Fachartikel: Erbrecht

Erbteilung ist oft mit Streit verbunden! Wie geht es anders?

Datum:
31.10.2017

Autor:
Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens
Rechtsgebiete:

Erbteilung ohne Streit

“Vertragt ihr euch noch, oder habt ihr schon geteilt?”, fragt der Volksmund bei Erbangelegenheiten. 

Die Erbteilung ist oft eine schwierige Angelegenheit, vor allem wenn der Erblasser nachlässigerweise kein Testament hinterlassen hat, sondern auf die gesetzliche Erbfolge vertraute.

Teilung des Nachlasses

Das BGB sieht eine reale Teilung des Nachlasses entsprechend den Erbquoten vor. Da dies bei Immobilien nicht unmittelbar umgesetzt werden kann, müssen diese durch Verkauf oder sogar Teilungsversteigerung „verkauft “ werden. 

Nicht selten wird hierdurch Familienvermögen sinnlos zerschlagen. Jeder der Miterben kann grundsätzlich jederzeit die Versteigerung des Nachlasses beantragen. 

Dem Testierenden stehen im Testament jedoch verschiedene Instrumente zur Verfügung, mit denen das Streitpotenzial einer Erbengemeinschaft deutlich entschärft werden kann.

Teilungsverbot bindet Erben nicht immer

Der Erblasser kann im Testament die Auseinandersetzung für den gesamten Nach-lass oder  von Teilen des Nachlasses ausschließen. Ein solches Teilungsverbot wird aber spätestens 30 Jahre nach Eintritt des Erbfalls unwirksam. Sind sich die Miterben einig, können sie sich gemeinschaftlich über einen Teilungsausschluss des Erblassers hinwegsetzen. Dann war das Teilungsverbot nur ein nicht umgesetzter  Wunsch. Will der Erblasser das Teilungsverbot sichern, muss er zusätzlich Testamentsvollstreckung anordnen.

Teilungsanordnungen

Der Erblasser kann im Testament Teilungsanordnungen treffen, das heißt, er nimmt – nachdem er zunächst die Erben und deren Erbquoten festgelegt hat – eine gegen-ständliche Verteilung von Nachlassobjekten und Nachlasswerten vor. Diese sind dann im Wert auszugleichen. Will man keinen Wertausgleich, müssen sogenannte “Vorausvermächtnisse” für die Erben angeordnet werden.

Testamentsvollstrecker als Teilungsrichter

Eine Testamentsvollstreckung kann  streitschlichtend wirken. Als Testamentsvoll-strecker sollte der Erblasser im Testament eine vertrauenswürdige, fachlich kom-petente Person bestimmen und deren Rechte und Pflichten eindeutig festlegen. Sehr gerne wähle ich eine Anordnung wonach der Testamentsvollstrecker befugt ist, den Nachlass nach seinem “billigen (=gerechten) Ermessen” zu teilen. Dann muss der Nachlass nicht zerschlagen und versteigert werden und ein guter Testamentsvoll-strecker kann auf die Wünsche der Erben Rücksicht nehmen. Auch wird durch die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers die Teilungsversteigerung des Nach-lasses vermieden.

Mediation

Wenn die Erben noch vernünftig sind und miteinander reden, ist eine Mediation, d.h. eine Vermittlung durch einen erfahrenen Erbrechtler sehr sinnvoll.

Verwalter

Will man (noch) nicht teilen, kann es auch Sinn machen, einen der Miterben, der das allgemeine Vertrauen genießt, mit Stimmenmehrheit zum Verwalter zu bestellen.

Lassen Sie sich durch einen fachkundigen Rechtsanwalt beraten und vertreten.

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Die Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens ist seit 20 Jahren im Immobilienrecht und über 10 Jahren im Bank- und Kapitalmarktrecht tätig. Für Verbraucher werden Lösungen für die täglichen Probleme angeboten. Es ist nie zu spät für eine Lösung des Problems - dabei helfen Erfahrung und Kenntnisse.

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