Fachartikel: Vertragsrecht

Erweiterung eines Sportstudios - Rechtliche Auswirkung auf bestehende Mitgliedsverträge?

Datum:
01.09.2015

Autor:
Rechtsanwalt Friedrich Ramm
Rechtsgebiete:

Ein Sportstudio lebt auch davon, dass es den Fitnessmarkt ständig \r beobachtet und sich den Marktgegebenheiten anpasst. So gehört hier zum \r Beispiel die Einführung eines neuen Gerätebereichs oder die Erweiterung \r des Sportangebots durch die Zurverfügungstellung besonderer \r Dienstleistungen in den Rahmen einer Weiterentwicklung des \r Trainingsangebots beziehungsweise des Wellnessbereichs.

Eine solche Erweiterung ist naturgemäß mit Kosten verbunden. Diese \r können aber normalerweise nicht auf bestehende Mitgliedsverträge bezogen\r werden. Denn Sachverhalte, die zu einer Kostenerhöhung führen und die \r im Sportstudiovertrag nicht geregelt worden sind, braucht ein Mitglied \r nicht zu akzeptieren, weil sie nicht bindend sind.

Allerdings hat das Mitglied aber auch keinen Anspruch auf die Benutzung \r des neuen Gerätebereichs beziehungsweise kann es nicht eine neue \r besondere Dienstleistung des Sportstudios nutzen. Hier ist einem \r Sportstudio anzuraten, auf eine Änderung des Vertrages zum Beispiel \r dahingehend hinzuwirken, dass das Mitglied, die Möglichkeit eingeräumt \r erhält, die Neuerung für die Zeit von drei Monaten kostenlos in Anspruch\r zu nehmen und dass es für einen geringen Aufpreis das Recht der \r weiteren Benutzung für die nachfolgende Zeit erhält.

Ist eine Weiterentwicklung der Trainingsmöglichkeiten beziehungweise des\r Wellnessbereichs langfristig geplant, sollte dies von vornherein in den\r Mitgliedsverträgen bereits in Bezug auf die dann zukünftig entstehenden\r Mehrkosten berücksichtigt werden. Um die hierfür nötige \r Vertragstransparenz zu gewährleisten, wäre insbesondere in die Verträge \r hineinzuschreiben, welche Erweiterungen im Einzelnen geplant sind, wann \r diese voraussichtlich erfolgen und mit welcher Kostenerhöhung das \r Mitglied dann rechnen muss. Es sollte dem Mitglied ein Wahlrecht \r eingeräumt werden, die Neuerung auf der Basis der Kostenerhöhung in \r Anspruch zu nehmen oder aber die Neuerung unter Beibehaltung des \r bisherigen Mitgliedsbeitrages nicht zu nutzen. Das würde \r Kundenzufriedenheit schaffen.

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