Fachartikel: Strafrecht

​Strafrecht: Bundesverfassungsgericht bestätigt Straffreiheit der Kollektivbeleidigung

Datum:
09.05.2015

Autor:
Rechtsanwalt Dr. Benedikt Mick
Rechtsgebiete:

In diesem konkreten Fall ging es um die Bezeichnung „FCK CPS”, was so viel bedeutet wie „Fuck Cops“. 

Am 28. April bestätigte nun das Bundesverfassungsgericht in einer Kammerentscheidung seine bisherige Rechtsprechung zur so genannten Kollektivbeleidigung. Zwar mögen PolizistInnen die obige Buchstabenreihenfolge durchaus als beleidigend empfinden, eine Strafbarkeit gemäß § 185 StGB löst das Tragen eines solchen Emblems jedoch nicht ohne Weiteres aus: eine Verurteilung setze voraus, dass sich die Äußerung auf eine hinreichend überschaubare und abgegrenzte Personengruppe beziehe; ansonsten sei der Eingriff in die Meinungsfreiheit nicht gerechtfertigt. Wer also nun die Bezeichnung „FCK CPS” allgemein als Teil der eigenen Kleidung trägt, bringe damit „eine allgemeine Ablehnung der Polizei” zum Ausdruck und ist darin von der Meinungsfreiheit des Artikel 5 GG geschützt. Nur wenn sich die Meinung beleidigend gegen konkrete Personen richte, nicht gegen das Kollektiv „Polizei”, sei eine Bestrafung gerechtfertigt.

Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts: http://www.bverfg.de/SharedDocs/Pressemitteilunge...

Profilbild von Rechtsanwalt Dr. Benedikt Mick

Rechtsanwalt Mick betreut überwiegend Mandate in den Bereichen Urheber- & Medienrecht und Strafrecht. Darüber hinaus ist er Ihr kompetenter Ansprechpartner bei sämtlichen Rechtsfragen, die im Zusammenhang mit dem Medium Internet auftreten können.

Website | Impressum