich der erkannten Mängel – auch soweit sie vom Auftragnehmer nicht anerkannt werden – sowie etwa verwirkter Vertragsstrafen ausdrücklich vorbehalten.

Vor der Abnahme erklärte Vorbehalte bezüglich Mängeln müssen ausdrücklich – „deutlich erkennbar“ – bei der Abnahme aufrechterhalten werden, so der Bundesgerichtshof, BauR 1975, 344 (345). Bezüglich Vertragsstrafen sind verfrüht erklärte Vorbehalte sogar grundsätzlich wirkungslos, BGH BauR 1977, 280.

Der zur Durchführung der förmlichen Abnahme bevollmächtigte Vertreter kann den Vorbehalt erklären bzw. entgegennehmen, BGH BauR 1987, 92. Unterlässt der Auftraggeber den Vorbehalt trotz Kenntnis der Mängel, verliert er gemäß § 640 Abs. 2 BGB (gilt auch für den VOB-Bauvertrag) bezüglich der Mängel seine Rechte auf Nacherfüllung, Selbstvornahme bzw. Kostenvorschuss und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen, Rücktritt und Minderung, sowie einen etwa gegebenen Neuherstellungsanspruch. 

Bezüglich etwa verwirkter Vertragsstrafen verliert er das Recht auf deren Geltendmachung, wenn die Verpflichtung zu deren Vorbehalt bei Abnahme nicht wirksam abbedungen worden ist. Die Parteien können vereinbaren, dass der Auftraggeber den Vorbehalt der Vertragsstrafe später geltend machen kann. Eine derartige Regelung ist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Formularverträgen in der Regel noch zulässig, wenn sie nicht in der Gesamtschau zu einer unangemessenen Benachteiligung gem. § 307 BGB führt. 

Vollständig kann das Erfordernis des Vorbehalts im Hinblick auf § 341 Abs. 3 BGB in AGB jedoch nicht abbedungen werden. Der späteste Zeitpunkt für die Vorbehaltserklärung ist die Schlusszahlung, wo sich die Frage der Ausschlusswirkung eines unterlassenen Vorbehalts unter besonderen Voraussetzungen und in besonderer Schärfe erneut stellt. Die Ausschlusswirkung gilt auch bei der konkludenten Abnahme und wohl auch für die fiktiven Abnahmeformen, wobei dem Auftraggeber aber eine Prüfungsfrist einzuräumen ist. 

Schadensersatzansprüche nach § 634 Nr. 4 BGB bzw. § 13 Abs. 7 VOB/B werden vom Rechtsverlust durch unterlassenen Vorbehalt nicht berührt bzw. von der Ausschlusswirkung nicht erfasst, selbst wenn damit die Mängelbeseitigungskosten geltend gemacht werden.